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Martinshöhe: Gespräch mit Ortsbürgermeisterin Barbara Schommer
Junge Familien zieht es auf die Sickinger Höhe

Die Kirche ist ein Wahrzeichen von Martinshöhe und damit auch ein wichtiger Beitrag in der Imagepflege der Gemeinde.
Die Kirche ist ein Wahrzeichen von Martinshöhe und damit auch ein wichtiger Beitrag in der Imagepflege der Gemeinde. FOTO: Norbert Schwarz, Bildjournalist, / nos
Martinshöhe zählt zurzeit 1500 Einwohner. Und es könnten mehr werden, die Nachfrage ist groß. Eine Machbarkeitsstudie soll jetzt klären, ob sich neue Baugebiete erschließen lassen. Weitere Projekte sind in Planung.

Wir haben jetzt eine Machbarkeitsstudie für ein kleines Neubaugebiet in Auftrag gegeben“, berichtet Barbara Schommer, Ortsbürgermeisterin von Martinshöhe. Die Möglichkeiten, von innen nach außen zunächst Leerstände in der Ortsmitte neu zu belegen, seien aktuell nahezu ausgeschöpft. Doch vor allem junge Familien würden gerne in die Gemeinde auf der Sickinger Höhe ziehen. „Wir haben hier noch alles: Kindergarten, Grundschule, Geschäfte, ärztliche Versorgung“, zählt Barbara Schommer auf. Ein Dorf könne nur wachsen und sich entwickeln, wenn die Menschen dort wohnen blieben und neue Büger zuzögen. Aktuell hat Martinshöhe rund 1550 Einwohner. „Ich bin seit 2012 im Amt, und seitdem vertröste ich Leute, die zu uns ziehen wollen“, bedauert die Bürgermeisterin. Problem sei die Oberflächenentwässerung, weshalb jetzt die Machbarkeitsstudie Auskunft darüber geben soll, ob sich Bauplätze erschließen lassen, „die bezahlbar sind“.

Martinshöhe punktet nicht nur mit seiner engagierten Dorfgemeinschaft. In den letzten Jahren ist dort viel passiert. Sobald das Wetter es zulässt, wird jetzt mit dem Ausbau der Langgasse begonnen. Um an der rund 600 Meter langen Straße ins Tal einen Gehweg anzulegen, müssen die Mauern der Grundstücke dort entlang zurück gebaut werden. Die Bürgermeisterin rechnet mit rund einem Jahr Bauzeit, je nach Witterungsbedingungen. Zusammen mit der erneuerten Ortsmitte hat Martinshöhe dann 665.000 Euro investiert, mit insgesamt 208.000 Euro Zuschüssen aus dem Investitions-Programm des Landes Rheinland-Pfalz. Die Baumaßnahmen am Dorfplatz sind nahezu abgeschlossen. Der Kirchenvorplatz wird jetzt noch neu gestaltet und erhält neben neuen Parkplätzen auch eine Begrünung. Die Bushaltestelle wird verlegt und mit einem schönen neuen Wartehäuschen ausgestattet.

Zur Bewältigung des demografischen Wandels gehört auch die Entwicklung neuer Wohnkonzepte und gemeinwesenorientierter Unterstützungsnetzwerke, um die regionale Infrastruktur zu ergänzen. Mit der Teilnahme am Pilotprojekt „Wohnpunkt Rheinland-Pfalz“ der Mainzer Landesregierung wird gerade in Martinshöhe der Aufbau von betreuten Wohngruppen und selbst organisierten Wohngemeinschaften für ältere und pflegebedürftige Menschen vorangebracht.



Als Modellgemeinde in Rheinland-Pfalz soll mitten im Ort eine Wohn-Pflege-Gemeinschaft entstehen. Senioren teilen eine WG und werden dort bei Bedarf von einem sozialen Pflegedienst betreut. Die Menschen könnten dadurch bis zu ihrem Lebensende betreut werden und in ihrer gewohnten Umgebung bis ins hohe Alter bleiben. Interessenten bräuchten aber nicht bis zum Alter warten. Die Wohnungen könnten schon früher gekauft und dann auch vermietet werden.

„Unsere Bauvoranfrage ist jetzt positiv beschieden worden“, freut sich Barbara Schommer. Das Grundstück stehe ebenso bereit, wie der Investor. „Es handelt sich um ein ehemals ländliches Anwesen im Ort, das jetzt leersteht und so einer sinnvollen Neunutzung zugeführt werden kann, so wie wir uns das wünschen“, sieht die Bürgermeisterin das Projekt einen „guten Schritt voran“.
Ebenfalls wachsend sind die Aktivitäten im Ort. Die Premiere des Landmarkts am letzten Augustwochenende 2017 war ein großer Erfolg. Er entstand aus der Idee, den Dorfplatz mit einem Wochenmarkt zu beleben. Martinshöher Unternehmen und Vereine präsentierten sich mit kulinarischen Leckereien und ihren Produkten. Auch in diesem Jahr wird es wieder ein buntes Rahmenprogramm mit Lifemusik geben.

Bereits am ersten Augustwochenende steigt zum 27. Mal das beliebte Dorffest auf dem Freizeitgelände unter dem Wasserturm. Am 15. Dezember wird dann zum dritten Mal wieder der Weihnachtsmarkt auf dem neuen Dorfplatz aufgebaut. ⇥cvw