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kfd Zweibrücken ganz närrisch
Gottes größte Fehlkonstruktion auf Erden

 Nicht nur Pointen gab es beim Faschingsfest der kfd, sondern auch eine zünftige Polonaise.
Nicht nur Pointen gab es beim Faschingsfest der kfd, sondern auch eine zünftige Polonaise. FOTO: Cordula von Waldow
Zweibrücken. Die katholischen Frauen zogen bei ihrem bunten Faschingsnachmittag vor allem die Männer, doch auch sich selbst durch den Kakao. An dem närrischen Spaß im Pfarrheim beteiligten sich auch Kinder und Senioren. Von Cordula von Waldow

„Vor dem Feiern wird gebetet, schließlich sind wir die kfd“, erklärte Maria Rimbrecht von der noch von den kfd-Veranstaltungen geschmückten Bühne im Pfarrheim Heilig Kreuz. Dabei hatte die Vorsitzende ihre gut 60 Närrinnen und Narren als Hippiemädchen mit karnevalistischen Reimen zu der Faschingsfeier des Katholischen Frauenkreises begrüßt. Zu ihrer Freude kamen viele von außerhalb, als Bekannte oder weil sie es im Pfälzischen Merkur gelesen hatten. In diesem Jahr hatten die Frauen beschlossen, selbst in die Bütt zu steigen und einen bunten Nachmittag zu gestalten.

Walter Rimbrecht sorgte für die professionelle Beschallung und sorgte mit typischen Karnevalsliedern wie „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“, dem Narrhalla-Marsch zum Einzug und dem Tusch hinter den Pointen für beste Stimmung. Blumenmädchen und Gärtnerin, feine Damen mit eleganten Hüten und Federboas, hawaiianische Blumenketten und lustige Hütchen ergaben ein farbenfrohes Bild an den mit Luftschlangen geschmückten Tischen. Im Anschluss an das närrisch-fromme Gebet von Brigitte Burkhardt mit Herzschleierhütchen, ging es in die Pirminius-Schule. Lehrerin Monika Stock hatte ihre liebe Not mit ihren Schülern. Einer Schülerin hatte sie eine Tracht Prügel versprochen, sollte diese entgegen ihrem Pünktlichkeits-Versprechen zu spät kommen. „Machen Sie sich nichts draus“, beruhigte die junge Dame. „Ich habe mein Versprechen nicht gehalten, also brauchen sie ihres auch nicht zu halten.“ Pointe um Pointe ging es quer durch alle Fächer.

Dann musste auf der Bühne und im Saal erst einmal gereinigt werden. Putzfrau Sabine Weigel mit Kittelschürze, Turban um die hochgesteckten Haare und Wischmop, berichtete von ihrem Leben als Putzfrau. Dabei sei sie in „artgerechter Haltung“ aufgewachsen: in einer Schuhfabrik und ihre Mutter stamme aus einer Winzerfamilie. „Schuhe satt und Prosecco von Kindesbeinen an“, strahlte sie und prostete dem Publikum zu. Sie wolle jetzt in ihrem Alter auch nicht mehr „voll schaffen“ und habe festgestellt: „Nüchtern geht es auch“. Auf ihre Frage, was sie denn tragen könne, um für ihren Mann wieder attraktiv zu sein, kam als Antwort: „einen Bierkasten“.



Auch Maria Rimbrecht als „Lisa très chique“, berichtete von ihrer verzweifelten Suche nach dem richtigen Mann. Immer, wenn sie glaubte, ihren Traummann am Wickel zu haben, entpuppte er sich als Enttäuschung. „Vielleicht ist er ja hier im Raum? Meine Tür steht immer offen“, ließ sie unter großem Gelächter wissen. Monika Stock berichtete von ihren Erlebnissen als Oma. Nicht nur, dass Frau dann mit einem Opa im Bett liege. Als Mutter war sie Chefin der Familie, wurde verwöhnt und alle hörten aufs Wort. Doch kaum war das Enkelchen da, drehte sich alles nur ums Kind. Mit viel Lokalcholorit beschrieb sei ihren Zug durch die Metzgereien, wo die „Worscht“ fürs Kind das zweite Frühstück sicherte, und vom Spiel am Wasserspielplatz mit Rast im künftigen AWO-Café.

Die Frusttirade von Brunhilde Adam im silbernen Glitzeranzug mit Zylinder auf die „Männer, Gottes größte Fehlkonstrukiton auf Erden“, endete versöhnlich. „Was wären wir ohne sie. Wir lieben sie ja doch!“ stellte sie unter rauschendem Beifall fest. Zwischendurch gab es Kaffee und Berliner und eine muntere Polonaise, angeführt von der Jugend.

So gefiel Doris Wenzel auch besonders gut, dass die Generationen bei der lustigen Veranstaltung zusammen feierten. Auch Gerd Kießling war voll des Lobes. „Es hat mir sehr gut gefallen und viel Spaß gemacht.“ Für das kommende Jahr überlegen die Frauen, ob sie am Faschingsumzug mitlaufen wollen: Als Bienen, um auf den Umweltschutz aufmerksam zu machen.