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Serie Kitas in Zweibrücken
Viel Freiheit für die Kleinen

Die Kleinen in der Kinderkrippe Klitzeklein freuen sich über selbst gebackene Kekse.
Die Kleinen in der Kinderkrippe Klitzeklein freuen sich über selbst gebackene Kekse. FOTO: cvw
Zweibrücken. In den Zweibrücker Kindertageseinrichtungen werden die Weichen für den Nachwuchs mitgestellt. Und das überall mit anderen Schwerpunkten und Besonderheiten. In einer Serie stellt der Merkur die rund 20 Einrichtungen in der Rosenstadt vor. Heute: die städtische Kinderkrippe Klitzeklein. Von Cordula von Waldow

In der städtischen Kinderkrippe „Klitzeklein“ dürfen die Kinder der Wichtel- und der Zwergengruppe in einem offenen Konzept selbst aussuchen, wo und mit wem sie gerade spielen mögen.

Die beiden Räume in der ehemaligen Wohnung in der Ontario-Straße, in der die Krippe erst seit diesem Frühjahr untergebracht ist, sind unterschiedlich gestaltet. In dem größeren Bewegungsraum ist mehr Platz und zum Beispiel auch eine Kletterwand installiert. Der kleinere Raum bietet dafür gemütliche Kuschelecken. „Die Kinder regeln das ganz nach ihren Bedürfnissen und knüpfen so auch schnell neue Kontakte“, beobachtet Krippenleiterin Silvia Deiler. Sie empfänden die gesamte Gruppengemeinschaft der insgesamt 20 Kinder zwischen einem und drei Jahren als Freunde und sorgten sich auch umeinander. „Die Größeren helfen von selbst den Kleineren. Und viele fragen, wenn jemand fehlt“, berichtet Silvia Deiler. Bereits die Kleinsten wüssten dann, dass sie dessen Becher nicht auf den Esstisch stellen brauchen.

Von Anfang an helfen sie beim Tischdecken und kennen ganz genau die Zuordnung der individuellen Becher. Solche „lebenspraktischen Übungen“ fördern so spielerisch die Entwicklung. Das sechsköpfige pädagogische Team verfügt über diverse Zusatzqualifikationen von der Heilerpädagogik bis hin zur Kleinstkindpädagogik. Davon profitieren auch die Praktikanten, die in der Kinderkrippe „Klitzeklein“ ausgebildet werden.



Die Erzieherinnen nehmen sich viel Zeit für die Kinder, besonders auch beim Wickeln, und geben ihnen bei Bedarf ausgiebige Kuscheleinheiten. „Man muss als Erzieher wach sein: Wo steht das Kind? Was braucht es von mir?“, beschreibt die Krippenleiterin die Philosophie. Kinder beschäftigen sich am liebsten mit Dingen, die sie gut können. Diese Stärken werden gefördert und das Kind bei Unsicherheiten in anderen Bereichen unterstützt.

Motivation steht bei der kreativen und individuellen Betreuung an erster Stelle. Ein häufiger Satz ist: „Wenn Du noch ein bisschen übst, schaffst Du das auch bald.“ Das gilt beispielsweise, wenn ein Kind oben auf das Kletterhaus in dem weitläufigen Freigelände gesetzt werden möchte. „Nur wer rauf kommt, kommt auch wieder runter“, erklärt Silvia Deiler, weshalb sich die Kinder ihre Fähigkeiten selbst erarbeiten dürfen, statt einfach geholfen zu bekommen. Dabei werden auch Emotionen respektiert. Ein Kind habe das Recht, auch einmal traurig zu sein.

Besonders gerne machen die Kleinen Musik, singen, klatschen, tanzen und nutzen die Orffschen Rhythmus-Instrumente. Sie kennen genau die liebevoll gestalteten Liedkärtchen, die sie ziehen dürfen, um das nächste Stück zu bestimmen. „Das fordern sie sich ein“, sagt die Pädagogin mit einem Lachen.

Das Angebot in der Kinderkrippe Klitzeklein richtet sich nach den Jahreszeiten: Im Sommer wird viel draußen gespielt, im Winter kommt der Wassertisch zum Planschen zum Einsatz.