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Historischer Verein
Kriegskinder, Auswanderer, Geschichten!

 Am Eingang des Hauses Neue Universitätsstraße 5 in Mainz erinnert eine Gedenktafel an den Naturforscher Georg Forster, der dort von 1788 bis 1793 lebte. Am 23. Oktober halten Franz und Karin Biet beim Historischen Verein einen Vortrag über den Weltreisenden.
Am Eingang des Hauses Neue Universitätsstraße 5 in Mainz erinnert eine Gedenktafel an den Naturforscher Georg Forster, der dort von 1788 bis 1793 lebte. Am 23. Oktober halten Franz und Karin Biet beim Historischen Verein einen Vortrag über den Weltreisenden. FOTO: picture alliance/dpa / Peter Zschunke
Zweibrücken. Der Historische Verein Zweibrücken hat für das laufende Jahr ein spannendes Programm zusammengestellt: Elf Vortragsabende und vier Exkursionen lassen in regionale und überregionale Geschichte eintauchen. red

(hv) Noch keine zwei Tage alt war das neue Jahr, da machte der Historische Verein Zweibrücken schon auf sein Arbeitsprogramm für 2019 aufmerksam. Und das kann sich wohl sehen lassen, denn an Attraktivität lässt es nichts zu wünschen übrig – mit seinen elf Vortragsabenden vielfältiger Thematik und mit vier Exkursionen.

Um diese vorwegzunehmen: Die erste Studienfahrt am 15. Juni unter Bernhard H. Bonkhoffs Leitung gilt dem „Ländlichen Barock am Glan“ und hat Gimsbach, Neunkirchen am Potzberg und Ulmet als Ziele. Allein Nikolaus von Kues ist die Fahrt am 28. September nach Bernkastel gewidmet. „Verfolgt, geflüchtet und noch sehr lebendig“ ist der Titel einer Kooperationsfahrt mit dem Protestantischen Netzwerk zu Waldenser-Gemeinden im italienischen Piemont von 7. bis 15. September. Und im Oktober soll im Kurpfälzischen Museum in Heidelberg eine Ausstellung über den Winterkönig, Friedrich V., besucht werden, der zu den wenigen historischen Persönlichkeiten zählt, die unter ihrem Spottnamen in die Geschichte eingegangen sind.

Die stattliche Reihe der Vorträge im Kapellenraum der Karlskirche wird bereits an 23. Januar von Heinz Weinkauf eröffnet, der unter der Überschrift „Erde, Feuer, gestaltende Hände“ über die große alte Dame der deutschen Keramik berichtet, die in der Pfalz lebende und arbeitende Lotte Reimers.



Am 20. Februar heißt das poetische Thema „Beim Bliesfluß fast ein Himmelreich“; Martin Baus und Bernhard Becker befassen sich dabei mit der Saarpfalz in der Literatur. Dem Vortrag voraus geht die Jahreshauptversammlung des Historischen Vereins.

Wer weiß schon, dass es im nahen Obersteinbach von Anfang 1896 bis Ende 1918 einmal eine Malerkolonie gab? Bernhard H. Bonkhoff wird am 13. März darüber berichten. „Wo man hinsieht, alles alles Fremde“ nennt Roland Paul seinen Vortrag am 10. April über die Amerika-Auswanderung des 19. Jahrhunderts im Spiegel von Briefen. Um Besatzungskinder nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg geht es in dem Vortrag „Kinder des Krieges – Kinder der Liebe“ von Michael Martin am 15. Mai.

„Die wahre Geschichte des einsamen Genies John Harrison (1693 -1776)“ erzählt Prof. Hans Burkhardt an 12. Juni, überschrieben „Longitudes“. Einfach nur „Die Schwinns“ nennt Jens Reinke seinen Vortrag am 21. August, mit dem er „eine Zweibrücker Familiengeschichte von der Gründerzeit bis zum Ende der Weimarer Republik“ vorstellt. Von 100 Jahre November-Revolution, Frauenwahlrecht und Weimarer Verfassung handelt der Vortrag von Klaus Jürgen Becker am 18. September mit dem Titel „Das war heute wohl der glücklichste Tag meines Lebens“. Auf die Exkursion nach Bernkastel bereitet der Vortrag „Nikolaus von Kues oder die Rückkehr des Sokrates“ vor, den Gerhard Kaiser am 25. September hält.

Dem Weltreisenden, Freimaurer und Mainzer Klubbisten Georg Forster widmen sich am 23. Oktober Franz und Karin Biet. Forster nahm an der zweiten Weltumsegelung James Cooks teil und lieferte wichtige Beiträge zur vergleichenden Länder- und Völkerkunde der Südsee. An Hochschulen in Kassel und Wilna lehrte er Naturgeschichte. Als deutscher Jakobiner und Mitglied des Mainzer Jakobinerklubs gehörte er zu den Protagonisten der kurzlebigen Mainzer Republik.

Unter dem Thema „…ein Mohr und Bedienter auf dem Karlsberg“ befasst sich Jutta Schwan am 13. November mit der Stellung der „Menschen aller Himmelsstriche“ am Hof des Schlosses Karlsberg. Das Arbeitsjahr der Zweibrücker Geschichtsfreunde klingt am 4. Dezember mit der traditionellen Begegnung im Advent aus, diesmal in der Alexanderskirche mit anschließendem Beisammensein im Restaurant „Odysseus“.