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Lebensmittelmarkt kann Menschen mit Beeinträchtigung weiter beschäftigen
Cap-Markt ist über das Jahresende hinaus gerettet

 Dem gemeinnützigen Cap-Markt am Hallplatz macht die Netto-Neueröffnung im Ex-City-Outlet zu schaffen.
Dem gemeinnützigen Cap-Markt am Hallplatz macht die Netto-Neueröffnung im Ex-City-Outlet zu schaffen. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Befürchtete Schließung Ende Dezember ist nach Bremsen der Umsatzverluste vom Tisch. Das Geschäft müsse sich aber noch weiter stabilisieren.

Die Pirminius-Werk gGmbH, 100-prozentige Tochter der Heinrich-Kimmle-Stiftung und Betreiber des Cap-Marktes in der Hallplatz-Galerie in Zweibrücken, hat am Mittwoch in seiner Gesellschafterversammlung beschlossen, den Cap-Markt über den 31. Dezenber hinaus weiterzuführen. „Die Entscheidung wurde aufgrund der positiven Entwicklung des Umsatzverlustes seit Januar getroffen. So ging der ursprüngliche Umsatzverlust von 18,9 Prozent im Januar auf 14,6 Prozent bis Ende Mai zurück“, heißt es in der am Abend gemailten Pressemitteilung. „Das ist zwar immer noch viel zu hoch, der Trend geht aber in die richtige Richtung. Wir hoffen, dass sich diese positive Entwicklung fortsetzt und der Umsatzverlust sich langfristig auf ein Niveau von maximal 10 Prozent einpendelt. Dann könnten wir mit dem bereits reduzierten Personal den Markt auch längerfristig betreiben“, erklärte Stiftungsvorstand Marco Dobrani. „Der positive Trend konnte durch den Ausbau des Lieferservices, aber auch durch Neukunden im Markt sowie durch Altkunden, die glücklicherweise den Weg wieder zu uns gefunden haben, erzielt werden“, heißt es in der von Dobrani und Pirminius-Werk-Geschäftsführer Markus Matheis unterzeichneten Pressemitteilung. „Es freut uns natürlich sehr, dass uns viele die Treue halten und dass uns Alt- und Neukunden, auch Geschäftskunden, aktiv unterstützen!“

Ein Vorteil als gemeinnütziges Sozialunternehmen sei natürlich, „dass wir keine Gewinne erzielen, sondern lediglich unsere Kosten decken müssen. Es geht bei uns um die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Beeinträchtigungen. Mit Hilfe der Kundschaft gelingt uns das hoffentlich auch noch längerfristig hier in Zweibrücken.“

Dobrani hatte im Februar die Schließung für Ende Dezember angekündigt, falls die Umsatzverluste nicht gebremst würden. Dobrani sagte damals, es sei zehn Jahre lang gelungen, eine schwarze Null zu schreiben – und die von der Stadt aktiv betriebene Eröffnung des Netto-Disountermarkts im Ex-City-Outlet für die Probleme des Cap-Markts verantwortlich gemacht: „Dass die Kunden wegbleiben, trifft uns hart, ist aber auch nicht überraschend“, so Dobrani damals. Die Kimmle-Stifung hatte im Vorfeld mehrfach vor der Netto-Ansiedlung gewarnt und das Personal ohne Handicap um anderthalb Stellen reduziert, darunter war eine betriebsbedingte Kündigung und eine Versetzung.



Aktuell hat der Cap-Markt 16 Mitarbeiter, davon sieben Menschen mit Beeinträchtigungen, sagte Dobrani am Mittwochabend in einem Telefonat auf Merkur-Nachfrage. Bis wann ist die Zukunft des Cap-Markts nun sicher? Genau festlegen wollte sich Dobrani auf diese Frage nicht. Der aktuelle Fünf-Jahres-Mietvertrag laufe noch bis Oktober 2023 und enthalte ein Sonderkündigungsrecht zum 31.12.2019. Davon mache man nun keinen Gebrauch, habe aber „natürlich nochmal ein Sonderkündigungsrecht vereinbart“. Das hierfür mögliche Datum verriet Dobrani unter Verweis auf das Vertragsgeheimnis mit dem privaten Hallplatzgalerie-Betreiber nicht. Man sei „deutlich hoffnungsfroher als im Februar, dass wir den Fünf-Jahres-Vertrag erfüllen können“, sagte Dobrani. Voraussetzung aber sei, dass sich die Umsatzverluste weiter verringern. „Wenn es bei 14 oder 15 Prozent bleibt, dann kündigen wir.“

(lf)