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39. Zweibrücker Stadtfest
Karthaus im Koffer

Kofferquiz beim Stadtfest: Urgestein Fritz Presl mit Antonio Cipolla
Kofferquiz beim Stadtfest: Urgestein Fritz Presl mit Antonio Cipolla FOTO: Volker Baumann
Zweibrücken. Mit dem traditionellen Quizspiel wurde gestern Abend das 39. Zweibrücker Stadtfest eröffnet. Die neue Attraktion öffnet im September. Von Fritz Schäfer

„Zwei Kubikmeter Zweibrücker Luft.“ Mehr verrieten die Feuerwehrleute nicht auf die Frage, was denn in diesem Jahr im Koffer steckt. Das Kofferspiel gehört „seit der zweiten oder dritten Auflage zum Zweibrücker Stadtfest“, verriet dagegen der Erfinder des „Fest der Feste“, Fritz Presl. Auch beim 39. Mal wusste Presl, was im Koffer ist. „Ich bin aber zur Verschwiegenheit verpflichtet“, sagte er allen Nachfragenden mit einem Schmunzeln. So mussten die hunderte Leute auf dem Alexanderplatz mit den Hinweisen des Leiters des Zweibrücker Kultur- und Verkehrsamtes, Thilo Huble – der das Fest jetzt schon seit 25 Jahren organisiert – warten. „Im Koffer ist eine Person mit einem Gegenstand. Die Perrson und der Gegenstand stehen für das gesuchte Etwas“, war der erste Tipp. „Was soll das sein?“, fragten sich die Mitrater nicht auf – sondern um den Alexanderplatz. Denn bei dem kurz nach 18 Uhr gestarteten Quizspiel suchten die Besucher noch die schattigen Plätze unter den Sonnenschirmen. Der Platz in der Mitte blieb noch leer.

Der Hinweis, dass es sich um ein im Bau befindliches Gebäude handele, ließ bei einigen den Groschen fallen. Dass das Gebäude auf dem Gelände des Flugplatzes errichtet werde, quittierten schon viele mit: „Das häschte net sahn misse“. Da waren erst zweieinhalb Minuten rum, eine Auflösung in Rekordzeit drohte. „Jetzt muss ich noch viel reden, ohne was zu sagen“, schmunzelte daher der Kulturamtsleiter.

Doch es gab noch viele Zuschauer, denen erst der Hinweis, dass es sich beim Gegenstand um einen Helm, „aber keinen Fahrradhelm“ handele, auf die Sprünge half. Noch in den letzten Sekunden liefen einige eiligen Schrittes Richtung Bühne, um ihren Tipp abzugeben. Dann kam der große Moment der Auflösung: Der Investor Antonio Cipolla, ausgestattet mit einem Held und in Lederkombi, entstieg dann der Kiste.



„Es war ganz schön heiß“, sagte Cipolla lachend. Er errichtet derzeit in der Nähe des Fashion Outlets ein Karthaus. „Mitte September wollen wir öffnen.“ Auf der 400 Meter langen Strecke können dann Motorsportbegeisterte dem Hobby in Zweibrücken frönen. „Gute Fahrer schaffen die Strecke in 30 Sekunden“, schätzte Cipolla. Eines seiner Fahrzeuge wurde beim Stadtfest an der Einmündung der Hauptstraße in den Alexanderplatz vorgeführt.

„Das ist schon was für mich“, meinte Rosenkönigin Dina Beckmann, die mit Huble das Kofferspiel präsentierte, anerkennend. Bevor Bürgermeister Christian Gauf zu einem Rundgang über die Partymeile startete, wünschte die Rosenkönigin den Gästen noch „ganz viel Spaß“. Während Dina I. bereits zum zweiten Mal bei der Eröffnung auf der Bühne stand, war es für den Bürgermeister die Premiere. „Das ist eine Ehre für mich“, sagte Gauf. Er ergänzte: „Beim Stadtfest kommen viele Zweibrücker in ihre Heimatstadt, um sich mit Leuten zu treffen, die sie sonst nicht sehen“, nannte Gauf einen Aspekt der Veranstaltung. Dabei kämen die Leute aus ganz Deutschland. Zum Beispiel schon seit Jahren die Freunde aus der Partnerstadt Boulogne-sur-Mer, die auf dem Stadtfest Meeresfrüchte anbieten.

Bei seinem Rundgang um 19 Uhr kam Gauf mit seinen Begleitern aus Politik und Gesellschaft noch gut durch die Fußgängerzone. Gegen 22 Uhr war es da schon schwieriger. Zu dem Zeitpunkt standen die Besucher auch vor den neun Bühnen des Stadtfestes, um den Bands zu lauschen oder mitzutanzen. Schmerzlich vermisst wurde lange der angekündigte Blutmond. Der war nämlich vom Stadtfest aus nirgends zu sehen, weil er wohl zu flach am Himmel stand. „Dann schaue ich ihn mir halt vom Riesenrad an“, war von vielen Stadtfest-Besuchern zu hören. Sie suchten aber vergeblich – denn anders als in den Vorjahren gibt es diesmal kein Riesenrad.

Heute wird das Stadtfest fortgesetzt. Dabei bekommen die Besucher von den insgesamt rund 50 Bands wieder ganz unterschiedliche Musikstile geboten. „Das ist ein weiterer Grund für die Attraktivität des Stadtfestes“, betonte Huble. Nicht nur er feiert beim Stadtfest Jubiläum. Auch die Zweibrücker Kultband Sin City feiert am Samstagabend auf der Rockbühne an der früheren Feuerwache ihr 25-jähriges Bestehen.

Volles Haus: Zehntausende Stadtfestbesucher genossen das Fest bei hochsommerlichen Temperaturen in vollen Zügen, hier auf dem Alexanderplatz.
Volles Haus: Zehntausende Stadtfestbesucher genossen das Fest bei hochsommerlichen Temperaturen in vollen Zügen, hier auf dem Alexanderplatz. FOTO: Volker Baumann