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Kerwe in Ernstweiler
OB-Wahl liefert Stoff für die Kerwerede

Eine stimmungsvolle Kerwe feierten an diesem Wochenende die vielen Ernstweiler Straußmädels und Straußbuben zusammen mit ihren Gästen.
Eine stimmungsvolle Kerwe feierten an diesem Wochenende die vielen Ernstweiler Straußmädels und Straußbuben zusammen mit ihren Gästen. FOTO: Norbert Schwarz
Zweibrücken. In Ernstweiler wird seit Samstag bei bestem Wetter gefeiert. Heute Abend wird vor der Kirche der Hammel ausgetanzt. Von Norbert Schwarz

Die Kerwetage in Ernstweiler hielten, was man sich von ihnen versprach. Begünstigt durch einen „Goldenen Oktober“ kam die vielen Feiernden voll auf ihre Kosten. Bei fast sommerlichen Temperaturen wurde mit dem Fackelumzug am Samstag ein erster Höhepunkt gefeiert, dem sich nahtlos ein buntes, farbenprächtiges Feuerwerk und eine lange Tanznacht am Festzelt anschlossen. Heute geht es beim Hammeltanz rund.

Nach diesem furiosen Auftakt mussten die Kerwefeiernden nicht lange auf die nächsten Kracher warten. Die rund 30 Straußmädels und -buben begaben sich bereits zur Mittagszeit auf den Zug durch die Vorortgemeinde. Gleich drei Kerwesträuße hatten sie dabei, beim Gasthaus Beisl und Alt Ernstweiler wurde je ein bunter Bänderstrauß angesteckt und der dritte später in der Bautzenbach getauft. „Endlich Kerweredd, ess gebt viel zu erzähle – Julian, sah mol, warschd Du schon wähle“, meinte Simon Nikolaus zu seinen Gegenüber Julian Wilhelm. In passender Kleidung, Frack und Zylinder, hielten sie eine flammende Kerwerede. „Nadierlich war ich wähle, direkt heut morge, mach dir mol um mich kenn Sorge…“ Klar, dass für die beiden Frühwähler damit das kommunalpolitische Großereignis Stichwahl fast schon abgehakt war, zumal sie wussten, wie der weitere Verlauf im Rathaus sei: „Jawohl, jetzt mol Richtung Ernstweila, es Wahlergebnis is jo eh erschd heit Owend klar, hier gebbds uff jede Fall e große Sause, egal wer jetzt demnächst is im Rathaus zuhause…“.

Ans „Eingemachte“ aber ging es wenig später, als die eigenen Mitstreiter auf die Schippe genommen wurden. Etwa Tine Dahler welche statt Wärmflasche das teure Handy in die Mikro schob, Andy Bergmann welcher sich im fremden Schlafzimmer verirrte oder Eike Mache, welcher mangels fehlendem Sprit auf einer großen Brücke zwischen Deutschland und Frankreich eine Notpause einlegen musste und dafür von nicht wenigen Verkehrsteilnehmer heftig beschimpft wurde. Mirko Tüllner, der Hotelfluter auf Mallorca zählte ebenso dazu wie Ernie Freyler. War es beim letzten Mal noch die Weinfahrt an die Mosel gewesen, bekamen jetzt alle das Malheur von der Reise in die Vorderpfalz zu hören. Geschichten aus der Vorstadtgemeinde gab es auch. Wurde im letzten Jahr noch das Desaster um die Wirtshäuser in Ernstweiler beklagt hieß es jetzt: „Es is net zu toppe, innerhalb von enem Johr so e Wandel im Ernstweiler Gaststätte-Handel.“



Heute Abend um 17 Uhr wird bei der Christuskirche der Hammel ausgetanzt und am Mittwoch dann ist mit der Kerwe in Ernstweiler Schluss. Sie wird, ganz wie es die Tradition will, zu Grabe getragen und erst im kommenden Jahr wieder hervorgeholt.