| 21:56 Uhr

Treffen der IGBCE
Immer neue Maschen bei Haustürgeschäften

Contwig. Die Gefahren von Haustürgeschäften standen im Mittelpunkt einer Mitgliederversammlung der Zweibrücker Ortsgruppe der Gewerkschaft IG BCE (Bergbau, Chemie, Enerige). „Die Täter wollen immer eine Beziehung zu ihnen aufbauen und ihr Vertrauen gewinnen“, warnte Kriminal-Hauptkommissar Reiner Stolz. So gebe es stets eine Opfer-Täter-Symbiose. Bei den Straftaten handele es sich in fast allen Fällen um Betrug. Der Unterschied zu Einbrechern bestehe darin, dass Betrüger entweder von Haus aus begabt oder gut ausgebildet seien. Ihr Ziel sei es, relativ schnell an Geld zu kommen. Dabei versuchten sie erst einmal, in die Wohnung ihrer Opfer zu gelangen. „Es findet vorher eine Spiegelung der Betroffenen statt“, erklärte Stolz. Das bedeut, dass deren Schwächen festgestellt werden, um sie dann skrupellos auszunutzen. Verdächtige Personen sollte man dahr auf keinen Fall in die Wohnung lassen.

Derzeit verursacht eine bulgarische Bande für Ärger, die vorgibt, Dachrinnen zu reparieren. Ihr Geld verlangen sie allerdings schon vor Erledigung der Arbeit. Es handelt sich nicht um Sprenglermeister, sondern allenfalls um angelernte Kräfte. „Was sie machen ist Pfusch“, informiert der Kriminalbeamte. In Blieskastel habe sie die Polizei zwar stellen können, doch um sie in Haft zu halten, fehle die gesetzliche Grundlage. „Im Grunde ziehen sie sofort weiter und betrügen den Nächsten“, so der fast resignierte Polizist. Eine neue Masche ist die Zustellung von gebührenpflichtigen Sendung bei den Nachbarn. Diese sollten auf keinen Fall angenommen werden, da die Gefahr, hier Opfer eines Betrügers zu werden, sehr hoch sei.

Der IG BCE-Ortsvorsitzende Ewald Preim stellte vor der Informationsveranstaltung noch das Jahresprogramm für die 384 Mitglieder vor. Unter anderem soll das Nolte-Werk in Germersheim besucht werden. Der Saarbrücker Gewerkschaftssekretär Thomas Kalbe berichtete über die laufenden Betriebsratswahlen, bei denen es einen deutlichen Generationenwechsel gebe.