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In Genen nach Krankheitsursachen forschen

Die beiden Schwestern an ihrem Arbeitsplatz. Foto: privat
Die beiden Schwestern an ihrem Arbeitsplatz. Foto: privat FOTO: privat
Zweibrücken. Das Interesse an Medizin führte die Schwestern Patrizia und Rebbeca Preis erst zu einem Studium der Applied Life Sciences nach Zweibrücken und dann ins Labor einer Arztpraxis, die auf Genetik spezialisiert ist. Susanne Lilischkis

Sie sind am gleichen Tag geboren, gingen zusammen zur Hochschule und arbeiten in der gleichen Arztpraxis: Die Schwestern Patrizia und Rebecca Preis widmen sich gemeinsam der Analyse von genetischen Krankheiten. Nach dem Abitur studierten sie Applied Life Sciences (ALS), weil sie schon in ihrer Schulzeit ein Interesse an Fächern wie Biologie oder Chemie hegten. Zudem lag der Zweibrücker Campus in der Nähe ihres Wohnortes, so konnten sie sich das Geld für eine zusätzliche Wohnung sparen.

Mit ihrem Bachelorstudium waren sie rundum zufrieden. "Die verschiedenen Chemie-, Physik-und Zellbiologie-Praktika bieten sehr viel Abwechslung und Einblicke in die verschiedensten Bereiche der Naturwissenschaften. Spannend war auch das Praktikum im Reinraum", so Patrizia Preis. An der Hochschule hatten die beiden gute Möglichkeiten, über den Studiengang ALS hinaus Einblicke in die Mikrosystem- und Nanotechnik zu erhalten. In der Praxisphase arbeiteten sie an der histologischen Aufnahme von chemisch funktionalisierten Nanopartikeln in Darmgewebe, was eher dem Bereich der Medizin/Biologie zugeordnet ist. Diese Untersuchungen legten einen Grundstein für die Bachelorarbeiten .

"Thema unserer Bachelorarbeiten waren ‚Neue Wege zur Behandlung entzündlicher Darmerkrankungen', wie zum Beispiel Morbus Crohn. Dabei testeten wir die entzündungshemmende Wirkung verschiedener Wirkstoffe auf das Nervensystem des Darms. Dafür legten wir Kulturen aus Dickdarmgewebe an. Diese Kulturen wurden mit den Arzneistoffen behandelt, um anschließend eine Entzündungsreaktion hervorzurufen. Die so gewonnen Proben untersuchten wir mittels Realtime-PCR und mittels Antikörper, die mit Fluoreszenzfarbstoffen markiert wurden. Das Fluoreszenzbild dieser Antikörper haben wir mit den unbehandelten Proben verglichen", berichtet Patrizia Preis.

Das Interesse an medizinischen Fragestellungen bewog die beiden Schwestern dazu, nach dem Abschluss als Labormitarbeiterinnen in einer Praxis für Humangenetik anzufangen. Patrizia Preis arbeitet im zytogenetischen Labor an Chromosomenanalysen. Veränderungen der Chromosomen können zum Beispiel zu körperlichen Fehlbildungen oder zu mentaler Retardierung führen. Die Schwere solcher Fehlbildungen bei Ungeborenen kann sie mit Hilfe der Pränataldiagnostik bestimmen.

Rebecca Preis arbeitet im molekulargenetischen Labor. Hier wird die Untersuchung von Mutationen einzelner Gene mit einem weiten Spektrum verschiedener Methoden durchgeführt. Sie sucht nach Defekten, die verantwortlich für spezielle Erkrankungen sind. Der Aufgabenbereich der beiden erstreckt sich von der Probenbearbeitung bis hin zur Befunderstellung und ist somit ähnlich abwechslungsreich wie ihr Studium.