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Rischweiler Kerwe
Wenn der Bär steppt

Der Strauß kommt! Bergauf Richtung Sportheim, unterstützt von der Guggemusik, kamen die Straußbube  mit dem gewaltigen Kerwestrauß ganz schön ins Schwitzen.
Der Strauß kommt! Bergauf Richtung Sportheim, unterstützt von der Guggemusik, kamen die Straußbube mit dem gewaltigen Kerwestrauß ganz schön ins Schwitzen. FOTO: Volker Baumann
Rimschweiler. Rimschweiler feiert Kerb mit Straußbuben, Umzügen, Kerbetanz und Kerberede. Von Fritz Schäfer

Einmal im Jahr steppt in Rimschweiler „ganz scheen de Bär“, verkünden die Kerberednerinnen und -redner Meike Weinmann, Lara und Benny Bastian vom Dach der Turnhallengaststätte. Es sei noch nicht einmal das Fest, das das Besondere des „geilschden Volksfeschds“ ausmache. „Sondern die Leit, die dort lewe. Obs die Wertsleit sin, die Straußbube, die alte Säck, oder enfach nur all die, die Luschd han zu feiern, erschd die mach die Kerb zu was besonnerem.“

Und das zeigten die vielen Rimschweiler nicht nur bei der traditionellen Kerberede am Sonntag. Bereits am Samstagabend standen wieder über 1000 Zuschauer beim Fackelumzug am Straßenrand oder feierten im Hof oder auf dem Balkon ein Kerbefest. Beim Umzug hatten sich die Straußbuben und der Obst- und Gartenbauverein der OB-Wahl gewidmet. Dabei haben die Straußbuben anerkannt, dass die Kandidaten „in der Regel all motiviert“ sind.

Die ehemaligen Straußbuben zogen als alte Seilschaft durchs Dorf. Die Fußballer des TuS feierten die Tabellenführung in der C-Klasse West. Mit dabei waren auch die Straußbubenkolleginnen und –kollegen aus Hengstbach, Hornbach, Riedelberg, Einöd, Mauschbach und Großsteinhausen sowie Spacelight. Begleitet wurde der Umzug von Gugge-mol-rinn aus Völklingen. Nach dem Umzug steppte der Bär in der Turnhalle, wo Fly over X einheizten.



Bei der Kerberede meinten die drei Redner, dass man das Gefühl habe, „die probiere sich jedes Johr mit ihre Aktione un Fehltritte zu ibbertreffe“. Und von diesen Aktionen erzählten die drei unter dem Lachen und dem Applaus der Zuhörer. Dabei trugen sie die ein oder andere Geschichte auch in Liedform vor.

So wussten sie, dass es im Ort einige Autofahrerinnen und –fahrer gibt, die das nicht können. Eine fuhr in Wattweiler an eine Leitplanke. Eine andere raste mit ihrem Auto durch Contwig und wurde dabei geblitzt. Ein anderer fuhr in eine Absperrung am Nagelwerk, stellte sein Auto dann in den Birkhausen und wurde dennoch von der Polizei besucht. Den dreien gaben die Kerberedner mit: „In Zukunft losse na enfach des Auto stehn, un benutze besser eier gesunde Been.“ 

Berichtet wurde auch von einer Hecke, die in der Silvesternacht durch einen Böller in Flammen aufging und einen Feuerwehralarm auslöste. Ein Rimschweiler musste erfahren, dass auch FCK-Fans im Paulaner Biergarten reservieren müssen, um einen Platz zu bekommen. Dessen Hinweis, dass der „FCK-Fanclub wischdischer“ ist als eine Meisterschaftsfeier des FC Bayern half nicht weiter.

„Unn wann wird es Bumbheisje sanniert?“, fragen sich nicht nur die Rimschweiler Straußbuben. So gingen die Redner auch dieser Frage nach, was ein Unternehmer aus dem Dorf aus der ehemaligen Pumpstation der US-Streitkräfte macht. Sollte es ein neuer Schrottplatz werden, eine Oldtimersammlung, ein Gebrauchtbaustoffhandel, ein Frischholzhandel oder sollte es „als echtes Schnäppsche“ sogar verkauft werden.

Mit ihren Anmerkungen über den Überflieger und die Ixheimer Straße schauten die Rimschweiler Kerweredner auch über die Ortsgrenzen hinaus, auf Verkehrsprojekte in der Stadt. Die Leute aus den Nachbarstädten seien scheinbar „total baff von so viel professioneller Planung“.