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Festlicher Abend
250 Tanzfans beim Zweibrücker Herzogsball

Wie in jedem Jahr war der Zweibrücker Herzogsball von TC Royal und Lions Club gut besucht.
Wie in jedem Jahr war der Zweibrücker Herzogsball von TC Royal und Lions Club gut besucht. FOTO: Sebastian Dingler
Zweibrücken. Von Sebastian Dingler

Schon zum neunten Mal konnten am Samstagabend der Zweibrücker Tanzclub TC Royal und der Lions Club den Herzogball ausrichten. Dieser ist Ball, Tanzturnier und Benefizveranstaltung in einem. Etwa 250 Besucher waren gekommen, einmal aus Neugier auf die Darbietungen der Tanzsportler oder aus purer Lust, einmal selbst das Tanzbein zu schwingen. Für die musikalische Untermalung sorgte das Tanzorchester Michael Holz aus Aachen, das diesen Job schon seit Jahren sehr gekonnt übernimmt.

Der TC Royal-Vorsitzende Ulrich Striegel bezeichnete den Herzogball als „Aktivposten in unserer Stadt“ und wies auf die sportlichen Höchstleistungen hin, die sowohl das Turnier als auch die Sondereinlage im Rock ‚n‘ Roll-Tanz mit sich bringen sollten. Lions Club-Präsident Christian Schwarz wiederum zitierte Bischof Augustinus, der im fünften Jahrhundert gesagt haben soll: „O Mensch lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen.“ Die Moderation und Turnierleitung des Abends übernahm Rolf Eutenmüller vom Tanzclub Blau-Gold in St. Ingbert. Ebenfalls von diesem Club kam Wertungsrichterin Kathie Krick; zu ihr gesellten sich noch der Saarlouiser Albert Polch, der Mainzer Roland Schluschaß, der Ludwigshafener Klaus Simon und die Brühlerin Sigrid Simon. Unter den Gästen befand sich auch Bürgermeister Christian Gauf, der sich mit seiner Gattin gerne mal aufs Parkett wagte und sichtlich entspannt wirkte. „Das Schlimmste liegt jetzt hinter mir“, meinte er zu den Strapazen des zurückliegenden Wahlkampfes. Nach der Eingangspolonäse und zwei Tänzen für die Allgemeinheit begann der „Ernst des Lebens“, wie es Eutenmüller ausdrückte, nämlich das Turnier in der Klasse „Senioren II S-Standard“. Anders als es der Name vielleicht vermuten ließ, sei das die „erste Bundesliga“ im Tanz, erklärte der Moderator. Sechs Paare, zum Teil von weit weg kommend, traten dazu an und maßen sich im Walzer, Tango, Foxtrott und weiteren Standardtänzen. Vor allem beim Quickstep flogen die Tanzpartner in hohem Tempo am Publikum vorbei, welches wiederum nicht an Szenenapplaus sparte. Etwas eigenartig gestaltete sich die Wertung der Jury, da die Plätze im Großen und Ganzen der Startnummer des jeweiligen Paares entsprachen. Das sei aber tatsächlich nur dem Zufall geschuldet, meinte der Pressewart des TC Royal, Stephan Schönenberger. Und dass das Paar mit der Nummer eins, Sonja und Bernhard Fuss aus Freiburg, am besten getanzt habe, sei auch für jedermann ersichtlich gewesen. Der Sieg der beiden überraschte auch von daher nicht, als dass das Paar auf Platz zwei der deutschen Rangliste steht. Das sah auch Matthias Diehl so, der mit seiner Partnerin Nicole Rennhack den zweiten Platz beim Herzogball belegte. Jedes zweite Wochenende seien die beiden unterwegs auf Turnieren - das sei einfach schön, auf einem Ball zu tanzen, bei einem schönen Abend seine Kleidung zu präsentieren, meinte der Wiesbadener. Lions Club-Präsident Christian Schwarz nahm zum ersten Mal am Herzogball teil, da er erst seit diesem Sommer amtiert: „Ich bin nicht tanzbegeistert, aber ich lasse mich gerade begeistern. Ich habe mir fest vorgenommen, bald einen Tanzkurs zu machen“, meinte er. Es sei aber unheimlich schön, den Paaren zuzuschauen. „Man kann die Füße gar nicht so schnell sortieren, wenn man das so sieht.“ Wohin der Erlös der Benefizveranstaltung geht, konnte Schwarz noch nicht sagen. „Es wird definitiv wieder etwas in Zweibrücken sein, es wird Kindern und Jugendlichen zufließen. Wir werden das zusammen mit dem TC Royal entscheiden, was wir da machen.“