| 22:16 Uhr

Korruptionsprozess gegen Sachbearbeiter einer Saar-Behörde

Saarbrücken. Mit zweiwöchiger Verspätung soll heute vor der großen Wirtschaftsstrafkammer des Saarbrücker Landgerichts der Korruptionsprozess gegen einen 53 Jahre alten Sachbearbeiter beim Landesamt für Zentrale Dienste (LZD) beginnen. Der Prozess war zuletzt verschoben worden, weil Ärzte des Gefängniskrankenhauses in Wittlich den seit Januar inhaftierten Angeklagten S. als nicht verhandlungsfähig einstuften. Zwischenzeitlich wurde der Regierungsangestellte wieder von der Klinik in die Justizvollzugsanstalt Saarbrücken verlegt. Wie zu erfahren war, gehen Ärzte davon aus, dass er vorerst für zwei Stunden pro Prozesstag verhandlungsfähig ist. Für heute ist nur die Verlesung der Anklageschriften wegen Bestechlichkeit in 64 besonders schweren Fällen und Steuerhinterziehung vorgesehen. Das Gericht hat derweil eine psychiatrische Sachverständige aus Mainz eingeschaltet, die den Prozessverlauf unter dem Gesichtspunkt der Verhandlungsfähigkeit des Angeklagten beobachten soll. Michael Jungmann

Mit zweiwöchiger Verspätung soll heute vor der großen Wirtschaftsstrafkammer des Saarbrücker Landgerichts der Korruptionsprozess gegen einen 53 Jahre alten Sachbearbeiter beim Landesamt für Zentrale Dienste (LZD) beginnen. Der Prozess war zuletzt verschoben worden, weil Ärzte des Gefängniskrankenhauses in Wittlich den seit Januar inhaftierten Angeklagten S. als nicht verhandlungsfähig einstuften. Zwischenzeitlich wurde der Regierungsangestellte wieder von der Klinik in die Justizvollzugsanstalt Saarbrücken verlegt. Wie zu erfahren war, gehen Ärzte davon aus, dass er vorerst für zwei Stunden pro Prozesstag verhandlungsfähig ist. Für heute ist nur die Verlesung der Anklageschriften wegen Bestechlichkeit in 64 besonders schweren Fällen und Steuerhinterziehung vorgesehen. Das Gericht hat derweil eine psychiatrische Sachverständige aus Mainz eingeschaltet, die den Prozessverlauf unter dem Gesichtspunkt der Verhandlungsfähigkeit des Angeklagten beobachten soll.

Dem seit Juli 2007 beim LZD beschäftigten Mann aus Heusweiler wirft die Staatsanwaltschaft vor, von einem Hausmeisterservice, dem er Aufträge erteilte, Schmiergeld von rund 230 000 Euro kassiert zu haben. Die Anklage bezieht sich auf den Zeitraum von 2011 bis Dezember 2015. Nach Merkur-Informationen soll der Unternehmer, der sich den Ermittlern offenbart hatte, etwa für längerfristige Kehraufträge monatlich Beträge von rund 2500 Euro an den Sachbearbeiter bezahlt haben. Für Sonderarbeiten und Laubreinigung flossen angeblich Extrabeträge, die in der Regel bar bezahlt wurden.