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Serie Die Zweibrücker Oberbürgermeister-Kandidaten (Teil 5 von 6)
Mehr Grün für große Plätze

Klaus Peter Schmidt hätte sich für das frühere Parkbrauerei-Gelände einen Magnet für junge Menschen gewünscht.
Klaus Peter Schmidt hätte sich für das frühere Parkbrauerei-Gelände einen Magnet für junge Menschen gewünscht. FOTO: Jan Althoff
Zweibrücken. Klaus Peter Schmidt tritt zwar für die AfD an, betont aber, als Oberbürgermeister würde er neutral regieren. Mehr tun müsse die Stadt für junge Leute.

Mit 59 Jahren ist er der älteste der sechs Zweibrücker Oberbürgermeister-Kandidaten. Doch im Merkur-Gespräch stellt Klaus Peter Schmidt keine Senioren-Themen in den Vordergrund. Im Gegenteil: Am Beispiel des Ex-Parkbrauerei-Geländes verdeutlicht der AfD-Kandidat, es werde zu wenig für junge Leute in Zweibrücken getan.

Statt eines Hotels (das nur anderen Betten wegnehme) und einer weiteren Einrichtung für betreutes Senioren-Wohnen hätte er sich dort „einen Magnet für 18- bis 30-Jährige“ gewünscht, nämlich „einen internationalen Künstlertreff, ein Künstler-Café und Räume für jungen Bands“. Schmidt: „Es heißt oft, es sei ein Problem, dass es immer mehr ältere Leute in Zweibrücken gibt, ich bin ja auch einer. Aber dann muss man auch mal für junge Leute was tun!“ Schmidt ist zwar skeptisch, ob sich nach dem Verkauf durch die Parkbrauerei an den Investor noch etwas auf dem Gelände machen lässt. Als OB würde er aber auch prüfen, ob es andere geeignete Standorte gibt. Wenn Schmidt an die Parkbrauerei denkt, ärgert ihn noch etwas: „Bürgernähe – wo war die beim Bahnhof, bei der Brauerei, beim Evangelischen Krankenhaus (EvK), beim Flugplatz? Auf einmal hat’s in der Zeitung gestanden, was dort passiert, und keiner konnte vorher mitreden.“ Auch beim Projekt „Soziale Stadt“, das Schmidt an sich „phänomenal“ findet, kritisiert Schmidt: „Das wird nicht genug publik gemacht! Dann würden da mehr Bürger ehrenamtlich mitmachen.“

Seit der Krankenhaus-Schließung gibt es in Zweibrücken keine Geburtenstation mehr. Als OB würde er prüfen, „ob eine Neueröffnung machbar ist“. Wie soll das funktionieren, nachdem selbst das Nardini-Klinikum dies ablehnte? „Ich bin als OB-Kandidat Außenstehender und kenne nicht die Details“, antwortet Schmidt, „hätte ich Unterlagen wie Bürgermeister Gauf, könnte ich mich sofort äußern, so aber hat das keinen Sinn.“



Auch die Reaktivierung des Linienflugverkehrs ab Zweibrücken steht in Schmidts OB-Konzept. Er glaube, der für die Insolvenz verantwortliche EU-Kommissar habe die Infrastruktur-Vorteile des Flughafens nicht gekannt. Ein Oberbürgermeister habe zwar kaum Möglichkeiten, wieder für Urlaubsflüge zu sorgen – er wolle aber mit dem neuen Betreiber und dem Land reden „und prüfen, was man machen kann“. Dass die Stadt-Tochter Gewobau nun doch das Bahnhofsgebäude kauft, obwohl die Stadt dies lange abgelehnt hatte, beweise, „dass Vieles plötzlich doch erreichbar ist, wenn man Gespräche führt“.

„Zeit für Veränderung“, plakatiert Schmidt. Was will er noch verändern als OB? Es gebe kompetente Wirtschaftsvertreter in Zweibrücken, antwortet Schmidt. Mit denen wolle er reden, „warum die Stadt so in den roten Zahlen ist“ und was man dagegen tun könne. Spontan fallen ihm „unsinnige Dinge“ wie das Behördenzentrum Max 1 „mit einer horrenden Miete“ ein, zumal dort sowohl Parken als auch Behinderten-Zugang schwierig seien.

Verändern soll sich auch das Stadtbild: Schmidt möchte mehr Grün in der Fußgängerzone schaffen, vor allem auf dem Herzogplatz und auch Alexanderplatz. Beide seien (außer beim Samstagsmarkt auf dem Alex) meist ziemlich leer. Die „riesige gepflasterte Fläche“ auf dem Herzogplatz sei auch ökologisch schlecht: „Im Sommer heizt es sich dort stark auf.“ Er wolle aber „nicht einfach entscheiden, hier kommt ein Baum und und hier was anderes Grünes“ – er würde Fachleute und vor allem Bürger einbeziehen.

„Ich liebe das Miteinander, nicht das Gegeneinander“, antwortet Schmidt auf die Frage nach seinen Werten. Persönliche Erfahrungen hätten ihn auch zur AfD gebracht, obwohl er früher meist SPD wählte: „Ich bin in Zweibrücken zu Stammtischen verschiedener Parteien gegangen. Bei der AfD habe ich gleich am ersten Tag den guten Eindruck gehabt, als ob das Leute sind, die man schon lange kennt.“ Zur Flüchtlingspolitik der Bundes-AfD wolle er sich nicht äußern, zumal die Stadt keinen Einfluss auf den Zuzug von Flüchtlingen habe „und in Zweibrücken Ruhe und Frieden ist“. Ohnehin definiere er sich „als OB-Kandidat parteipolitisch neutral“, denn als Oberbürgermeister wäre er „als Staatsbediensteter verpflichtet, Amt und Mandat zu trennen, auch wenn andere Kandidaten das vielleicht nicht machen“.

„Kein Problem“ sieht Schmidt in seiner mangelnden Verwaltungserfahrung.Denn in der Stadtverwaltung gebe es sehr viele gute Fachkräfte, von denen er lernen und vor Entscheidungen intensiv diskutieren wolle. „Kurt Pirmann war früher Maschinenschlosser bei John Deere“, erinnert Schmidt.