| 21:10 Uhr

Weihnachtshistorie in der Alexanderskirche
„Weihnachtshistorie“ von Heinrich Schütz

 Ein Werk voller Harmonie gab es in der Alexanderskirche zu hören, unter anderem mit diesen Instrumentalisten.
Ein Werk voller Harmonie gab es in der Alexanderskirche zu hören, unter anderem mit diesen Instrumentalisten. FOTO: Margarete Lehmann
Zweibrücken. Adventskonzert in der Alexanderskirche mit Werken aus dem 17. Jahr­hundert. Von Peter Fromann

Rund 120 Musikfreunde waren am Samstagabend in die Zweibrücker Alexanderskirche gekommen, um zu hören, was der vorbachsche Komponist Heinrich Schütz (1585-1672, oft als „Vater der deutschen Musik“ bezeichnet) uns vermitteln möchte, dargebracht von einem Projektchor und Instrumentalisten unter der Leitung von Bezirkskantor Helge Schulz. Auf dem Programm stand Schütz’ „Weihnachtshistorie“, ein durchaus heiteres Werk, ein volkstümliches Weihnachtserlebnis. Eingang und Beschluss sind vierstimmige, von Streichern, Fagott, Posaunen und Orgel begleitete Chöre. Neu und charakteristisch ist die Partie des Evangelisten, hier nicht im Choralton, sondern gleichsam ein Rezitativ, eine Monodie (Einzelgesang, hier sich streng an den Bibeltext haltend) mit begleitenden Harmonien. Schütz schreibt vor: „Und wird der verständige Director zu des Evangelisten Partey eine gute helle Tenorstimme zu erwehlen und gebrauchen wissen, von welcher die Worte nur nach der Mensur einer vernehmlichen Rede abgesungen werden mögen.“ Helmut Hofmann, Tenor, übernimmt diesen Part, kommt sehr gut zurecht, nur etwas mehr Durchsetzungskraft wäre schön gewesen. Die musikalische Fantasie des Komponisten lebt sich dagegen in den acht „Intermedien“ mit Solopartien, Chor und Instrumentarium aus. Zum Teil mit volksliedhaften Streicherklängen. „Ehre sei Gott“ dann erst in himmlischem Glanz. Die Bassstimme singt Helge Schulz selbst, dabei noch das Orchester dirigierend, begleitet von Posaunen und Trompeten. Insgesamt ein Werk voller Harmonie, idyllisch gar, endlich die ersehnte heile Welt in rauer Zeit durch die Geburt des göttlichen Knaben.

Im Laufe des Konzertes noch ein kurzes Konzert von Georg Friedrich Händel, eine Suite für Bläser von Michael Präetorius (1571-1621) und das „Magnificat“ von Heinrich Schütz: „Er (der Herr) stößt die Gewaltigen vom Stuhl und erhebt die Niedrigen“. Chor und Solisten und Instrumentalisten, an der Orgel Gerhard Jentschke, Kantor in Heilig Kreuz, in beeindruckender Form; schön, dass sich immer noch gute Sängerinnen und Sänger für ein dergestaltes hochinteressantes Projekt zusammenfinden. Bezirkskantor Helge Schulz, Gesamtleitung und Bass, gewohnt überzeugend. Großes Lob für alle Teilnehmenden!

Weiteres Foto, mit dem Projektchor, hier