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40. Todestag Gehrlein-Fuchs
Ihre Ideen und Vorstellungen leben weiter

 Emmy  Gehrlein-Fuchs
Emmy Gehrlein-Fuchs FOTO: PMA
Zweibrücken. Vor 40 Jahren nahm der Tod Emmy Gehrlein-Fuchs die Feder aus der Hand.

(hw) Am Samstag, 22. Februar, jährt sich zum 40. Male der Todestag von Emmy Gehrlein-Fuchs, einer Zweibrücker Bürgerin, der das Kulturleben und die Geschichtsschreibung unserer Stadt viel verdanken. Die 1976 von ihr gegründete Zweibrücker Kultur-gutstiftung Emmy Gehrlein-Fuchs führt nicht nur ihren Namen weiter, sondern auch ihre Ideen und Vorstellungen, die noch immer lebendig sind.

„Zeugnisse der Zweibrücker Vergangenheit“ zu erwerben, zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sind die Aufgaben der Stiftung, denen diese in den zurückliegenden Jahren mit Eifer und Sorgfalt nachgekommen ist, es sei nur an viele Ausstellungen, Konzerte oder historische Publikationen erinnert. Stätte dieses Wirkens ist das Mannlich-Haus, das die Stiftung 1984 erwerben und damit ein Vermächtnis von Emmy Gehrlein-Fuchs erfüllen konnte.

Das Mannlich-Haus in der Herzogstraße hatte einst Herzog Christian IV. seinem Hofmaler Johann Christian von Mannlich geschenkt, der bis zu seinem Lebensende darin wohnte. Heute ist das Mannlich-Haus eine Besonderheit in der rheinland-pfälzischen Museumslandschaft, weil sich dort mit dem Vogelwerk von Johann Christian von Mannlich eine zwar kleine, aber einzigartige Kunstsammlung  befindet. Sie ist ein Solitär unter den Kunstbeständen in unserem Land. Früher in der Villa Ludwigshöhe beheimatet, kam das wertvolle Konvolut von Gouachen und Aquarellen mit Vogeldarstellungen als Leihgabe der Mannlich-Erben nach Zweibrücken. Dieser Wechsel war damals fast sensationell.



Daß die Kulturgutstiftung ganz im Sinne ihrer Gründerin arbeitet, bewiesen dieser Tage erste Überlegungen zur Erinnerung an den 200. Todestag von Johann Christian von Mannlich im Jahr 2022. Die Vorbereitungen dazu sollen im Vorstand bald beginnen, zumal prominente Gäste aus Kultur und Wissenschaft zu dem Gedenken erwartet werden.

Emmy Gehrlein-Fuchs, der jetzt das Gedenken gilt, war eine vielseitig gebildete und ausge-bildete Persönlichkeit. Zunächst bei der Kreissparkasse und später als Bürovorsteherin in einer Rechtsanwaltskanzlei tätig, gründete sie mit ihrem Mann nach dem Zweiten Weltkrieg ein Rechts- und Steuerberaterbüro. Anfangs des Zweiten Weltkriegs wurde sie dienstverpflichtet und mußte mit einem Holzvergaser-Lastwagen bei Bitsch stationierte deutsche Soldaten mit frischem Fleisch versorgen, später diente sie beim Roten Kreuz.

Phantasiebegabt und historisch und literarisch interessiert, schrieb sie schon als junges Mädchen Geschichten und Fabeln, fand über die pfälzischen Sagen Zugang zur Geschichte der Heimat und machte sich später mit historischen Abhandlungen, wie beispielsweise über Freiherr Johann Christian von Hofenfels, einen Namen. Emmy Gehrlein-Fuchs war aktiv im Historischen Verein der Pfalz und im Verein für pfälzische Kirchengeschichte. Sie arbeitete gerade an „einem Führer durch Zweibrücken und an einer kurzen bebilderten Geschichte der Zweibrücker Grafen und Herzöge“, als ihr im 75. Lebensjahr nach kurzer schwerer Krankheit der Tod am 22. Februar 1980 die Feder aus der Hand nahm.

 Mit dem Kauf des Mannlichhauses konnte die Gehrlein-Fuchs-Stiftung 1984 ein Vermächtnis der Stifterin umsetzen.
Mit dem Kauf des Mannlichhauses konnte die Gehrlein-Fuchs-Stiftung 1984 ein Vermächtnis der Stifterin umsetzen. FOTO: Jan Althoff