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Kommentar zur Globus-Baumarkt-Erweiterung
Cap-Markt nicht schon wieder vergessen!

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Lutz Fröhlich

Redakteur und Lokalreporter Zweibrücken

Die SGD Süd wird sich mit ihrer Entscheidung, dem Globus-Baumarkt eine Vergrößerung der Getränkeverkaufsfläche von 800 auf rund 1000 Quadratmeter zu verweigern, weder bei Bürgern noch Stadtpolitikern beliebt machen. Warum mischt sich eine Landesbehörde in die Frage ein, wo die Zweibrücker ihre Getränkekisten kaufen? Gehören Flaschen wirklich auf die Sortiments-Schutzliste für die Innenstadt? Diskussionswürdige Fragen. Ich empfehle dabei aber, den Blick nicht zu verengen. Denn nicht nur der Globus genießt in Zweibrücken viel Sympathie – sondern auch der gemeinnützige Cap-Markt. Erst eine Woche ist es her, dass dieser mit behinderten Menschen betriebene Innenstadt-Supermarkt zwar die wegen gewachsener Konkurrenz zum Jahresende drohende Schließung abgewendet hat – gleichzeitig aber warnte, die Umsatzverluste müssten weiter sinken, um langfristig bleiben zu können. Verursacht hat diese Existenznot die Stadt – indem sie Netto eine Eröffnung im Ex-Cityoutlet als „Preis“ für die von dem Discounter gewünschte Ansiedlung in der Canadasiedlung geradezu aufgedrängt hatte.

Der Merkur-Bericht über die vorläufige Cap-Rettung ist von sehr vielen Bürgern und Stadtpolitikern erleichtert kommentiert worden. Wer dies getan hat, darf jetzt eigentlich nicht die SGD kritisieren, wenn sie die Stadt diesmal vor sich selbst schützt. Zumal der Globus so gut ist, dass es ihm nicht schwerfallen dürfte, das 1:1 genehmigte Gesamtflächen-Wachstum für baumarkttypischere Bereiche als Getränke zu nutzen.