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Abbauten in Fußgängerzone stören manche Passanten
Einmal im Jahr gehen die Uhren anders

Zweibrücken. Der UBZ hat gestern Sitzbänke und Mülleimer in der Fußgängerzone abmontiert – wegen des am Freitag beginnenden Stadtfests. Ältere Passanten beklagen, dass dies sehr früh geschehe. Kulturamt und UBZ bitten um Verständnis. Von Mathias Schneck

Das Stadtfest gibt es nur einmal im Jahr. Es ist der Höhepunkt im Veranstaltungskalender Zweibrückens. Zehntausende fiebern dem Ereignis entgegen. Doch bleibt es zwangsläufig nicht aus, dass rund um das Stadtfest Dinge organisiert werden (müssen), die bei manchem Bürger für Unverständnis sorgen. So diesen Montag in der Fußgängerzone. Da rollten mehrere Fahrzeuge des UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) durch die Fußgängerzone; Mitarbeiter des städtischen Unternehmens stiegen ab, montierten Sitzbänke und Mülleimer in der Einkaufsmeile ab und verstauten sie auf der Tragefläche.

Angesichts dieser Arbeiten rieben sich einige Passanten in Vorfreude die Hände – das Stadtfest naht!

Andere nahmen es mit kritischerem Blick zur Kenntnis. So auch zwei ältere Passanten, die gegenüber unsere Zeitung klagten und fragten: Müssen diese Sitzgelegenheiten denn wirklich schon so früh abmontiert werden? Das Stadtfest beginne doch erst am Freitag. Jetzt können man sich in der Fußgängerzone nicht mehr hinsetzen und bei den heißen Temperaturen eine Verschnaufpause einlegen. Das gehe nun höchstens noch in einem der Straßencafés – und dort müsse man etwas verzehren. „Mittwoch hätte doch auch noch gelangt“, meinte eine ältere Dame.



Thilo Huble, Leiter des Zweibrücker Kultur- und Verkehrsamtes und Organisator des Stadtfestes, kann es nachvollziehen, wenn manche Passanten in den nächsten Tagen die Sitzgelegenheit missen. „Aber es steht nun mal das Stadtfest bevor“, sagt Huble. „Das ist eine Großveranstaltung – in der Woche, in der es stattfindet, müssen wir mit den Abbauten beginnen.“ Bis spätestens Mittwoch müsse alles erledigt sein, es gelte, Fristen einzuhalten, die Händler müssten genügend Zeit bekommen, ihre Buden aufzuschlagen.

„Uns ist bewusst, dass es eine Beeinträchtigung darstellt. Aber es ist doch nur einmal im Jahr. Für keine andere Veranstaltung müssen wir diese Abbauten vornehmen, es ist nur für das Stadtfest. Wir versuchen, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten“, betont Huble.

Werner Boßlet, Leiter des UBZ, pflichtet bei. „Es ist doch nur einmal im Jahr“, sagt er. Auch der UBZ als ausführendes Unternehmen bemühe sich, alles so zu bewerkstelligen, dass die Beeinträchtigungen verschmerzbar seien. „Wir stecken in der Urlaubszeit: Wir müssen schauen, dass wir mit den Mitarbeitern, die aktuell da sind, alles organisiert bekommen. Deswegen haben wir heute mit dem Abbauen begonnen“, erklärt Boßlet. „Die Fußgängerzone muss bis Mittwoch geräumt sein. Wir können die Bänke ja nicht irgendwo abladen, die müssen ordentlich verstaut werden, das kostet alles seine Zeit.“

Der UBZ sorge nach dem Stadtfest dafür, dass schnellstmöglich wieder die gewohnten Umstände in der Einkaufsmeile herrschten. „Am Montagmittag nach dem Stadtfest ist die Fußgängerzone wieder sauber“, verweist Boßlet auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre – das zeige, wie rasch der UBZ alles wieder in Ordnung bringe.

Und dann sei es ja auch nicht so, dass es aktuell im Stadtgebiet keine Sitzgelegenheiten für Flaneure mehr gebe. Boßlet: „Wir haben an der Stadt am Wasser, rund um den Rosengarten und die Rennwiese noch etliche Bänke, dort ist nach wie vor Platz zum Ausruhen.“

Wie sieht es dieses Jahr beim Stadtfest eigentlich in Sachen Sicherheit aus? Kulturamts-Leiter Huble weist daraufhin, dass es natürlich ein Sicherheitskonzept gibt, „das sieht wieder vor, dass Betonwände und gefüllte Container an mehreren neuralgischen Punkten aufgestellt werden“, nennt er einen zentralen Aspekt.

Und wie sieht es mit dem Wetter aus? Es soll ordentlich heiß werden. Fürchtet Huble, dass das den Besucherzahlen abträglich sein könnte?

„Das Schöne an dem Wetter ist: Wir müssen es nehmen, wie es kommt. Egal, ob es stürmt oder regnet, ob die Sonne scheint oder ob es schneit“, sagt der Organisator verschmitzt.

Aber ganz im Ernst: Wenn es zu heiß wird, sei das ein Punkt, der unter dem Stichwort „Wirkung des Alkohols“, nicht außer acht gelassen werden dürfe. Steche die Sonne zu sehr vom Himmel, würden „tagsüber vielleicht doch etwas weniger Besucher kommen“, schätzt Huble. Abends dürfte dann aber doch viel los sein – ob nun heiß oder kühl. Denn wie gesagt: Das Stadtfest ist ja nur einmal im Jahr.

 Thilo Huble, Leiter des Kulturamtes.   Foto: bav/pma
Thilo Huble, Leiter des Kulturamtes. Foto: bav/pma FOTO: Volker Baumann
 Werner Boßlet,  Leiter des  UBZ.   Foto: jam/pma
Werner Boßlet, Leiter des UBZ. Foto: jam/pma FOTO: Jan Althoff