| 22:17 Uhr

Himmlische Klänge

 Gerhard Jentschke, Hildegard Baum und Walter Rimbrecht begeisterten bei ihrem Benefizkonzert zugunsten der Rieger-Orgel. Foto: von waldow
Gerhard Jentschke, Hildegard Baum und Walter Rimbrecht begeisterten bei ihrem Benefizkonzert zugunsten der Rieger-Orgel. Foto: von waldow FOTO: von waldow
Zweibrücken. Ein erstklassiges Konzert erlebten die etwa 120 Besucher von „Let the bright Seraphim“ in der Heilig-Kreuz-Kirche. Gerhard Jentschke, Hildegard Baum und Walter Rimbrecht erwiesen sich als Könner ihres Fachs. Cordula Waldow

Himmlische Klänge auf Erden durchströmten am Sonntagabend die Heilig-Kreuz-Kirche und begeisterten mehr als 120 Zuhörer. Sie entstammten der professionellen Sopranstimme von Hildegard Baum, der meisterlich geblasenen Trompete von Walter Rimbrecht und der einzigartigen Rieger-Orgel. Kantor Gerhard Jentschke ließ sie höchst eindrucksvoll in all ihren Facetten ertönen und warb damit um Spenden zum Erhalt dieses außergewöhnlichen Schmuckstücks.

"Let the bright Seraphim" hatte das Trio sein Benefizkonzert genannt. So bildete die gleichnamige Arie aus dem Oratorium "Samson" von Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759) das Herzstück der gut einstündigen Serenade. Mit diesem Dialog von Sopranstimme und Trompete über der begleitenden Orgel brillierten die drei Musiker mit diesem barocken Triumph- und Siegesgesang. Zart, leichtfüßig, mit weichen Koloraturen, interpretierte Zweibrückens Solo-Sopranistin Hildegard Baum, bekannt von zahlreichen Chorprojekten, das "Salve Maria" des deutschen Romantikers Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 bis 1847). Getragen von Baums kraftvoller, wandlungsfähiger Stimme füllte es die gesamte Heilig-Kreuz-Kirche. Walter Rimbrecht meisterte mit dem höchst anspruchsvollen Konzert Es-Dur für Trompete und Orchester, respektive Orgel von Franz Joseph Haydn (1732 bis 1809) eine besondere Herausforderung. Dem Duo gelang es eindrucksvoll, im ersten Allegro-Satz Spannung aufzubauen, den fast volkstümlichen Liedcharakter des Adagio und den heiteren, dritten Satz ebenfalls im Allegro mit blitzsauberen Parallelläufen perlen zu lassen. Mit hörbarer Freude stellte der Dozent der Diözese Speyer und Kirchenmusiker von Heilig Kreuz, Gerhard Jentschke, seinem Publikum die faszinierende Klangvielfalt der Rieger-Orgel vor. Gleich zwei Schwellwerke ermöglichen auch hier, die Lautstärke fein abgestimmt zu wandeln. Im eingangs gespielten Concerte N. 3 del Signor Meck für Orgel des Erfurter Komponisten Johann Gottfried Walther (1685-1748) wechselte Jentschke zwischen den beiden umrahmenden Allegro-Sätzen und dem Adagio im Mittelteil die Klangfarben. So verdeutlichte er die Charaktere zwischen kraftvoll, akzentuiert phrasierend und lyrisch-melodiös. Strahlend, mit bombastischer Resonanz, die in den tiefen Lagen durch die Körper der Zuhörer vibrierte, endete das Konzert nach dem Adagio mit der Toccata der Orgelsinfonie f-Moll, op. 42 Nr. 1 des französischen Komponisten Charles-Marie Widor (1844-1937).