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Straßenbild rund um die Fashion-Outlets
Keine Kreisel-Entwürfe von der Stange

Zweibrücken. Landschaftsarchitekt stellt in der Versammlung des Flughafen-Zweckverbands Vorschläge für vier Kreisel in dem Gebiet vor. Von Fritz Schäfer

„Diese Vorschläge passen nur hier und nirgendwo anders. Das ist sehr positiv.“ Gertrud Schanne-Raab (Grüne) war gestern Abend in der Versammlung des Zweckverbands Entwicklungsgebiet Flugplatz (Zef) angetan von den Ideen Stefan Laports. Der Landschaftsarchitekt hatte sein Konzept für die vier Kreisel im Umfeld des Flugplatzes vorgestellt. „Das Konzept beinhaltet keine Vorschläge von der Stange.“ Dabei war es dem Diplom-Ingenieur aus Battweiler darum gegangen, an den „Geist des Ortes“ anzuknüpfen. Jeder Kreisel soll „ein Bild erzeugen“ und „eine Geschichte erzählen“. So sollen die Autofahrer, die von der Autobahn auf den Turbokreisel zufahren, vom Heiligen Pirminius in Form einer großen Skulptur mit offenen Armen empfangen werden. Bisher seien alle Kreisel eher trist und das Wort „welk(ome)“ treffe eher zu als ein offenes „Welcome“.

Auf den Truppacherkreisel an der Einfahrt zum Outlet soll ein barocker Pavillon umrahmt von Pferden und Rosen kommen. „Zweibrücken ist die Stadt der Rosen und Rosse und des Barock“, sagte Laport. Zudem würden die Kunden mit einem gewissen Anspruch das Outlet besuchen. Da schade ein bisschen „Extravaganz“ nicht, hielt Laport Dirk Schneider (SPD) und Matthias Nunold (Linke) entgegen, denen das Ensemble zu „kitschig“ war.

Auf dem Kreisel in Höhe der Eissportarena sollen die drei Bäume stehen bleiben. Darum sollen farbige Metallplatten beim Vorbeifahren ein dynamisches Bild abgeben. „Die Botschaft soll sein, dass auf dem Flugplatzgelände was  passiert, was buntes, vielfältiges.“ Auf den Kreisel am früheren Flughafenterminal steht derzeit eine, von den amerikanischen Streitkräften überreichte Skulptur, die drei startende Militärjets zeigt. Diese möchte Laport durch ein kleines Flugzeug ersetzen, um auch den Teil der Geschichte Zweibrückens darzustellen.



Schneider meinte, dass man bei der Gestaltung an die Pflege denken sollte. Neben dem Pavillon hatte Nunold auch Bedenken wegen des Pirminius, den kein Auswärtiger kenne. „Pirminius ist nicht aufgesetzt. Der passt“, meinte Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker (SPD).

Der operative Leiter der Via Outlets, Torsten Mayer, kündigte an, dass sich die Outlets an der Pflege des Truppacherkreisels beteiligen könnten. Zuvor hatte die Zef-Versammlung einer Vereinbarung mit dem Landesbetrieb Mobilität zugestimmt, wonach der Zweckverband die Gestaltung des Truppacherkreisels übernimmt. Auch die Outlet-Geschäftsführung sei an einer Gestaltung des Kreisels interessiert, sagte die Verbandsvorsteherin, Landrätin Susanne Ganster (CDU). Die Via Outlets hätten zugesagt, 50 000 Euro dafür zur Verfügung zu stellen.