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Der fünfte Oberbürgermeister-Kandidat
„Ich verspreche nichts – ich mache!“

 Last-Minute- OB-Kandidat:  Andreas Wente.
Last-Minute- OB-Kandidat: Andreas Wente. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Andreas Wente über seine Ziele als Oberbürgermeister. Bürgernähe und Wirtschaftsförderung sind zentrale Anliegen. Von Mathias Schneck

Mit manchen Menschen lässt es sich einfach schwer „per Sie“ sein. Andreas Wente ist so einer. Er ist der „Andy“ – so sprechen ihn die meisten Zweibrücker, die ihn kennen, an. „Andy“ ist deswegen aber keineswegs oberflächlich. Der 53-Jährige weiß, was er will und er ist bereit, dafür zu kämpfen. „Ich möchte Oberbürgermeister der Stadt Zweibrücken werden – und ich rechne mir Chancen aus“, sagt er gleich zu Beginn des Gesprächs gestern Abend mit dem Merkur.

Am Freitag berichtete unsere Zeitung bereits über die Kandidatur Wentes. Die erfolgte kurz vor knapp. Denn am Montag ist Bewerbungsschluss. „Bis dahin habe ich die Unterstützerunterschriften beisammen, 150 brauche ich, rund 180 bekomme ich bis zur Abgabefrist am Montag zusammen“, sagt der 53-Jährige. Der Winterbacher tritt als Parteiloser an. Er passe in keine Schublade, er sei noch nie Mitglied in einer Partei gewesen, sagt er.

Warum entschied er sich so knapp, zu kandidieren? „Ich bin politisch schon immer interessiert gewesen, vor allem lokalpolitisch. Das wissen auch unsere Gäste im Auerbacher Hof“, sagt Wente. Diese Gaststätte in Niederauerbach führt seine Gattin Sabine, der Ehemann hilft dort nach Dienstende bei der Bundeswehr gerne mit. Er sei zuletzt von Gästen angesprochen worden, warum denn nicht eigentlich er als Kandidat antreten wolle, sagt Wente. Er habe sich das überlegt und nun das Herz in die Hand genommen.



„In unserer Stadt muss etwas passieren“, sagt Wente. Der im Juni verstorbene Kurt Pirmann (SPD) sei „ein toller Oberbürgermeister“ gewesen, dieses Erbe müsse fortgeführt werden – es drohe die Gefahr, dass es vernachlässigt werde. Dass Pirmann für ihn eine politische Leitfigur ist, wird auch daran deutlich, dass eine von Wentes Kernaussagen lautet: „Ich verspreche nichts – ich mache!“ Der 53-Jährige hält nichts von langatmigen Wortbeiträgen, sondern vielmehr etwas vom Ärmel hochkrempeln und anpacken. So, wie im Auerbacher Hof. Und so, wie er es hauptberuflich macht. Wente ist seit rund 30 Jahren bei der Bundeswehr. „Die ersten 15 Jahre bin ich durch den Wald gerannt und habe Zweibrücker Fallschirmjäger ausgebildet. Und die letzten 15 Jahre habe ich als Kompaniefeldwebel Erfahrung darin gesammelt, Menschen zu führen“, merkt Wente an, dass er weiß, was es bedeutet, mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammenzuarbeiten und sie zu Leistungen anzuspornen.

Wie gesagt: Versprechen will Wente nichts. Aber er hat natürlich Ziele: „Die Leerstände in der Fußgängerzone werden immer mehr, da muss die Stadt etwas machen“, sagt er. Ebenso in Sachen Wirtschaftsförderung: Zweibrücken brauche mehr Investoren, das Rathaus müsse alle Fördermöglichkeiten ausschöpfen. Auch die Infrastruktur sei entscheidend, die Bahnreaktivierung ist für ihn unverzichtbar.

Ein großes Thema ist für ihn zudem die Bürgernähe. „Als Oberbürgermeister möchte ich Sprechstunden abhalten, ich will den Menschen zuhören, ich will begreifen, was ihre Sorgen und Nöte sind.“

Die ersten 100 Tage im Amt will er so ausfüllen: Kontakte knüpfen, Zuhören, Überblick verschaffen – und dann loslegen. Ohne große Reden. Und ohne große Versprechungen.

 Wer besetzt künftig den Chefsessel im Zweibrücker Rathaus? Am 23. September wählen die Bürger.
Wer besetzt künftig den Chefsessel im Zweibrücker Rathaus? Am 23. September wählen die Bürger. FOTO: maw / Martin Wittenmeier