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Festival Euroclassic
Lieder von Liebe und Schmerz

 Die Mitglieder der polnischen Folkgruppe Karczmarze gaben bereits über 350 Konzerte in ganz Europa.
 Die Mitglieder der polnischen Folkgruppe Karczmarze gaben bereits über 350 Konzerte in ganz Europa. FOTO: Maria Schabert
Zweibrücken. Die Band Karczmarze spielte im Rahmen des Festivals Euroclassic in Zweibrücken polnische Folklore. Von Maria Schabert

Das Trio Karczmarze führte sein Publikum am Samstagabend durch das leidenschaftliche Leben in den Bergen der polnischen Karpaten mit all seinen Facetten. Ursprünglich wäre an diesem Abend das Krakauer Trio Cynamon zu Gast in Zweibrücken gewesen, das jedoch aufgrund von Erkrankung nicht konzertieren konnte. Stattdessen wurde der gesamte Herzogsaal von der polnischen Folk-Gruppe aus Rzeszów in ein gemütliches Wirtshaus in den Bergen verwandelt.

Hans Bollinger, Leiter des Vereins „Begegnungen auf der Grenze“, versprach ein Konzert von „höchster Perfektion“ und hatte damit recht. Die drei Studienfreunde beherrschten ihre Instrumente, spielten erst langsame, melancholische Melodien, wurden dann immer schneller, steigerten sich in Rhythmik und Tempo. Dabei folgten Tomasz Pisania am Akkordeon und Lukasz Cycak am Kontrabass konzentriert der Leitung Tomasz Pyziks an der Geige. Ihre Augen waren stets auf ihren Kollegen gerichtet, der ganz nach Gefühl die Geschwindigkeit sowie Intensität des jeweiligen Stücks zu ändern wusste. So entstand ein dynamisches, genau aufeinander abgestimmtes und doch spontanes Zusammenspiel.

Die Leidenschaft mit der gespielt und gesungen wurde, war geradezu ansteckend. Man mochte singen, tanzen und klatschen und zugleich war man zu Tränen gerührt, sobald an der Geige herzzerreißende Melodien erklangen. Die Stimmen wussten zu beeindrucken. Und wenngleich alle Lieder ähnlich klangen, bewiesen die Künstler das Talent, jedes einzelne Stück auf eine gewisse Art besonders zu gestalten. Sei es durch das Zupfen der Geige und des Kontrabasses oder durch das Spielen der Geige als sei sie eine Gitarre – irgendeine Kleinigkeit war immer anders und außergewöhnlich. Das machte das Konzert spannend und interessant.