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Jugendbücherei
Junge Leser auf neuen, modernen Wegen gewinnen

 Anne Detzler las aus dem Buch „Die große Wörterfabrik“ vor. Begleitend wurde die App auf die Leinwand projiziert.
Anne Detzler las aus dem Buch „Die große Wörterfabrik“ vor. Begleitend wurde die App auf die Leinwand projiziert. FOTO: nlg / Nadine Lang
Zweibrücken. Gleich bei der ersten Veranstaltung des neuen Frühjahrsprogramms der Jugendbücherei Zweibrücken wartete am Montag etwas Neues auf die 31 angemeldeten Kinder. Zwar ging es dabei wie üblich um ein Buch, allerdings wurde das mit Tablet und App kombiniert. Von Nadine Lang

„Wir gehen auf neuen Pfaden“, erklärte Jugendbücherei-Leiterin Anne Detzler. Dafür hat das Büchereiteam im Herbst bereits am landesweiten Projekt „Digitale Leseförderung mit Tablets“ vom Landesbibliothekszentrum in Kooperation mit Medien- und Bildung.com teilgenommen. Elf Bibliotheken aus Rheinland-Pfalz besuchten eine kleine Schulung und luden daraufhin Schulklassen und Kindergartengruppen zur Aktion mit dem Tablet ein. „Das hat uns so viel Spaß gemacht, dass wir beschlossen haben, es in unser Halbjahresprogramm einfließen zu lassen“, erklärt Anne Detzler weiter. Grundlage des „Bilderbuchkinos mit App“, wie es im Programm ganz offiziell heißt, war das Buch „Die große Wörterfabrik“, worin Paul in einer Welt lebt, in der man Wörter kaufen oder mit Glück finden muss, wenn man sprechen möchte. Paul ist in Marie verliebt und möchte ihr seine Liebe gestehen, doch fehlen im dafür einfach die richtigen Wörter. Vorgelesen von Anne Detzler begleitete die App über Leinwand das Gelesene mit Bild und Ton, für die 6 bis 9-Jährigen eine spannende Sachen, der sie aufmerksam folgten. Nach der Geschichte durften sie dann in kleinen Gruppen die App auf den Tablets erkunden. Zehn Tablets hat das Landesbibliothekszentrum dafür in einem Projektkoffer verliehen. Diese bleiben nun zwei Wochen in Zweibrücken und werden in der Zeit für weitere Projekte mit Schulklassen genutzt. Anhand der Geschichte hieß es dann beispielsweise spielend Wörter in drei Sprachen der richtigen Sprache zuzuordnen, Wörter per Fingertip einzufangen und vieles mehr. Den jungen Teilnehmern musste man da nicht wirklich etwas erklären, durch die App spielten sie sich wie selbstverständlich durch. Die Resonanz, so Detzler, sei bisher sehr positiv. Besonders angetan seien die Kinder vom kreativen Selbermachen. Mehrere Apps standen für das Bibliotheksteam dabei zur Auswahl. Für „Die große Wörterfabrik“ hat sich das Team aber insbesondere deshalb entschieden, weil es eine gute Verbindung zwischen dem Wort und dem Buch darstellt. Das durfte an diesem Nachmittag nach dem Ausprobieren an den Tablets dann auch „in echt“ fortgesetzt werden. So ging es anschließend auf die Suche nach versteckten Wörtern in den Räumen der Jugendbücherei. Eine spannende Kombination also, dass für das Büchereiteam auch ein Neuland bedeutet. „Aber wir haben schon gemerkt, dass es einen Mehrwert hat und der Spaß auch nicht zu kurz kommt“, erklärt Detzler.