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Im Landgestüt endet der Stillstand

Dach und Fassade der kleinen Reithalle des Landgestüts sind sichtlich in die Jahre gekommen. Doch jetzt können sie endlich saniert werden. Foto: Lutz Fröhlich
Dach und Fassade der kleinen Reithalle des Landgestüts sind sichtlich in die Jahre gekommen. Doch jetzt können sie endlich saniert werden. Foto: Lutz Fröhlich FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Der Sanierungsstau im Zweibrücker Landgestüt wird aufgelöst. Der Stiftungsrat hat in der nichtöffentlichen Sitzung am Dienstagabend grünes Licht für Arbeiten an der großen und kleinen Reithalle sowie den Stallungen gegeben. Fritz Schäfer

Seit 2013 standen die Sanierungsarbeiten im Zweibrücker Landgestüt still. Denn die vom Landesrechnungshof aufgeworfene Frage der Rechtmäßigkeit der Stiftungs-Konstruktion und der Verwendung der Sparkassen-Gewinne für das Gestüt blockierten weitere Investitionen . "Die Fragen sind in unserem Sinne geklärt. Jetzt können wir wieder investieren, um das Gestüt zukunftsfähig zu machen", sagte der Zweibrücker Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD ), der auch Vorsitzender der Stiftung ist, in der Sitzung des Stiftungsrates.

Das Ingenieurbüro Plantz legte einen Sanierungsplan vor, der eine Erneuerung des Daches und der Fassade der kleinen Reithalle vorsieht. Die Stallungen an der kleinen Reithalle Richtung Sportplatz sollen erneuert werden. An diese Stelle sollen zehn offene Boxen errichtet werden. Die große Reithalle soll ein Vordach erhalten. Zudem soll das Dach stabilisiert werden. Rund 300 000 Euro sollen die Investitionen kosten.

"Damit ist die Grundsanierung des Gestüts für die nächsten Jahre abgeschlossen", sagte Pirmann. Er fragte in der Sitzung noch, ob es "systematisch sinnvoll" gewesen sei, zunächst einen sogenannten Ebbe- und-Flut-Reitboden in der kleinen Reithalle einzubauen. Für Pirmann hätte eine Erneuerung des Daches Vorrang gehabt. "Dort bestand ein großer Handlungsbedarf." Im Winter habe es schon reingeregnet.

Pirmann berichtete in der Sitzung, dass die Landesregierung die Zweifel des Rechnungshofes an der Rechtmäßigkeit der Stiftung zurückgewiesen habe (wir berichteten). "Das war schon immer unsere Auffassung", sagte der Oberbürgermeister. Wegen dieser offenen Frage erlaubte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) der Stadt auch nicht, wie zuletzt 2010 die Hälfte des Sparkassengewinns für die Sanierung des Landgestüts auszugeben. Nach der Intervention des Landes erlaubte die ADD, die Hälfte des Sparkassengewinns 2014 von rund 400 000 Euro für das Landgestüt zu verwenden.

Neben den 200 000 Euro aus dem 2014er-Gewinn hatte die Stiftung aus früheren Jahren noch Geld übrig. Damit können die jetzt geplanten Investitionen finanziert werden.

Pirmann sagte, dass die Stiftung abwartet, wie der Pferdezuchtverband, der an der Betreibergesellschaft des Landgestüts beteiligt ist, die Frage des Gestüts Standenbühl klärt. Daran könnte sich die Frage stellen, wie Einrichtungen von Standenbühl in das Landegestüt Zweibrücken integriert werden können. Mit den "hochwertigen" Böden in den beiden Hallen und dem Reitplatz sowie der "hochwertigen Besamungsstation" biete das Landgestüt einiges.