| 22:58 Uhr

Umzug in der Rosenstadt
Heute sind in Zweibrücken die Narren los

Die Zuggruppe des FC Kleinsteinhausen, hier 2015, sorgt seit vielen Jahren für ausgelassene Stimmung beim Zweibrücker Fastnachtsumzug.
Die Zuggruppe des FC Kleinsteinhausen, hier 2015, sorgt seit vielen Jahren für ausgelassene Stimmung beim Zweibrücker Fastnachtsumzug. FOTO: Jörg Jacobi / red
Zweibrücken. Auch die Stadtkapelle und die Schwarzen Husaren sind pünktlich ab 14.11 Uhr beim Fastnachtsumzug am Start. Von Fritz Schäfer

„Musik gehört einfach zu einem Fastnachtsumzug“, meint der Leiter des Zweibrücker Kultur- und Verkehrsamts, Thilo Huble. Auch beim Umzug am heutigen Dienstag, ab 14.11 Uhr. Vier bis fünf Kapellen sorgten bei dem Zug durch die Stadt sonst immer für Stimmung. Nach einer krankheitsbedingten Absage seien es in diesem Jahr allerdings nur drei, bedauert Huble. „Aber die werden die Leute schon in die richtige Stimmung bringen.“ Zumal es sich um „alte Hasen“ in Sachen Umzug handele.

Die Stadtkapelle ist ein „Urgestein“ des Umzugs, sagt deren Vorsitzender Volker Lehner. Schon in den späten 50er Jahren, als die Stadtkapelle noch „Feuerwehrkapelle“ hieß, begleitete die Gruppe den närrischen Lindwurm. „Die Teilnahme wird aber immer mehr eine Herausforderung für uns“, verrät Lehner. Nicht wegen des gut zweistündigen Zugs durch die Stadt. Die Musiker bekämen nicht immer frei. „Die müssen am Fastnachtsdiensttag arbeiten.“

Er würde gerne mit 50 Leuten oder wie bei den großen Konzerten mit 40 bis 45 Musikern teilnehmen. „Aber soviel werden es in diesem Jahr auch nicht sein.“ Aber es reiche noch, um mit alten und neuen Liedern für Stimmung zu sorgen. Auch der stellvertretende Vorsitzende der Schwarzen Husaren aus Kleinsteinhausen, Erich Gingrich, kennt das Problem, dass an einem Nachmittag nicht alle Musiker dabei sein können.



„Wir werden wieder mit gut 20 Musikern dabei sein“, sagt Gingrich. Der Zweibrücker Fastnachtsumzug stehe seit Jahrzehnten auf dem Jahresplan der Kleinsteinhauser Musiker. Dabei werden wieder von Gingrich selbst geschriebene und arrangierte Stücke gespielt.

Noch nicht so lange sind die „Rodalber Hexe“ mit Guggemusik dabei. Drei, vier Jahre schätzt Huble. „Guggemusik haben wir schon länger dabei“, sagt Huble. „Die Musik heizt die Stimmung noch mal richtig an.“ So werden die Rodalber auch nach der Übergabe der Schlüssel von den Narren an die Stadtspitze an der Haupttribüne am ZOB noch einige Stücke zum Besten geben.

In den 60er Jahren war übrigens auch der Musikzug der Vereinigten Turnerschaft Niederauerbach ein fester Bestandteil des Fastnachtsumzugs. „1968 zum letzten Mal“, erinnert sich der frühere Merkur-Sportredakteur Hartmut Sutter. Dabei führte er vor 50 Jahren, die blau-gelb-rote Stadtfahne schwenkend, die Kapelle an. Die Musiker kamen in mexikanischer Aufmachung mit Sombreros daher. Das Foto aus Sutters Archiv zeigt viele Schaulustige an der unteren Hauptstraße mit dicken Mänteln. Ein Jahr später war der Musikzug der VTN dann Geschichte. Der Musikverein Niederauerbach wurde gegründet und mauserte sich zum musikalischen Aushängeschild des Stadtteils.

Geschichte ist schon auch schon seit Mitte der 70er Jahre der Zug durch die gesamte Hauptstraße. Lediglich der obere Teil beim ZOB liegt auf der Strecke. In diesem Jahr stellen sich die 30 Gruppen mit rund 800 Teilnehmern am Festplatz an der Rennwiese auf. Dann geht der Umzug durch die Dr.-Ehrensberger-Straße, die Saarlandstraße, die Landauer Straße, die Maxstraße, die obere Hauptstraße, den Schlossplatz und die Gutenbergstraße zur Rosengartenstraße, wo sich der Zug auflöst.

Auf dem Alexanderplatz betreiben die VBZ und der Verkehrsverein wieder ein Festzelt. Auch dort wird nach dem Umzug noch lange gefeiert. Doch auch das könnte 2019 Geschichte sein. Dann sollen die Tribüne und ein Festzelt auf dem Herzogplatz aufgebaut werden.

Der Musikzug der VT Niederauerbach mit Fahnenschwenker Hartmut Sutter vorneweg war bis 1968 fester Bestandteil des Umzugs.
Der Musikzug der VT Niederauerbach mit Fahnenschwenker Hartmut Sutter vorneweg war bis 1968 fester Bestandteil des Umzugs. FOTO: Hartmut Sutter / red