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Medizinische Versorgung
Intensivhubschrauber nach Zweibrücken?

Der Flugplatz Zweibrücken sei ideal für die Helikopterflüge geeignet, erklärt die DRF Luftrettung (Symbolbild).
Der Flugplatz Zweibrücken sei ideal für die Helikopterflüge geeignet, erklärt die DRF Luftrettung (Symbolbild). FOTO: dpa / Peter Endig
Zweibrücken/Homburg. Die DRF Luftrettung hat bei den Regierungen in Mainz und Saarbrücken beantragt, ab 1. April 2019 einen Intensivtransport­hubschrauber in Zweibrücken zu stationieren. Auch als Rettungshubschrauber möchte man ihn später gerne nutzen. Von Eric Kolling

Kommt bald von Zweibrücken aus ein Rettungshubschrauber bei Un- und Notfällen in der Region zum Einsatz? Zumindest das Fluggerät soll nach dem Willen der DRF-Stiftung Luftrettung bald auf dem Flugplatz der Rosenstadt stehen – wenn auch zunächst „nur“ als Intensivtransporthubschrauber. Einen solchen hat die DRF am 7. November beim Innenministerium in Mainz und am 23. November in Saarbrücken beantragt. Bis wann eine Genehmigung vorliegen könnte, ist unklar. Beantragt ist der Hubschrauber für vier Jahre ab dem 1.  April 2019, wie DRF-Sprecherin Petra Hentschel auf Anfrage ausführt. Publik geworden waren die Pläne unter der Woche im Innenausschuss des Mainzer Landtags.

Ein solcher Helikopter wird „für den schnellen und schonenden Transport von Intensiv- und Hochrisikopatienten zwischen Kliniken eingesetzt“, so Hentschel. Und genau dafür sieht die DRF in der Region Bedarf. Bisher gebe es an Luftrettungsmitteln nur Rettungshubschrauber, die vorrangig für die Notfallrettung eingesetzt würden: Christoph 16 in Saarbrücken und Christoph 5 in Ludwigshafen. Hentschel: „Ein Intensivtransporthubschrauber im 24-Stunden-Betrieb ist in der Region noch nicht vorhanden.“ Der Triwo-Flugplatz Zweibrücken eigne sich aufgrund der Infrastruktur sowie der luftfahrtrechtlichen Genehmigungen „hervorragend“ als Standort, erklärt die DRF-Sprecherin. Von einer eventuellen Genehmigung bis zur Stationierung würden nur „wenige Wochen“, vergehen, da die DRF Luftrettung über das nötige Personal und Hubschrauber verfüge. „Wir rechnen mit einem Bedarf von mehreren hundert Klinik-zu-Klinik-Patiententransporten pro Jahr unter Berücksichtigung der Klinikstruktur in Rheinland-Pfalz und im Saarland“, so Hentschel.

Gäbe es grünes Licht für den Transporthelikopter, wäre es noch ein Schritt, bis dieser auch als Rettungshubschrauber eingesetzt werden kann. Wegen seiner medizintechnischen Ausstattung und gerade auch des medizinischen Fachpersonals an Bord ist er bei Notfällen ohnehin grundsätzlich einsetzbar, wenn kein anderer verfügbar oder so nahe am Ort des Geschehens ist. Um das dauerhaft auf eine rechtlich saubere Grundlage zu stellen, müssen die jeweiligen Bundesländer den Helikopter aber entsprechend beauftragen, so Hentschel weiter. Ausgeschrieben werden müssten Rettungshubschrauber-Stationen EU-weit. Daher hat die DRF für einen solchen Fall prophylaktisch ihr Interesse hinterlegt.



Rheinland-Pfalz lässt in Kürze in Kooperation mit dem Saarland den Bedarf für einen solchen Rettungshubschrauber für die West-, Südwest- und Saarpfalz mittels eines Gutachtens ausloten. Das hat Innenstaatssekretär Randolf Stich (SPD) im rheinland-pfälzischen Innenausschuss erklärt. Das Innenministerium ließ eine Merkur-Anfrage dazu am Freitag unbeantwortet. Denn inzwischen zweifelt man in Mainz daran, ob es wirklich einen so geringen Bedarf dafür gibt, wie bisher angenommen.

Der Johanniter-Hubschrauber könnte heute auch am Homburger Uniklinikum stehen, wie Dr. Philipp Lepper, dort Leiter der pneumologischen Intensivmedizin und Leitender Oberarzt der Pneumologie, Allergologie, Beatmungs- und Umweltmedizin, erklärt. Ein gemeinsames Konzept sei schon erarbeitet gewesen. Doch war das Uniklinikum nicht gewillt, so lässt Lepper durchblicken, so Fakten zu schaffen, wie es die Johanniter am Westpfalz-Klinikum getan haben. „Wir hatten uns entschieden, die korrekten Wege einzuhalten“, so Lepper, „die sehen nunmal vor, dass das Innenministerium des Saarlandes der Ansprechpartner ist.“

Lepper sieht für den nun von der DRF Luftrettung beantragten Transporthubschrauber einen Bedarf am UkS, „Intensivverlegungsmöglichkeiten für ein Klinikum unserer Größe sind immens“. Gerade weil dieses eine starke Transplantationsmedizin besitze und man viele Patienten mit komplizierten Krankheitsbildern (etwa schweres Lungenversagen oder Schlaganfälle) von weither – Lepper nennt etwa Heidelberg oder Ulm – behandele.

Dass der Helikopter am Zweibrücker Flugplatz stationiert werden soll, sieht der Mediziner indes nicht als perfekte Lösung. „Idealerweise steht er am Uniklinikum. Hier ist die Infrastruktur gegeben. Wir haben auch bereits Pläne für den Bau eines Hangars in der Schublade, weil das Thema ja bereits seit 16 Jahren diskutiert wird“, sagt Lepper.