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Jahreshauptversammlung
Der Pfälzerwald-Verein ist noch gefragt

 Der nächste Familientag des Pfälzerwald-Vereins soll am 21. Juli in Pirmasens am Starkenbrunnen mit seinem Waldhaus stattfinden.
Der nächste Familientag des Pfälzerwald-Vereins soll am 21. Juli in Pirmasens am Starkenbrunnen mit seinem Waldhaus stattfinden. FOTO: Wolfgang Engel
Südwestpfalz. Vernetzung und Digitalisierung: Hauptverein arbeitet an Zukunftsfähigkeit. 1300 neue Mitglieder. Von Norman Fritzinger

Von Fortschritten auf dem langen Weg in Richtung Zukunftsfähigkeit berichtete Martin Brandl bei der Jahreshauptversammlung des Pfälzerwald-Vereins (PWV) kürzlich in Bruchmühlbach-Miesau. Unter dem Motto „Vernetzung im Lokalen wie im Digitalen steht über allem“, machte der Vorsitzende des PWV-Hauptverbandes gegenüber den rund 200 Delegierten von 122 der 195 Ortsgruppen deutlich, was er als Schlüssel für die Modernisierung des Vereins sieht. Wie sehr es dem Vorsitzenden, der seit vergangenem Jahr den Hauptverein führt, darum geht, den PWV zukunftsfähig zu machen, wurde in seinem Rechenschaftsbericht deutlich. Wie ein roter Faden durchzog das Thema die Versammlung, bei der Brandl auch Taten folgen ließ. Als Beispiele für eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Modernisierung nannte er die noch stärkere Einbindung von Familien, attraktive moderne Angebote und Wanderpläne als Garanten des Erfolges und vor allem den Dialog mit den Mitgliedern und Ortsgruppen, was er durch den etwa einstündigen Gedankenaustausch im Vorfeld der eigentlichen Versammlung dokumentierte.

Gelobt worden sei der Familientag im vergangenen Jahr in Kaiserslautern, der aufgrund des überragenden Erfolges am 21. Juli am Wanderheim Starkenbrunnen seine Fortsetzung finden soll. In vielen Gesprächen sei deutlich geworden, dass nicht nur im Hauptvorstand, sondern auch in vielen Bezirken und Ortsgruppen fruchtbare Diskussionen darüber geführt würden.

Bedauerlich sei, dass sich im vergangenen Jahr fünf überalterte Ortsgruppen auflösten und dadurch etwa 200 Mitglieder auf einen Schlag verloren gingen. Gleichwohl gebe es aber auch Ortsgruppen, die nicht nur eine tolle Vereinsarbeit leisteten, sondern auch mit attraktiven Angeboten glänzten und deren Mitgliederzahlen steil nach oben gegangen seien. „Ich bin stolz, dass wir rund 1300 neue Mitglieder – davon etwa 180 Kinder und Jugendliche – gewinnen konnten“, dankte Brandl den engagierten Pfälzerwäldlern für deren Engagement und Mithilfe. Als Beispiele für eine moderne Ausrichtung nannte er neben Familien- und Jugendfreizeiten auch Geocaching und Letterboxing. Neben den beliebten Wanderungen für Familien und Senioren würden nun auch immer mehr hochwertige und längere Wanderungen angeboten, um auch jüngere und junggebliebene, aktive und sportliche Wanderer anzusprechen.



„Das Wandern, unsere Hütten, die Wegemarkierungen der insgesamt fast 12 000 Kilometer langen Wanderstrecken des PWV wie auch immer mehr die Familienarbeit und Fortentwicklung des Vereins sind und bleiben unsere allerwichtigsten Ziele“, fasste Brandl zusammen. Bemerkenswert sei, dass im vergangenen Jahr von weit über 100 000 Wanderern erneut mehr als 1,2 Millionen Kilometer erwandert wurden. „Diese Zahlen beweisen ganz klar die Bedeutung unseres Vereins, der nicht nur irgendein Wanderclub ist, sondern ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal besitzt“, dankte der Vorsitzende allen am Erfolg beteiligten Mitgliedern.

Mit Blick auf die heutigen Erfordernisse immens wichtig sei auch die immer umfassendere Internetpräsenz, die von der Geschäftsstelle intensiv begleitet werde. In diesem Zusammenhang seien zahlreiche Erneuerungen der letzten Jahre angefangen von Vernetzung, Kooperationen und Zusammenarbeit auf vielen Ebenen bis hin zu Öffentlichkeitsarbeit und verstärkte Auftritte in den sozialen Medien wie „Facebook, Instagram & Co.“ konsequent weitergeführt worden.

Ebenso erfolgreich nannte er die Wanderführerlehrgänge und GPS-Kurse, die seit Jahren komplett ausgebucht seien. „Die digitale Welt ist heutzutage genauso unverzichtbar wie die hervorragend geleistete Arbeit vor Ort“, unterstrich Brandl. Ganz wichtig sei aber auch, dass sich die Ortsgruppen den Herausforderungen im Vereinswesen durch die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen stellen, ihre Strukturen anpassen und sich untereinander noch mehr vernetzen, um als „moderner Heimatverein“ weiterhin attraktiv bleiben zu können.

Der Hauptvorsitzende machte sich dafür stark, noch enger zusammenzurücken im gegenseitigen Austausch der PWV-Ortsgruppen. „Erfolgreiche Strategien und Angebote abzukupfern ist nicht nur legitim, sondern ausdrücklich erwünscht“, machte Brandl unter Beifall der Mitglieder seine vorgeschlagene Marschrichtung deutlich, für die bei den wenigen nachfolgenden Wortmeldungen der Ortsgruppen Zustimmung erhielt.