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Landgestüt
Kindergarten-Neubau hilft Landgestüt

Das Landgestüt wird von mehreren Trägern gestützt.
Das Landgestüt wird von mehreren Trägern gestützt. FOTO: Landgestüt / dpa
Zweibrücken. Stiftungsrat und Ältestenrat des Stadtrats wurden über den Zukunftsplan der Einrichtung informiert. Von Fritz Schäfer

Das Zweibrücker Landgestüt ist weiter auf der Suche nach Geldquellen, um die über 260 Jahre alte Einrichtung am Leben zu halten. Nach einer gemeinsamen Sitzung des Stiftungsrats und des Ältestenrats des Stadtrats war Bürgermeister Christian Gauf (CDU) optimistisch, dass es mit dem Landgestüt weitergeht. Die Entscheidung des Bezirksverbands Pfalz, die Stiftung jährlich mit 80 000 Euro zu unterstützen (wir berichteten) und das Gespräch mit Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) nähren die Zuversicht des Bürgermeisters.

„Aber die Stadt hat auch noch Aufgaben zu erledigen“, merkte Gauf in einem Pressegespräch an. So soll der frühere Sportplatz zwischen Festhalle und Gestütsgelände genutzt werden. Dazu wurde den Stadträten ein „Grobentwurf“ für eine viergruppige Kindertagesstätte vorgelegt. Bis Mitte der kommenden Woche sollen die Fraktionen mitteilen, ob sie den Entwurf mittragen können. 4000 der 12 950 Quadratmeter großen Sportplatzfläche werden nach Auskunft des Bauamtsleiters Christian Michels für den Kindergarten benötigt. Das Land habe „grundsätzlich die Nutzbarkeit als Kindertagesstätte“ bestätigt, sagte Gauf.

„Der Kindergarten stört den Betrieb des Gestüts nicht. Das ist kein Fremdkörper“, sagte der Geschäftsführer der Landgestüt GmbH, Alexander Kölsch. Im Gegenteil. Ein Kindergarten am Landgestütsgelände bietet gute Möglichkeiten für „Leuchtturmprojekte“ mit Kindern. Solche Kooperationen scheitern sonst am Transport der Kinder zum Landgestüt.



Der Kämmerer der Stadt, Julian Dormann, bezifferte den Finanzbedarf für die Stiftung zwischen 150 000 bis 200 000 Euro jährlich. Für die Stiftung, der die Gestütsanlage mit Gebäuden und Rennwiese gehört, werden zum Erhalt der Liegenschaft zwischen 100 000 und 125 000 Euro benötigt. Mit der Zuwendung des Bezirksverbands und Pachteinnahmen ist der Betrag „aus derzeitiger Sicht gesichert“. Zumal sich die Anlagen nach den Investitionen in Höhe von 2,3 Millionen Euro in den letzten zehn  Jahren „im Moment in einem guten Zustand befinden“.

Schwieriger sieht es bei der GmbH aus, die das Gestüt im Auftrag der Stiftung betreibt. Nach dem Auslaufen des Landeszuschusses Ende 2017 kalkuliert Dormann mit einem Bedarf von 65 000 bis 75 000 Euro jährlich. „Da ist eine Schwarze Null unser Ziel“, sagte Gauf. Das habe man auch beim Gespräch mit Wissing geäußert. Dormann wies darauf hin, dass bei Übernahme des Landgestüts durch die Stiftung vor zehn Jahren der Verlust zwischen 400 000 und 500 000 Euro betragen habe.

Mit dem Kindergarten sollen 5000 bis 8000 Euro Erbpachtzinsen eingenommen werden. Weiteres Geld soll vom Land kommen. „In dem Gespräch hat der Minister nichts versprochen“, sagte Gauf. „Ich bin aber vorsichtig optimistisch.“ Vor einer Entscheidung über eine Unterstützung möchte das Ministerium ein Gesamtkonzept und inwiefern der Kindergarten „konsensual“ umsetzbar ist.

Zum Zukunftskonzept wollte Kölsch zuerst das Ministerium informieren. Es gehe in die Richtung, Veranstaltungen, die „betriebswirtschaftlich gut funktionieren“ weiterzuentwickeln und weitere anzubieten.

Gauf kündigte an, dass die Stiftungssatzung mit Blick auf die Bezirksverbands-Förderung geändert werde. So soll ein Vertreter des Bezirksverbandes in den bisher dreiköpfigen Stiftungsvorstand mit dem Oberbürgermeister als Vorsitzenden. Auch in dem bisher siebenköpfigen Stiftungsrat soll der Bezirksverband Sitze bekommen.