| 20:40 Uhr

Zweibrücker Hochschule verabschiedet 311 Absolventen
Nur Brexit und Busse trüben Freude bei BWL-Entlassfeier

 Bachelor- oder Master-Hut in die Höhe: Die BWL-Absolventen der Zweibrücker Hochschule freuen sich riesig, das Studienziel erreicht zu haben.
Bachelor- oder Master-Hut in die Höhe: Die BWL-Absolventen der Zweibrücker Hochschule freuen sich riesig, das Studienziel erreicht zu haben. FOTO: Norbert Schwarz
Zweibrücken. 311 Absolventen der Hochschule Kaiserslautern, Campus Zweibrücken, erhielten am Freitagabend in der festlich geschmückten Festhalle ihre Bachelor- oder Masterzeugnis im Fachbereich Betriebswirtschaft. Von Norbert Schwarz

„Behaltet euren Studienort Zweibrücken draußen in der weiten Berufswelt in bester Erinnerung“, wünschte Bürgermeister Christian Gauf (CDU), der zugleich darum bat, eines nicht zu vergessen: „Sie arbeiten mit Menschen und für Menschen. Menschen mit Stärken und Schwächen. Menschen, die sich stark engagieren und kreativ sind, die aber auch Schwachstellen haben.“ Man solle „auf keinen Fall den Menschen als Kostenfaktor reduzieren. Tragen sie soziale Verantwortung.“ Die „FH uff em Kreizberch“, wie noch heute die Stadtbürger die frühere Fachhochschule bezeichneten, sei ein Stolzobjekt der Stadt, betonte Gauf. Alle Studierenden seien liebgewonnene Bürger auf Zeit. Der Bürgermeister ermunterte aber auch zu kritischen Worten. Klagen über die mehr als nur verbesserungswürdige Anbindung des Campus an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) seien bei der Stadt schon angekommen. Wenn aber diesbezüglich so schnell keine Verbesserung komme, liege dies daran, dass die Rosenstadt hoch verschuldet sei und sich deshalb bei den freiwilligen Ausgaben, um solche handele es sich beim ÖPNV, zurückhalten müsse.

Humorvoll, an eigenen Erfahrungen festgemacht und als glühender Europäer gab sich Hochschul-Präsident Professor Hans-Joachim Schmidt. „Sie haben was studiert, um die Veränderungen dieser Welt zu verstehen.“ In einer sehr packenden Rückblende ließ der Präsident die Absolventen mit ihren Gästen nochmals die Zeit erleben, als es an der deutsch-französischen Grenze bei Saarbrücken noch Zöllner gab. Damit leitete Schmidt zum Thema Brexit über. Der Ökonom wählte zur besseren Transparenz das englische Frühstück in seiner Zusammensetzung um alltagsnah aufzuzeigen, welche Kostennachteile der Austritt aus der Europäischen Union den Briten bei einem harten Brexit bescheren werde. Schmidt outete sich dabei als „glühender Anhänger“ Englands, nur mit dem englischen Frühstück werde er sich niemals anfreunden.

Schmidt appellierte, dass alle am 26. Mai zur Wahl des EU-Parlaments gehen sollten. „Zeigen Sie als junge, akademische Elite, welche Meinung Sie zu Europa haben.“ Eine weitere Bitte des Präsidenten an die Absolventen gesellte sich dazu: Der Abend biete auch Gelegenheit, sich zu bedanken. Der Dank gehöre dabei dem gesamten Hochschul-Kollegium, aber auch jenen Menschen aus dem Umfeld der Studierenden, die ihnen sicher oftmals den Rücken frei hielten, ihnen vielleicht Mut machten oder sie lobten, auf jeden Fall einen Beitrag zu leistete, um das gesteckte Ziel zu erreichen.



Die letzte Hürde vor dem Ziel, der Zeugnisausgabe sei er, scherzte Professor Gunter Kürble. Der BWL-Dekan lobte die Absolventinnen und Absolventen zusammen mit den Menschen aus dem Umfeld, die mithalfen, das große Ziel zu erreichen, welches es heute zu feiern gelte. Der Dekan plauderte aus seiner 20-jährigen (Fach-)Hochschultätigkeit und fand es gut, dass im Fachbereich BWL ohne „Numerus clausus“ studiert werden kann, denn: „Ich habe schon viele Studierende erlebt, die mit den schlechtesten Noten starteten, aber dann zu den besten Absolventen zählten“. Kürble gab für alle nochmals einen sehr tiefen Einblick ins Hochschulleben und das was unter Umständen die Zukunft für die Hochschule bringt. Dabei rückte er die CO2-Bilanz in den Mittelpunkt, um zum Nachdenken anzuregen.

In einer digitalen Welt wäre es vielleicht sogar verständlich, wenn Glückwünsche und Zeugnisse digital übermittelt werden, meinte Bettina Ahranjani vom Freundeskreis der Hochschule in ihrem Grußwort und begründete, warum dennoch das Gegenteil der Fall sei. Das Netzwerken werde aber in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen. Ahranjanis forderte die Absolventen auf, in Zukunft Botschafter für die Hochschule Kaiserslautern, Campus Zweibrücken zu werden. Der Austausch zwischen den Studierenden und den Betrieben der Region sei sehr wichtig, so wie der Abschlussabend eine wichtige Wendung im Leben aller Absolventinnen und Absolventen sei.

Die Prodekane Professores Klaus Knopper und Christian Thurnes führten schwungvoll durchs Programm, bei dem es später auch nicht an musikalischen und sportlichen Beiträgen mangelte.

Beste AbsolventInnen in den 15 Fächern: Alexander Hochlenert, Isabelle Karmann, Christa Michaela Makuetche Mukam, Aaron Müller, Arnela Cosovic, Sven Sand, Kim‐Patrick Hebbel, Hannah Osche, Rosalie Freimann, Denise Müller, Alexandra Frank, Thorsten Heck, Christoph Unteregger, Daud Nouri, Florian Herde, Truong‐Khang Ly, Ellen Fitze, Andreas Knarr, Julian Sprengel, Moritz Oswald, Georg Früh, Sebastian Prock.