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Homburger Gegenkonzept zum Saarländertag
Konkurrenz für den Saarländertag

Am Saarländertag an Mariä Himmelfahrt ist die Zweibrücker Fußgängerzone gut gefüllt. Das ist Homburger Händlern, die an diesem Tag eigentlich nicht geöffnet haben dürfen, offenbar ein Dorn im Auge.
Am Saarländertag an Mariä Himmelfahrt ist die Zweibrücker Fußgängerzone gut gefüllt. Das ist Homburger Händlern, die an diesem Tag eigentlich nicht geöffnet haben dürfen, offenbar ein Dorn im Auge. FOTO: Jörg Jacobi
Zweibrücken. Im Saarland ist Mariä Himmelfahrt ein gesetzlicher Feiertag. Das freute Zweibrücker Händler. Doch jetzt kommt Konkurrenz aus Homburg. Zweibrückens Citymanagerin Petra Stricker sieht es gelassen. Von Mirko Reuther

Der „Saarländertag“ in Zweibrücken an Mariä Himmelfahrt (15. August) ist eine Erfolgsgeschichte. Die Menschen aus dem Nachbarbundesland, an dem der Tag – im Gegensatz zu Rheinland-Pfalz und dem Großteil der Bundesrepublik – ein gesetzlicher Feiertag ist, kamen in den vergangenen Jahren so zahlreich in die Rosenstadt, dass der Saarländertag 2017 auf vier Tage, 2018 sogar auf fünf Tage ausgeweitet wurde. Dass die Saarländer ihr Geld jenseits der Grenze ausgeben, war den Händlern in Homburg aber offenbar ein Dorn im Auge. Denn dort ist Mariä Himmelfahrt ab dem kommenden Jahr  verkaufsoffen, teilte der Homburger Gewerbeverein vor knapp zwei Wochen mit. Riecht das nach Ärger zwischen den beiden Städten? „Nein“, sagt Zweibrückens Citymanagerin Petra Stricker. Sie habe mit Annette Germann, der Vorsitzenden des Homburger Gewerbevereins „ganz entspannt“ geredet. Dass die Homburger Händler laut Germann „unglücklich“ über die Zweibrücker Konkurrenz am 15. August sind, sei „nachvollziehbar“. Stricker ergänzt: „Wir nehmen das nicht als Konflikt oder sogar als Angriff wahr. Das Verhältnis ist nachbarschaftlich. Wir leben in einer freien Marktwirtschaft“.

Besuchereinbußen schließt die Citymanagerin nicht aus: „Ein Homburger, der lieber direkt vor der Haustür einkaufen will, bleibt wahrscheinlich dort.“ Auch dass andere saarländische Städte nachziehen könnten, verneint Stricker nicht: „Homburg könnte da schon eine Vorreiterrolle einnehmen“. Allerdings hätte es sich bei den Saarländern eingebürgert, dass Mariä Himmelfahrt „extern genossen“ wird, argumentiert Stricker. Zudem gebe es einen Konkurrenzkampf ja ohnehin schon – nur eben jenseits der saarländischen Grenze. Auch Trier und Mannheim kämpfen mit Aktionstagen seit Jahren um die Gunst der Saarländer und Franzosen, bei denen die Geschäfte am 15. August ebenfalls geschlossen bleiben. Eine detaillierte Koordination mit Homburg, wann welche Stadt einen verkaufsoffenen Sonn- oder Feiertag veranstaltet, gibt es nicht. „Man versucht Rücksicht zu nehmen, aber die Abläufe sind verschieden schnell. Wir sind zum Beispiel diesmal sehr früh dran, was verkaufsoffene Tage angeht“, sagt Stricker. Ein großes Problem sieht sie darin aber nicht: „Es gab in der Vergangenheit schon Fälle, in denen ein verkaufsoffener Sonntag parallel stattgefunden hat. Der ist hier gut gelaufen – und er ist in Homburg gut gelaufen.“

 Planspiele, wie man dem künftigen Konkurrenzkampf begegnen will, gibt es dennoch: „Eine Studie hat ergeben, dass viele unserer Besucher aus Frankreich kommen. Vielleicht werden wir dort noch intensiver werben“, sagt Stricker. Die Studie habe außerdem gezeigt, dass die Menschen nicht nur nach Zweibrücken kamen, weil dort eben die Geschäfte offen waren. Sondern weil „sie das Angebot am meisten überzeugt hat“, so die Citymanagerin. Dieses Jahr wurde in Zweibrücken ein breites Unterhaltungsprogramm mit Live-Musik, Märkten, Märchenkarussel und Pferdekutsche geboten. „Kreativ sein, Potenziale erkennen und sie nutzen“ – sind laut Stricker wichtige Eckpfeiler für einen erfolgreichen Saarländertag, der im kommenden Jahr zusammen mit der Händlervereinigung Gemeinsamhandel und dem Verein Amicitia 1869, der sein 150. Jubiläum feiert, veranstaltet wird. Und dann wieder auf einen Tag reduziert werden soll: „Weiter ausdehnen macht keinen Sinn. Wir wollen lieber die Qualität weiter steigern“, erklärt Stricker.



Auch unabhängig vom Saarländertag sieht die Citymanagerin die Rosenstadt im kommenden Jahr gut aufgestellt. Anfang Mai werde wieder der Hamburger Fischmarkt im Rahmen des ersten verkaufsoffenen Sonntags in Zweibrücken gastieren. Erstmalig werde außerdem die Oldtimer-Rallye „Forever Young“, parallel zum etablierten Oldtimertreffen stattfinden. Zudem werde das Projekt „Heimat shoppen“ über das ganze Jahr hinweg Aktionen anbieten. Alle Neuerungen wollte Stricker noch nicht verraten, der komplette Marketingplan wird in Kurzform im Stadtrat am 7. November vorgestellt. Ausführlicher dann am 13. November um 19 Uhr im Ratssaal.

Im Hinblick auf den Homburger Aktionstag an Mariä Himmelfahrt müsse man erstmal abwarten, wie und ob dieser überhaupt angenommen werde, sagt Stricker. Und ergänzt mit einem Schmunzeln: „Saarländertag werden sie ihn jedenfalls nicht nennen können.“

Zweibrückens Citymanagerin  
Petra Stricker.
Zweibrückens Citymanagerin Petra Stricker. FOTO: Lutz Fröhlich