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Kultur in der Himmelsbergkapelle
Eintauchen in die Welt der Balladen

Die Sopranistin Hildegard Baum (Foto) wird in der Himmelsbergkapelle am Klavier begleitet von Marina Kavtaradze. Anita Bischoff wird die verbindenden Texte sprechen.
Die Sopranistin Hildegard Baum (Foto) wird in der Himmelsbergkapelle am Klavier begleitet von Marina Kavtaradze. Anita Bischoff wird die verbindenden Texte sprechen. FOTO: Margarete Lehmann
Zweibrücken. Ein musikalischer Abend der besonderen Art findet am Donnerstag in der Himmelsbergkapelle statt. Hildegard Baum, Anita Bischoff und Marina Kavtaradze versprechen einen ungewöhnlichen Kunstgenuss. Von Cordula von Waldow

„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?“ Die in der Himmelsbergkapelle wissen es bestimmt! Denn für Donnerstag, 15. November, 20 Uhr, lädt der Förderverein „Kultur in der Himmelsbergkapelle“ zu einem musikalischen Balladenabend ein. Rezitiert und interpretiert von Anita Bischoff, gesungen von Sopranistin und Stimmbildnerin Hildegard Baum (beide aus Zweibrücken) und am Piano zeitgemäß ausgestaltet von der georgischen Konzert-Pianistin, Marina Kavtaradze, faszinieren alte Balladen auf ganz neue Art und Weise.

So ergeht seitens des Fördervereins eine herzliche Einladung zum „Spiel bei Erlkönigs Töchtern“. Wer glaubt Balladen noch aus dem Deutschunterricht zu kennen? Endlose Gedichte mit verwirrenden Titeln? Der hat weit gefehlt! „Beim „Spiel mit Erlkönigs Töchtern“ werden Sie aus dem Staunen nicht mehr herauskommen“, verspricht das Trio. Musik von Franz Schubert, Robert Schumann, Franz Liszt und Hugo Wolf lassen aus den langen Gedichten pralle Geschichten entstehen: verzweifelte Rettungsaktionen, urkomische Missverständnisse, betörende Blondinen, obsessive Liebesbeziehungen, voller Jubel, Grusel, Tragik oder auch Humor und Komik.

Dramatik pur, wenn Texte von Goethe, Heine, Mörike und Co. auf packende „Soundtracks“ treffen. Die Sopranistin Hildegard Baum wird am Klavier begleitet von Marina Kavtaradze. Beide Künstlerinnen sind in unserer Region längst keine Unbekannten mehr. Eine Einleitung in die Welt der Ballade und verbindende Texte spricht Anita Bischoff.



„Wir freuen uns sehr auf einen so hochkarätigen Abend“, frohlockt die Vereinsvorsitzende, Pfarrerin Elisabeth Brach aus Winterbach. Sie verrät einen Auszug aus dem Programm: In der Vertonung von Carl Loewe: der Erlköning aus der Feder von Johann Wolfgang von Goethe sowie „Nöck“ – ein nordischer Wassergeist, symbolisch für Sprache der Natur. Gesungen und so interpretiert, faszinierten die langen, erzählenden Gedichte weitaus mehr, als rein gesprochen. „Singen macht glücklich und selig! Singen hat Sinn und macht glücklich: diejenigen, die singen, und diejenigen, die es genießen dürfen“, zitiert sie.

„Der Zwerg“ von Franz Schubert, „Zwei Grenadiere“ von Heinrich Heine und ebenfalls Franz Schubert, Heines „Loreley“, ebenfalls vertont von Franz Liszt – Balladen sind eine Untergruppierung des romantischen Liedes. Sehr zur Freude der Musikerinnen, dürfen sie mit ihrer Aufführung das Klavier einweihen, das der Verein neu angeschafft hat. „Es ist gerade bei den Balladen ein gleichberechtigter Partner, der kommentiert, auch mal widerspricht. Die Zuhörer dürfen gespannt sein.

Der Eintritt zu der Veranstaltung in der Himmelsbergkapelle ist frei. Über eine kleine Spende würde sich der Verein jedoch freuen.