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Zweibrücken will auf Klimawandel reagieren
Helfer für die Klimapolitik

Zweibrücken. (sf) „Der Klimawandel ist bei der Stadtplanung schon länger Thema“, sagt der Stadtplaner im Zweibrücker Bauamt, Harald Ehrmann. Bei den politischen Entscheidungsträgern sei es „noch nicht so angekommen“. Von Fritz Schäfer

Die vermehrte öffentliche Aufmerksamkeit, insbesondere durch die Fridays-for-Future Bewegung habe das Thema „auf die Tagesordnung gebracht“.

Und da habe sich durch das Projekt Klimawandel-Anpassungscoach eine Möglichkeit geboten, Unterstützung bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu bekommen. Das Büro Fries, das die beiden Projekte Soziale Stadt betreut, habe auf die Möglichkeit hingewiesen. Wegen der laufenden städtebaulichen Vorhaben passe das auch gut in die Stadt. Denn neben der Anpassung geht es bei dem Projekt auch um die Integration des Themas in die Verwaltungsabläufe.

„Das Ziel ist, Leitlinien für den Stadtrat zu erarbeiten“, erläutert Ehrmann bei einer Pressekonferenz der Stadtverwaltung. Zu einem Workshop im September seien neben der Bauverwaltung und Wirtschaftsförderung der Stadt sowie dem UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) auch externe Institutionen wie Nabu, Forst, Landwirtschaft und Vertreter der Fridays-for-Future Gruppe zusammengekommen, berichtet Barbara Kirsch-Hanisch vom Bauamt. In der nächsten Sitzung des Bauausschusses des Stadtrats am 26. November sollen „Eckpunkte“ vorgestellt und beraten werden.



Bei dem Workshop wirkte auch der Klimawandel-Anpassungscoach Christian Kotremba mit. Bei einer Messung durch den Deutschen Wetterdienst wurden bereits im August Klima- und Wetterdaten in der Stadt gesammelt (wir berichteten). Kirsch-Hanisch: „Das sind wertvolle Daten für uns.“

Anhand der aktuellen anstehenden Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gebiet Kirchberg in Ixheim verdeutlichte Ehrmann die Bedeutung der Daten. Bei einem Neubaugebiet müsse in Zukunft noch mehr auf Themen wie Durchlüftung des Gebiets geachtet werden. „Die Folgen der Bebauung insgesamt müssen berücksichtigt werden“, merkt Bauamtsleiter Christian Michels an. Dazu zählten Fragen der Zersiedelung oder des Schutzes der biologischen Vielfalt im jeweiligen Gebiet.

Als Ergebnis des Projekts soll nach den Worten Michels „eine Anpassungsstrategie“ erarbeitet werden, „um mit den Folgen des Klimawandels zu leben“.