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Grandioses Tribute-Konzert
Ian Paice bringt die Festhalle zum Beben

 Die Deep-Purple-Tribute-Band Purpendicular rund um Schlagzeugerlegende Ian Paice rockte im wahrsten Sinne des Wortes die Festhalle.
Die Deep-Purple-Tribute-Band Purpendicular rund um Schlagzeugerlegende Ian Paice rockte im wahrsten Sinne des Wortes die Festhalle. FOTO: cvw / Cordula von Waldow
Zweibrücken. Der legendäre Deep-Purple-Schlagzeuger war mit seiner Tribute-Band „Purpendicular“ am Freitagabend in Zweibrücken zu Gast. Von Cordula von Waldow

„Ihr seid super!“ Das Kompliment und die Begeisterung von Robby Thomas Walsh, Leadsänger der Deep-Purple-Tribute-Band „Purpendicular“, gab das Publikum nur zu gerne an die mitreißende Rockband zurück. Als sich diese zu hohen Pfeiftönen im Schatten der nicht ganz dunklen Bühne formierte, antworteten bereits die ersten Pfiffe der rund 800 Fans in der voll besetzten Zweibrücker Festhalle. Da kam der fetzige Titel „Highway Star“ von 1972 mit seinen prägnanten Gitarrenriffs als zusätzlicher Eisbrecher gerade recht.

Bravo-Rufe und Pfeifkonzerte nach jedem Titel beantworteten die fünf Musiker rund um die Schlagzeuger-Legende Ian Paice mit womöglich noch größerem Engagement. Die Zuschauer machten es der mitreißenden Band leicht. Bereits nach dem zweiten Titel „Fireball“ aus dem gleichnamigen Album, das als progressivstes Hardrock-Album der englischen Rockband und sogar als Wegbereiter für Heavy Metal gilt, hielt es die meisten kaum noch auf ihren Sitzen: Die zumeist schon etwas älteren Besucher fühlten sich sichtlich in ihre Jugendzeit zurück versetzt, wippten und zuckten zunächst auf ihren Stühlen.

Daran konnten auch die fast balladesken, softeren und melodischen Klänge des ausführlichen Gitarrensolos in „Mistreated“ wenig ändern. „Sitzt ihr bequem?“ hatte der irische Leadsänger dabei zuvor in seinem „besten Deutsch“ gefragt. Für den frenetischen Applaus für das Schlagzeugsolo von Ian Paice bedankte er sich emotional: „Das ist lieb von Euch.“ Das Gründungsmitglied der 1968 gegründeten, „lautesten und kommerziell mit erfolgreichsten Pop-Gruppe der Welt“, schien auch im Alter von 70 Jahren nichts von seiner Energie verloren zu haben. Kraft- und schwungvoll brachte er Drums, Becken und Highhat und immer wieder auch die Basis gebende Bass-Drum zum Klingen. Die Emotionen schlugen noch höher bei einem der großen Deep-Purple-Hits: „Child in time“ aus dem Jahr 1970.



Dann durfte das Publikum offiziell mitsingen. „Ohohohohoho wou wou“ erklang es zu dem Titel „Hush“ wissend aus dem Saal und von den Rängen. Im Stehen ließ sich die Musik noch viel besser erleben, und so kochte die Stimmung noch höher. Farbenprächtige Lichteffekte hüllten Band und Publikum abwechselnd in rot, blau, lila, weiß oder goldgelb. Da die Band ohne Pause spielte, blieben viele direkt in dem freien Mittelgang und tanzten zu jedem Titel. Zum Abschluss kam, worauf alle gewartet hatten: „Smoke on the Water“, das gemäß einer Umfrage in Amerika zweitbekannteste Lied nach der Nationalhymne. Mit Nebelschwaden und Lichteffekten erzeugte Flammen gelang es tatsächlich die Stimmung des begeisterten Publikums noch weiter zu steigern.

Ohne Pause endete nach der vehement erklatschten Zugabe und Standing Ovations besonders für Schlagzeuger-Ikone Ian Paice eine grandioser Musikabend. „Ich bin selbst Schlagzeuger und habe über Videos schon viel von ihm abgeschaut“, würdigte Nicolas Prosser aus Pirmasens die musikalische Live-Begegnung mit dem Schlagzeuger-Idol und dessen „ganz eigenem Stil“. Begeistert war auch Astrid Schmidt aus Krumbach. In Kusel hatte sie die Band bereits gehört und war daher eigens noch einmal nach Zweibrücken gekommen.