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Umbaupläne
Hotel Europa soll im Herbst wieder öffnen

Das vormalige Apparthotel Europa am Zweibrücker Flughafen.
Das vormalige Apparthotel Europa am Zweibrücker Flughafen. FOTO: Eric Kolling
Zweibrücken. Neuer Besitzer will es ab Mai für eine halbe Million Euro umbauen und als Hotel garni oder Frühstückspension betreiben lassen. Von Eric Kolling

Bereits Ende der Sommerferien soll wieder Leben einziehen ins frühere Apparthotel Europa am Flugplatzgelände: August oder September will der neue Besitzer Kompass Immobilienservice aus Eschershausen in Niedersachsen das Gebäude erneut als Hotel in Betrieb nehmen. Das erklärte Kompass-Geschäftsführer Daniel Zwickert gestern auf Merkur-Anfrage.  „Wir werden das Gebäude komplett sanieren, dann soll es als Hotel garni oder Frühstückspension betrieben werden.“ Ein Hotel garni ist ein Hotel ohne klassischen Restaurantbetrieb – Zimmer, Frühstück, Getränke und manchmal kleine Speisen gibt es hingegen. Bei der Bettenzahl von 96 soll es in etwa bleiben. Die vormalige Offiziersunterkunft war von 2002 bis Herbst 2015 als Hotel genutzt, dann als Flüchtlingsunterkunft vermietet worden, seit August 2016 stand sie leer.

Wer das Hotel künftig betreibt, sei noch unklar. „Es gibt keinen Vertrag“, so Zwickert, man habe lediglich ein „loses Gespräch mit Interessenten aus der Region“ geführt. Laut dem früheren Besitzer Thomas Kölsch hat Kompass am Samstag mit einem Ehepaar aus der Region Zweibrücken gesprochen, das sich im Metier auskennt. Christiane und Edelbert Lösch, die das Hotel Kloster Hornbach betreiben, sind es nach eigenem Bekunden nicht. Christiane Lösch erklärte, man habe keinen Kontakt zu Kompass und konzentriere sich auf Hornbach. Auch der Zweibrücker Hotelier Roland Zadra sagte auf Anfrage, dass er sich nicht beim Hotel Europa engagieren werden.

Zwischen 400 000 und 500 000 Euro will Kompass derweil in die Sanierung stecken, die auch mit Umbauten verbunden sein soll. „Wir werden etwa Zimmer für Familien oder Ferienwohnungen für Familien schaffen, die sich länger hier aufhalten. Das Gebäude soll flexibler benutzt werden als in der Vergangenheit“, schildert Zwickert. „Höchstwahrscheinlich Anfang Mai“ starte man mit der geplanten Wiederinbetriebnahme.



Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart.  Bei einer Auktion vor drei Wochen waren als Mindestgebot für das 3395 Quadratmeter Nutzfläche große frühere Drei-Sterne-Hotel  498 000 Euro verlangt worden. Auf seiner Website gibt der Auktionsorganisator „Westdeutsche Grundstücksauktionen AG“ den Erlös mit 530 000 Euro an.

Allerdings war da nicht Kompass der Erwerber. Der Sieger der Auktion hatte von seinem zweiwöchigen Rücktrittsrecht Gebrauch gemacht. Daher konnte Kölsch das Gebäude an einen der weiteren Bieter veräußern – und entschied sich für Kompass. Das Unternehmen wurde 2001 gegründet und vermittelte laut Eigenbeschreibung auf seiner Website anfangs vor allem Versicherungen und Kapitalanlageprodukte. Seit 2009 hat es seinen Sitz in Eschershausen, wo drei Mitarbeiter fest beschäftigt sind. Mittlerweile habe sich das Kerngeschäft vom Vertrieb von Neubauimmobilien hin zur Verwaltung und Vermittlung von Immobilien verlagert.