| 22:42 Uhr

Himmelsbergkapelle
Ergreifender Abend mit einem Schuss Heiterkeit

Der Chor „Singen für Europa“ gab ein einfühlsames Konzert in der Himmelsbergkapelle.
Der Chor „Singen für Europa“ gab ein einfühlsames Konzert in der Himmelsbergkapelle. FOTO: Margarete Lehmann
Zweibrücken. Ein Liederabend mit dem internationalen Chor „Singen für Europa“ und Solisten in der Zweibrücker Himmelsbergkapelle. Von Peter Fromann

Der Verein „Kultur in der Himmelsbergkapelle“, hatte den Chor „Singen für Europa“ zu einem Konzert eingeladen. Rund 40 Zuhörer erlebten einen anregenden Freitagabend, der musikalische Einblicke in die osteuropäische Kultur vermittelte. Der 15 Sängerinnen und Sänger starke Chor sang Volkslieder aus verschiedenen Ländern in der jeweiligen Landessprache.

Die Vereinsvorsitzende Liane Weidmann-Lichtel, die ursprünglich aus Rumänien stammt, berichtete: „Wir singen zweistimmig in mehreren Sprachen: deutsch, russisch, kasachisch, rumänisch, polnisch, hebräisch, französisch und Esperanto.“ Das klingt absolut authentisch und vermag die Herzen der Hörer zu ergreifen. Europa braucht wohl gerade in der heutigen Zeit jede Stimme. Dirigent des Chors ist Valerian Helbling, der seinen Chor mit dem Akkordeon begleitete.

Gegründet wurde der „Internationale Chor“ 2002, wurde 2016 in „Singen für Europa“ umbenannt. Er gehört zum Verein Zusammenarbeit mit Osteuropa (ZMO), dem Zentralverband Deutscher und Osteuropäer, der bei der Integration von Spätaussiedlern hilft. Zum Beispiel hilft der ZMO-Regionalverband Zweibrücken beim Ausfüllen von Anträgen und Schriftwechsel mit Behörden, unterstützt Familienzusammenführungen, vermittelt Sprachkurse. Es werden die unterschiedlichsten Kontakte zu Institutionen in den Herkunftsländern der Mitglieder gepflegt – bis hin zu funktionierenden Partnerschaften.



Die Regionalverbände führen Tagesfahrten in die Umgebung durch, damit die Neubürger auch ihre neue Heimat kennenlernen. Der Verein sieht Sinn und Ziel seiner Tätigkeit darin, allen Neubürgern zu helfen, möglichst umfassend am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben teilzuhaben.

Pfarrerin Elisabeth Brach aus Winterbach, Vorsitzende des Fördervereins Himmelsbergkapelle, versorgte mit ihrem Team die Gäste mit Pausentee, zum Teil mit Kräutern aus ihrem Garten, und leichtem Gebäck, sodass man schnell ins Gespräch kam.

Ein Lichtertanz verbreitete leise romantisches Flair, und „Bänkelsänger Gerhard“, ein Chormitglied, überzeugte auf der ganzen Linie. Mit sonorer Stimme sang er Moritaten aus dem Leben eines „Störtebekers in Russland“ und gab darüber hinaus eine schöne Geschichte zum Besten: Eine Familie beklagt sich beim Rabbi über die Enge ihrer zu kleinen Wohnung. Nimm eine Ziege mit in deine Wohnung“, sagt der Rabbi. Die Klage wird lauter. „Nimm noch eine Kuh dazu in deine Wohnung“, die Klage wird noch lauter. „Entferne Ziege und Kuh“, weist nun der Rabbi an. Jetzt ist der Klagende dankbar, seine Wohnung sei ja sooo groß.

Also mit einem Schuss Heiterkeit gegen ein müdes Europa. „Tumbala tumbala tumbalaleika“, (jiddisch) lass uns fröhlich sein! Lasst uns freuen, ihr Brüder: „Hava nagila, hevenu shalom alechem“ (hebräisch). Ich träume am Strand der Donau: „Rastao sam pored Dunava“ (serbokroatisch). Alles leichthin gesungen, einfache, aber eingängige Melodien, die reine Lebenslust ausstrahlen.

Irgendwie passend zu dem Liedvortrag berichtete Oliver Walz, Vorsitzender von „Esperanto in Deutschland“ von der völkerverbindenden gemeinsamen Sprache Esperanto, die jeder schnell lernen und verstehen kann.