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Ursache für Leiden der Tiere bleibt weiter unklar
Kreis: Kein Gift in toten Saatkrähen

Zweibrücken/Pirmasens. Ursache für das Verenden der Jungvögel bleibt damit unklar. Keine weiteren Schritte. Von Eric Kolling

Die fünf vom Kreis untersuchten Krähen sind nicht vergiftet worden. Das ist das Ergebnis der offiziellen Analyse des Landesuntersuchungsamts, die das zuständige Veterinäramt an Kadavern veranlasst hatte, die in der Zweibrücker Allee aufgesammelt worden waren. Eine Krähe war an einer Pilzinfektion gestorben (wir berichteten). Weil die Todesursache bei den anderen vieren nach einer ersten Untersuchung unklar blieb, wurde an ihnen ein „breites toxikologisches Screening“ durchgeführt, wie Kreissprecher Thorsten Höh beschreibt. Gefunden wurde nichts.

„Man hat keine Vergiftung festgestellt, obwohl speziell auf Gerinnungshemmer wie im Rattengift vorhanden, untersucht wurde. Es kann also ausgeschlossen werden, dass die fünf Vögel vergiftet wurden“, sagt Höh. Auch eine Infektion habe man bei den Vögeln nicht nachgewiesen. „Was die Todesursache war, kann nicht beantwortet werden“, so Höh abschließend. Für die Behörde sei der Fall damit erledigt, Von möglichen weiteren Todesfällen im vergangenen Monat habe man keine Kenntnis. Der Kreis übermittle jetzt die Labor-Ergebnisse an die Staatsanwaltschaft, „nicht weil ein Verdacht vorliegt, sondern weil bei der Staatsanwaltschaft ein Vorgang in der Sache liegt und wir unterstützen wollen“, erklärt der Kreissprecher.

Die Ermittlungsbehörde hat die Zweibrücker Polizei damit beauftragt, das Kreisgutachten ebenso anzufordern wie eines, das der Verein Wildvogelrettung hatte erstellen lassen. Darin hatte zunächst das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Karlsruhe die Todesursache nicht ermitteln können, eine in München durchgeführte toxikologische Untersuchung habe in den Lebern der Tiere aber ein Coumarinderivat nachgewiesen, eine Art Rattengift. Details zu den Ergebnissen hatten die Tierschützer nicht veröffentlicht. Der Staatsanwaltschaft lagen gestern noch keine Ermittlungsergebnisse vor.