| 20:17 Uhr

Schneekönigin in der Festhalle
Hohe Tanzkunst

 Tanz-Szenen aus dem Ballett „Schneekönigin“ in der Festhalle. Foto: Margarete Lehmann
Tanz-Szenen aus dem Ballett „Schneekönigin“ in der Festhalle. Foto: Margarete Lehmann FOTO: Margarete Lehmann
Zweibrücken. Das rumänische Staatsballett begeistert die vielen Zuschauer in der Festhalle. Von Peter Fromann

Wohl 500 Ballettfreunde waren am Sonntag in die Festhalle gekommen, um mal wieder die Tänzerinnen und Tänzer des Rumänischen Staatsballetts zu bewundern. Es genießt einen ausgezeichneten Ruf. Verantwortlich für Libretto, Regie, Choreografie und Musik-Arrangement (nach der Musik von Jean Sibelius und Edvard Grieg) zeichnen Monica und Horatiu Chereches. Ihr Ballett umfasst großartige Tänzerinnen und Tänzer, so gehören unter vielen anderen Mayu Takahashi als Schneekönigin, Irina Mihaiu als Gerda und Adrian Mihaiu als Kay in vorderster Linie dazu.

In der Geschichte (Libretto) nach Hans Christian Andersen vereist sozusagen die Schneekönigin das Herz von Kay, dem Freund von Gerda, die sich alsbald mit wunderbaren Tanzsoli (pas seul) und Pas de Deux’s (Tanz zu zweit) auf die Suche nach Kay begibt und dabei einige Abenteuer bis zum Happy End zu bestehen hat. Sehr harmonisch und synchron das Corps de ballet (Gruppentanz), schön anzusehen zu hinreißender Musik vom Band. Höhepunkt der Aufführung ist die wunderbare Tanzszene (danse d’amour) mit akrobatischen Hebefiguren im langsamen Teil und frischem belebenden Schwung am Ende in der Folge des wiedergefundenen Glücks von Gerda und Kay. Eindrucksvoll auch Bogdan Birsanescu, der Stattlichste des Ensembles, als Rentier mit gewaltigen Sprüngen (elevation) und vollendeten Körperdrehungen im Stand und in der Luft mit sicherem Aplomb.

Das Bühnenbild abwechslungsreich und wenig sperrig durch heruntergelassene bemalte Vorhänge mit entsprechender Beleuchtung, die Kostüme farbreich und wie angegossen, sogar Fische, Trauerweiden oder Krähen personifizierend. Die ganze Welt im Tanz verbunden. Das Publikum in bester Applausstimmung, unter den Besuchern auch viele Kinder: Die Schneekönigin ist halt ein Märchen, eines für Jung und Alt zugleich. Es ist die zeitlose Geschichte einer großen Liebe, die glücklich endet. Man soll die Symbolfracht hier nicht überfordern. Das Ballett spendet Sinnenfreude in Hülle und Fülle, gewürzt mit einer Prise Erotik, schließlich ist Ballett an sich die erotischste aller darstellenden Künste. Das rumänische Staatsballett wurde allen Aufgaben und Anforderungen an Terpsichore, der Muse des Tanzes, leicht gerecht.