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Terror-Prävention
Kameras und Sperren schützen Umzug

Neben quer stehenden Lastern setzt die Stadt in ihrem Sicherheitskonzept für den Umzug auch auf solche Betonwände als Sperren. Beim Straßentheater-Spektakel kamen diese 2017 erstmals auf dem Alexanderplatz (Foto) ebenfalls zum Einsatz. Beim Umzug muss der Alex allerdings nicht derartig geschützt, weil rund um diesen Platz (anders als beim Straßentheater) kein Verkehr fließt.
Neben quer stehenden Lastern setzt die Stadt in ihrem Sicherheitskonzept für den Umzug auch auf solche Betonwände als Sperren. Beim Straßentheater-Spektakel kamen diese 2017 erstmals auf dem Alexanderplatz (Foto) ebenfalls zum Einsatz. Beim Umzug muss der Alex allerdings nicht derartig geschützt, weil rund um diesen Platz (anders als beim Straßentheater) kein Verkehr fließt. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Der Fastnachtsumzug morgen in Zweibrücken steht unter besonderem Schutz. Die Polizei setzt auf fest installierte Kameras und Beamte mit Bodycams. Und die Stadt stellt erneut Straßensperren auf. Von Mathias Schneck

Narren feiern gerne unbeschwert. Sie wollen ausgelassen sein, essen und trinken, ihre Sorgen vergessen. Doch ganz ohne Sorgen geht es bei Großveranstaltungen in Deutschland nicht mehr. Das gilt auch für den traditionsreichen Fastnachtsumzug in Zweibrücken. Wenn sich der närrische Lindwurm am morgigen Dienstag ab 14.11 Uhr an der Festhalle in Bewegung setzt, soll alles gut gehen. Die Stadtverwaltung und die Polizei haben sich deshalb in den vergangenen Wochen reichlich Sorgen gemacht, damit die Narren möglichst sorgenlos feiern können.

„Auch dieses Jahr greift wieder das Sicherheitskonzept der Stadt“, erklärt Matthias Mahl, Leiter der Polizeiinspektion Zweibrücken, auf Merkur-Anfrage. „Wir haben eine veränderte Sicherheitslage“, macht Mahl deutlich, dass die Beamten bei Großveranstaltungen in der Rosenstadt ganz genau hinschauen. Eine wichtige Maßnahme: „Es sind Beamte mit Bodycams unterwegs.“ Diese Bodycams, also Kameras, die am Körper getragen werden, seien allerdings nichts, was nur beim Fastnachtsumzug zum Einsatz komme. Mahl: „Wir setzen diese Bodycams generell ein, diese Beamten sind dann besonders gekennzeichnet, die Bürger sollen erkennen können, dass es sich hier um ,Videobeamten’ handelt.“

Nicht nur am Körper werden Kameras eingesetzt. Die Beamten setzen dieses Jahr auch auf zwei fest installierte Kameras. Eine davon wird am ZOB (Zentraler Omnibusbahnhof) angebracht, eine kommt laut Mahl im Bereich der Maxstraße zum Einsatz. Wie viele Beamte in Zweibrücken unterwegs sein werden, will der Inspektionsleiter nicht preisgeben: „Über Stärken reden wir nicht!“ Mit Blick auf die vergangenen Umzüge sagt Mahl: „Bislang ist unser Konzept aufgegangen.“ So solle es auch in diesem Jahr sein – in Zusammenarbeit mit dem Rathaus.



Die Stadtverwaltung hat sich ebenfalls schon reichlich Gedanken über den Schutz des Umzuges gemacht. „Das Sicherheitskonzept, das wir haben, wurde 2017 noch einmal verschärft“, deutet Braun an, dass die Stadt versucht, alle Eventualitäten zu berücksichtigen. Ein wichtiger Sicherheitsaspekt ist: „Zwischen 13 und 20 Uhr herrscht im gesamten Bereich der Innenstadt ein Fahrverbot für Lkw“, so Braun. Die Stadt habe dies bereits wiederholt kommuniziert, unter anderem hängen an vielen Straßen Ankündigungs-Schilder. Der Stadtsprecher hofft deshalb, dass nun alle betroffenen Speditionen davon Kenntnis genommen haben. „Letztes Jahr beim Umzug waren einige Brummifahrer erstaunt, dass es dieses Fahrverbot gibt“ blickt Braun zurück. Weiter gelte: „Ab zwölf Uhr herrscht im gesamten Bereich der Streckenführung absolutes Halteverbot. Das gilt auch für die Parkstreifen entlang der Saarlandstraße und die Parkplätze an der Festhalle.“ Bei Zuwiderhandlungen werde die Stadt nicht lange fackeln und abschleppen, warnt der Sprecher.

Der Umzug starte an der Festhalle, von dort gehe es in die Dr.-Ehrensberger-Straße in Richtung Saarlandstraße, Landauer Straße, Maxstraße und Alexanderplatz/Gutenbergstraße. Der Bereich Landauer Straße/Steinhauser Straße (abwärts) sei eine „neuralgische Stelle“: Hier würden Hindernisse aufgebaut, damit kein Fahrzeug durchbrechen und Unheil anrichten könne. Aber auch an anderen Stellen setze die Stadt auf Sperren sowie auf quer stehende Laster. Der Alexanderplatz müsse diesbezüglich nicht gesondert geschützt werden, weil es beim Umzug (anders als etwa bei Weihnachtsmarkt und Straßentheater-Spektakel) das Lkw-Fahrverbot gebe. Braun ist, wie Polizeichef Mahl, der Ansicht, „dass sich das Sicherheitskonzept der Stadt bewährt hat“.

Braun ruft die Bürger dazu auf, „wachsam zu sein und sich nicht zu scheuen, die Ordnungskräfte der Stadt beziehungsweise Polizeibeamte anzusprechen, wenn einem etwas seltsam vorkommt“. Es seien auf jeden Fall genug Polizisten wie auch städtische Vollzugsbeamte in Uniformen, also gut erkennbar, unterwegs.

Die Polizei setzt zum Schutz auch auf zwei fest installierte Kameras. Eine davon wurde im Januar schon mal probeweise am ZOB angebracht.
Die Polizei setzt zum Schutz auch auf zwei fest installierte Kameras. Eine davon wurde im Januar schon mal probeweise am ZOB angebracht. FOTO: Jan Althoff