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Aktionstage am 7. und 8. September
„Heimatshoppen“: Kauf ein, wo du lebst

Zweibrücken hat eine schöne Fußgängerzone – wer möchte, dass sie künftigh nicht auch tagsüber so leer aussieht wie gestern Abend nach Ladenschluss, sollte aber nicht nur online shoppen gehen, verdeutlicht eine neue Aktion.
Zweibrücken hat eine schöne Fußgängerzone – wer möchte, dass sie künftigh nicht auch tagsüber so leer aussieht wie gestern Abend nach Ladenschluss, sollte aber nicht nur online shoppen gehen, verdeutlicht eine neue Aktion. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Mit Aktionstagen am 7. und 8. September wollen die Zweibrücker Einzelhändler die Vorzüge des Einkaufens in der Stadt bewusst machen. Und verhindern, dass die Zweibrücker heimatlos werden. Von Fritz Schäfer

Der Online-Handel greift immer mehr um sich. Dagegen wollen die Zweibrücker Einzelhändler mit Aktionstagen am 7. und 8. September ein Zeichen setzen. Es gelte die Vorzüge des Einkaufens in der Stadt zu verdeutlichen, erklärte die Beauftragte für das Citymanagement der Stadt, Petra Stricker, bei einer Veranstaltung des Stadtmarketings und des Vereins Gemeinsamhandel Zweibrücken. Den Online-Handel könne man nicht wegdiskutieren. „Aber die ortsansässigen Händler müssen den Kunden den Mehrwert des Einkaufens in der Stadt aufzeigen.“ Ansonsten drohe das Ausbluten der Städte.

Mit den Aktionstagen steht Zweibrücken nicht allein. Ausgehend von einer Idee des IHK Mittlerer Niederrhein haben sich inzwischen 18 Industrie- und Handelskammern der Aktion „Heimatshoppen“ angeschlossen. Darunter die IHK Pfalz. Und die hat Zweibrücken und Pirmasens als Pilotstädte für die Aktion in der Pfalz ausgesucht. Sichtbares Zeichen sind weiße Papiertüten mit dem auffallenden Logo in Gelbtönen mit der Aufschrift „Ich bin Heimatshopper“.An den beiden Aktionstagen soll die Stadt voll davon sein, meinte Dieter Ernst vom gleichnamigen Edeka-Markt. „Das muss man sehen. Da muss es krachen.“ „Wenn wir das nicht schaffen, weil einige schlafen, dann gibt es bald keine Händler mehr“, fügte die Chefin des Thalia-Buchladens, Martina Steinbeck, hinzu. Sie wisse um die Schwierigkeit, Filialisten von einer solchen Aktion zu überzeugen, aber auch die könnten wie jeder Laden mitmachen.

Dem Vorsitzenden der Händlervereinigung Gemeinsamhandel, Andreas Michel, waren die auffallenden Tüten im vergangenen Jahr erstmals in Homburg aufgefallen. „Da habe ich gedacht, da müssen wir mitmachen.“ Zumal sich das „Heimatshoppen“ gut in die Reihe der gemeinsamen Aktionen von Gemeinsamhandel und Stadtmarketing einfügten, ergänzte Stricker. Für die Aktion Heimatshoppen kämen noch die IHK und Edeka Ernst mit ins Boot. Dabei sei die einzige Vorgabe, das Logo zu verwenden.



„Was wir aus den Tagen machen, bleibt uns überlassen. Da sind alle Händler gefragt“, appellierte die Citymanagerin an die rund drei Dutzend Teilnehmer der Infoveranstaltung im Rathaus. Mit einer Modenschau und dem Auftritt des Gitarrenduos „Two Fools a Minute“ haben Stadtmarketing und Gemeinsamhandel schon zwei Programmpunkte. „Aber es ist wichtig, dass sich die Händler eigene Aktionen überlegen.“

Neben den 10 000 Tüten soll auch mit Plakaten oder Anzeigen für die Aktionstage geworben werden. „Internetshoppen macht einsam. Einkaufen in Zweibrücken macht lebensfroh“, oder „Kauf ein, wo du lebst“, heißt es dort. Auch die Botschaft, dass die schöne Stadt sterbe, wenn man nur noch online einkaufe, soll verbreitet werden. Dann würden alle heimatlos.

Citymanagerin Petra Stricker.
Citymanagerin Petra Stricker. FOTO: Lutz Fröhlich
Andreas Michel, Vorsitzender Gemeinsamhandel.
Andreas Michel, Vorsitzender Gemeinsamhandel. FOTO: privat
Edeka-Fililalleiter Dieter Ernst.
Edeka-Fililalleiter Dieter Ernst. FOTO: Lutz Fröhlich