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Gedenken an Ersten Weltkrieg
Konzerte in Bitsch und Zweibrücken erinnern an Kriegsende

Zweibrücken/Bisch. In diesen Tagen jährt sich das Ende des Ersten Weltkrieges zum hundertsten Mal: Am 11. November 1918 unterzeichneten die beteiligten Kriegsparteien einen Waffenstillstand, der den ersten industriell geführten und vier Jahre währenden Krieg beenden sollte, dem mehr als 17 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Von Norbert Schwarz

Es war zeitgleich das Ende des Kaiserreichs und der Start der ersten Demokratie in Deutschland. Für unsere Region hat gerade das Kriegsende eine große Bedeutung. Standen sich die Nachbarn damals noch als so genannte „Erzfeinde“ in den Schützengräben gegenüber, sind sie nun schon seit vielen Jahren innige Freunde. Das betonte Jürgen Gundacker, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land bereits bei seiner Neujahrsansprache im Januar. Deshalb freut sich der Verwaltungschef auch umso mehr, dass am kommenden Sonntag, 11. November, mit einem gemeinsamen Konzert an den Waffenstillstand erinnert werden soll.

Los geht es um 15 Uhr in der Katholischen Kirche Sainte Catherine Bitsch. In Zweibrücken beginnt das Friedenskonzert um 18.30 Uhr in der protestantischen Alexanderskirche. „Gemeinsam sind wir stark“, ist das Motto der drei Chöre aus beiden Ländern. Dabei handelt es sich um den Mittelbacher Gospelchor Gospel & Praise, den Contwiger Chor 2000, sowie den französische Chor Méli Mélodies aus Petit Réderching. Die Idee zu der Veranstaltung hatte der in Lothringen wohnende Wolf-Rüdiger Schreiweis, der die beiden deutschen Vereine dirigiert. Mit seinem französischen Kollegen Bernard Filipiak hat er dafür auch gleich einen Partner gefunden.



Zu hören gibt es laut Programm unter anderem das hebräische „Hevenu Shalom“, „Amazing Grace“, „We Shall Overcome“, „We are the world“, „Bridge over Troubled Water“ und „He ain‘t Heavy, he‘s my Brother“. Neben dem Zweibrücker Dekan Peter Butz kommen auch Schüler sowohl des Helmholtz-Gymnasiums als auch eines französischen Lycée Teyssier zu Wort, um ihre Gedanken und Wünsche zur deutsch-französischen Freundschaft zu beschreiben. Der Eintritt zu dem Konzert ist frei. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft des Zweibrücker Bürgermeisters Christian Gauf, Gerard Humbert, Maire Ville de Bitche, Francis Vogt, Präsident de la Pays de Bitche und Verbandsbürgermeister Gundacker selbst.

In Bitsch ist derzeit auch eine Ausstellung über die Folgen des Ersten Weltkriegs zu sehen. So gehörte die Stadt bis zum Waffenstillstand zum deutschen Kaiserreich. Nach der Niederlage musste das Deutsche Reich die 1871 annektierten Gebiete des Elsass und Lothringens an Frankreich zurückgeben. Die Ausstellung dauert bis 13. November. Für den 11. November ist auch eine Parade geplant.