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Kinderärzte strecken Impfpläne

 Der Zweibrücker Kinderarzt Christian Neumann hält die Impfmüdigkeit für eine größere Gefahr als den derzeitigen Impfstoff-Engpass. Foto: pma/voj
Der Zweibrücker Kinderarzt Christian Neumann hält die Impfmüdigkeit für eine größere Gefahr als den derzeitigen Impfstoff-Engpass. Foto: pma/voj FOTO: pma/voj
Zweibrücken. Der Lieferengpass bei Impfstoff für Kinder macht sich auch in Zweibrücken bemerkbar. Grund zur Panik besteht jedoch nicht, sagen die Kinderärzte. Für Erstimpfungen ist genug Serum vorhanden. Von Merkur-Mitarbeiter Fritz Schäfer

"Es besteht kein Grund zur Panik", betont der Zweibrücker Kinderarzt und Pressesprecher des Landesverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Christian Neumann. "Wir haben noch eine ausreichende Menge Impfstoff, damit alle Kinder in Zweibrücken einmal gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken geimpft werden können." Hintergrund ist die Information der Kommission für Infektionskrankheiten und Impffragen der Deutschen Akademie für Kinder und Jugendmedizin (DAKJ), dass es in Deutschland häufiger Probleme beim Impfstoff-Nachschub gebe (wir berichteten).

Diese Probleme bestätigt auch Neumann. Grund sei der kurzfristige Ausfall des Herstellers des Verbundimpfstoffs für Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Ein zweiter Impfstoffhersteller habe nicht genügend Kapazität, um den Engpass auszufüllen.

Die beiden Zweibrücker Gemeinschaftskinderarztpraxen Christian Neumann/Harald Schönhofen sowie Michael Franck/Sabine Moser haben sich nach Auskunft Neumanns darauf verständigt, dass alle Kinder eine Erstimpfung gegen die Krankheiten erhalten. "Damit sind alle Kinder zumindest einmal geimpft", sagt Kinderarzt Michael Franck. Auffrischungsimpfungen würden erstmal geschoben. "Das ist aber kein Problem", sagt Neumann. "Erst wenn der Engpass länger anhält." Nach seinen Informationen geht der Kinderarzt davon aus, dass der Hersteller spätestens nach einem Vierteljahr wieder liefern könne. "Es ist schon ärgerlich für Eltern, wenn eine Impfung verschoben wird", sagt Franck.

Ein größeres Problem ist nach Meinung Neumanns aber die "zunehmende Impfmüdigkeit. Wenn es zu vermehrtem Auftreten der Kinderkrankheiten kommt, dann deswegen und nicht wegen des Impfstoff-Engpasses." Wobei Zweibrücken eine "sehr gute Durchimpfungsquote" habe, wie Christian Neumann sagt. Vor einem Jahr hatte Zweibrücken laut einer Studie die höchste Quote (wir berichteten). Als Grund nannte die Gesundheitsbehörde des Kreises die Bemühungen der Zweibrücker Kinderärzte. Allein Neumann/Schönhofen impfen täglich 60 bis 70 Kinder.