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Kolumne: Unsere Woche
Eine Erfolgsstory, tonnenweise

FOTO: SZ / Baltes, Bernhard
Kommt! Lasset von Tonne zu Tonne uns eilen! Wir wollen dem Müll eine Abfuhr erteilen!“, reimte Heinz Erhardt einst in seinem Chor der Müllabfuhr. Jahrzehnte später haben die kalauernden Verse des dichtenden Schelmes nichts von ihrer Aktualität verloren. Von Michael Klein

Noch
immer nämlich sind die Einzigen, die eine echte Abfuhr verdient haben, die Tonnen.

Und eben nicht Werner Boßlet, der Chef des Umwelt- und Servicebetriebes Zweibrücken (UBZ), dem so viele vor Jahresfrist das Scheitern geweissagt und verbale Watsch’n verabreicht hatten. Dafür, dass Boßlet und sein Team – wie in anderen Städten und Gemeinden auch – in Sachen Müllabfuhr und, eigentlich früher noch beginnend, bei der Müllvermeidung, neue, andernorts längste betretene Wege gingen.

Dadurch, dass nur noch vier Leerungen pro Jahr von der klassischen Müllabfuhr abgedeckt sind – was bedeutet, dass jede weitere Leerung zusätzlich bezahlt werden muss – haben viele unter dem Druck des Portemonnaies ihre Gewohnheiten überdacht. Sensibilitäten wurden geweckt, Müll wird seither sauberer getrennt. Der Umgang mit wiederverwertbaren Abfällen, Organischem, Glas, Papier und Kartonagen ist ein bewussterer geworden.



Und damit das System zum Erfolg. Den man in der noch frühen Phase nicht überbewerten sollte. Auf dem man aber aufbauen kann. Und das Gros der einstmaligen vorschnellen Kritik kann man
getrost in die Tonne treten.