| 21:15 Uhr

Fastnacht Kleinsteinhausen
Ja so warn’s, die alten Rittersleut

Feiern wie bei den Rittersleuten. Die Narren eroberten die Burgfeste im Nu und einmal mehr bewiesen die Akteure ihr närrisches, komödiantisches Können.
Feiern wie bei den Rittersleuten. Die Narren eroberten die Burgfeste im Nu und einmal mehr bewiesen die Akteure ihr närrisches, komödiantisches Können. FOTO: Norbert Schwarz / nos
Kleinsteinhausen . Die Prunksitzung der Narren des kleinen FCK aus Kleinsteinhausen begeisterte im rappelvollen Saal des Dorfgemeinschaftshauses. Von Norbert Schwarz

Ob die Rittersleut bereits zu ihrer Zeit den Fasching der Gegenwart kannten, sei dahin gestellt – dass der bekannte Gassenhauer der „Hot Dogs“ aus den frühen 70er Jahren mit dem bekannten Liedtitel: „Ja so warn’s, die alten Rittersleut“ als Motto für die jetzige Prunksitzung der Narren des kleinen FCK aus Kleinsteinhausen Pate stand, ist dagegen naheliegend. Fest steht, dass die Macher des närrischen Abends mit dieser Prunksitzung und ihren vielen Mitwirkenden einmal mehr ins Volle trafen und die Besucher im rappelvollen Saal des Dorfgemeinschaftshauses ein Riesenspektakel erlebten.

Keine Frage, nach den vorausgegangenen Großveranstaltungen der Kicker vom Scheuerwald lag auch diesmal die Messlatte hoch, doch mit großartigem Elan, humorvoll, einfallsreich, bisweilen etwas schräg oder gar durchgeknallt, wurde die stürmische See gemeistert, in die um 20.11 Uhr das Narrenschiff mit seinen vielen Akteuren an Bord auslief. Ein Blickfang für sich, das herrlich gestaltete Bühnenbild mit einer überdimensionalen Burgfeste, über der nochmals das Abendmotto in großen Lettern prangte: „Ja so warn’s, die alten Rittersleit“. Ein Weiteres tat wie immer die Moderatorin Sabine Weber. Seit Jahren in Diensten der FCK-Fasenachter und auch diesmal die umsichtige Strippenzieherin als Burgfräulein Cassandra.

Da tummelten sich Ritter in ihren silberglänzenden Rüstungen und bewiesen dennoch eine nie vermutete Wendigkeit zur erwähnten Stimmungsmelodie der „Hot Dogs“. Die „Hip-Hop-Kids“ ließen mit den angedeuteten Skeletten auf ihren Tanzkostümen erahnen, wie es zur Geisterstunde auf der Burg zugeht. Die beiden Marketender mit ihren Bauchläden eroberten die Herzen aller im Fluge, zumal sie eine zuvor nicht für möglich gehaltene Wandlung vollführten. Denn sie beließen es nicht allein beim wortreichen Anbieten aller unmöglichen Artikel. Das Duo outete sich als hochtalentiertes Tanzpaar aus der Vergangenheit. Und schwuppdiwupp, schon zeigten sie sich dem überraschten Saalpublikum in kesser Gardeuniform und wirbelten über die Bühne.



Zeit zum Luftholen blieb allerdings kaum, denn schon stürmte eine wilde Ritterschar auf die Bühne. Die Ritter Lancelots trafen sich zur Tafelrunde und sorgten dafür, dass der Saal mit ihnen rockte. Schließlich schwebte noch Amor ein und gab dem überschäumenden Bühnengeschehen den passenden Kick. Im „Sexshop“ auf dem Zweibrücker „Adé-Flughafen“ hatte sich ein eigenwilliges, leicht schrulliges Ehepaar verirrt und erwies sich recht durcheinander. Da wurden doch Liebeskugeln zu Ohrringen und stählerne Vibratoren zu Milchaufschäumern, was der Stimmung den erhofften Schub gab. Schwiegersohn gesucht, so der Beitrag von Majestät Ehlert mit Gefolge. Tochter Lena sollte einen richtigen Edelmann bekommen doch was nimmt sie sich zur Brust? Den Prinzen von Malle. Einen, der nix hat, nix kann – aber dafür gut drauf ist.

Dass alle bis zum großen Finale gut drauf sein konnten, war auch ein Verdienst von „Frau Muckefuck“ und „Frau Kratzberg“, Ritter Kunibert und seinem Knappen Casimir, sowie den Akteuren der Hitparade.

Furioser Schlusspunk war das Männerballett im „Highländer-Look“. Das Narrenvolk tobte. Mit der „Kelly-Family“ wurde in den gemütlichen Teil übergeleitet und als Moderatorin Cassandra zum Schlusswort anhob, waren alle geschafft. Einmal, mehr bewiesen die Narren des FCK, wie mit Einfallsreichtum und viel Hingabe die Fasenacht wunderbar und farbig zugleich gestaltet werden kann.