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Heftige Diskussion über nistende Tiere in Allee
„Kräheninvasion im pfälzischen Venedig“

Viele Krähen nisten derzeit in den Bäumen der Zweibrücker Allee.
Viele Krähen nisten derzeit in den Bäumen der Zweibrücker Allee. FOTO: Jan Althoff / jam
Zweibrücken. Großes Echo auf Facebook über Merkur-Bericht zu den aktuell rund 700 Saatkrähen-Paaren in der Allee. Von Mirko Reuther

Mehr als tausend Krähen nisten in diesem Frühjahr in den Baumwipfeln der Zweibrücker Allee. Das Krächzen zerrt am Nervenkostüm vieler Zweibrücker. Und die „Hinterlassenschaften“ der Tiere ziehen nicht nur den Lack unter den Bäumen geparkter Autos in Mitleidenschaft, sondern landen mitunter auch auf den Köpfen der Passanten. Die Diskussion um die Krähen scheidet die Geister. Auf der Facebook-Seite unserer Zeitung haben viele User ihre Meinung kundgetan.

„Das ist eine Schande, niemand will mehr durch die Allee laufen, wie kann es sein, dass dieses Schmuckstück Zweibrückens den Krähen überlassen wird?“, fragt Fi Ni. „Tiere sollte man immer schützen, aber wo die Möglichkeit besteht, kann man eine Umsiedelung der Population in Erwägung ziehen“, findet Bernd Ben Joe Waibel und ergänzt: „Was hat denn der liebe Herr Boßlet gedacht, was die Krähen den ganzen Tag machen? Die Naivität in dieser Stadt ist nur noch bedauernswert.“ Der Zweibrücker UBZ-Chef Werner Boßlet hatte vor dem Anstieg der Population gewarnt und den rechtlichen Rahmen, der die Krähen schützt, als „extrem“ bezeichnet. „Unsere schöne Allee sieht mal wieder echt ‚beschissen‘ aus“, ärgert sich auch Jürgen Kalleder.

Andere Kommentatoren finden, dass den Vögeln Unrecht getan wird. „Krähen sind kein Problem, der Mensch ist das Problem. Alleine an Silvester betreiben Menschen nicht nur enorme Luftverschmutzung, sondern machen auch den allergrößten Krach“, sagt Isa Weigel. Susa Dorne stößt ins gleiche Horn: „Meine Güte, dann parkt euer Auto in der Zeit halt mal woanders. Wehe wenn es dem Städter an seine Komfortzone geht und er mal zehn Meter laufen muss. Die Natur wird als ‚Ding‘ gesehen. Bitte schön ruhig und nur in kleinen begrenzten Gebieten. Natürlich mit Wohlfühlatmosphäre wie im Gartenprospekt.“ Dorne ergänzt: „Nach der Brut ziehen die Krähen wieder ab. Das Hauptgeschäft dauert nur wenige Wochen.“ Auch Matthias Oberer findet die Aufregung übertrieben. Er fragt: „Was genau ist eigentlich immer das Problem mit dem Krach? Wir haben im Stadtzentrum vier Verkehrsachsen, auf denen täglich tausende Fahrzeuge unterwegs sind. DAS ist KRACH. Der Mensch will Natur, aber bloß nicht direkt vor seiner Haustür.“



Wieder andere Diskussionsteilnehmer nehmen die zunehmende Zahl der Krähen mit Humor: „Alfred Hitchcock hat 1963 ‚Die Vögel‘ gedreht. Die neueste Produktion wird dann demnächst in Zweibrücken gedreht“, flachst Hans-Jürgen Dinges. „Kräheninvasion im pfälzischen Venedig“, schreibt Michael Heiser. Und Sylvie Jörd schlägt vor: „Man kann das Ganze auch sportlich sehen und ein Spiel draus machen. Man startet mit einer Gruppe in der Allee .. .und wer am wenigsten abbekommt, der hat gewonnen.“

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