| 23:39 Uhr

Konzert in Heilig-Kreuz-Kirche
Hofenfels-Gymnasium begeistert mit Auftritt

 Der große Chor des Hofenfels-Gymnasiums beim Konzert "Misatango" in der Heilig-Kreuz-Kirche.
Der große Chor des Hofenfels-Gymnasiums beim Konzert "Misatango" in der Heilig-Kreuz-Kirche. FOTO: red / Margarete Lehmann
Zweibrücken. Das Hofenfels-Gymnasium führte am Wochenende den Misatango, eine Messevertonung des argentinischen Komponisten Martín Palmeri, und drei Lieder von Bruno Coulais in der Zweibrücker Heilig-Kreuz-Kirche auf.

Dichtgedrängt saßen die Zuhörer in der Heilig-Kreuz-Kirche am Sonntagnachmittag im weiten Kirchenschiff, um zu hören, was die beiden Musikpädagogen Stefan Lang und Norbert Barbie  mit ihren Schülern gemeinsam erarbeitet hatten. Der Große Chor des Hofenfels-Gymnasiums hatte nach Carmina Burana und Rutter-Requiem in den letzten Wochen ein neues musikalisches Projekt einstudiert.

Zuerst sang der Unterstufenchor, begleitet vom Kammerorchester Kaiserslautern, unter Leitung von Norbert Barbie drei Lieder aus dem berührenden Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ von Bruno Coulais, geboren 1954: Frustrierte Jungs aus einem Internat finden Kraft in der Musik. Sie gründen einen Knabenchor und finden zu neuem Lebensmut. Man spürt in den Chansons die emotionale Wärme, die von den Liedern ausgeht. Der Verzauberung erster Teil des Konzertes war gelungen.

Dann stand das Misatango von Martín Palmeri, geboren 1965, auf dem Programm. Eine Messe, die die traditionellen lateinischen Texte der katholischen Liturgie mit weltlicher Musik, mitreißender Rhythmik und Harmonik des argentinischen Tangos kombiniert. Das tangospezifische Instrument, das Bandoneon war durch ein Akkordeon ersetzt, das Marie-Andrée Joerger virtuos spielte. Es gelang ihr sehr gut, sich bei 70 stimmstarken Sängern und dem Kammerorchester dennoch ereignisreich durchzusetzen. Susanne Theisohn, volumen- und ausdrucksstarker Mezzosopran, setzte dazu schöne, innige Akzente.



Die Lieblingstechnik des Komponisten scheint die Fuge zu sein, die bereits im Barock große Verwendung fand. In der Szene der Kreuzigung meint der Hörer die Hammerschläge zu hören, mit denen Jesus ans Kreuz geschlagen wird. Das berühmte, so oft schon vertonte, aber unglaublich tragend insistierende „Dona nobis pacem“ im „Agnus Dei“ bleibt im Gedächtnis. Der Chor prägt ein farbreiches Klangbild, betont, forciert mit sensiblen Abstufungen. Insgesamt eine Messe, die den Geist und irgendwie die musikalischen Vorstellungen der heutigen Zeit besser erfasst, die das Geschehen vielleicht näher an uns heranbringt.

„Die Proben sind wirklich gut gelaufen“, sagte Norbert Barbie kurz vor der Vorstellung. Das kann auch von der Aufführung gesagt werden, sowohl Chor, wie Solisten und Instrumentalisten schufen eine makellose Aufführung.

Neben den Schülern wirkten auch Eltern, Kollegen und Ehemalige mit. Dass auch Solisten des benachbarten Helmholtz-Gymnasiums beteiligt waren, zeigt die fruchtbare Zusammenarbeit beider Zweibrücker Schulen.