| 20:35 Uhr

Gewerbetreibende ziehen Bilanz
Händler zufrieden mit Jahresabschluss

 Das erste Streetfood-Festival auf dem Zweibrücker Schlossplatz lockte zum Jahresende viele Besucher in die Stadt – das machte sich auch in den Bilanzen der Händler bemerkbar.
Das erste Streetfood-Festival auf dem Zweibrücker Schlossplatz lockte zum Jahresende viele Besucher in die Stadt – das machte sich auch in den Bilanzen der Händler bemerkbar. FOTO: Volker Baumann
Zweibrücken. Die Adventszeit brachte den Ersatz für die bescheideneren Umsätze während der Hitzemonate. Von Mathias Schneck

Alle Jahre wieder wird das Weihnachtsfest gefeiert. Und den Händlern kann es nur recht sein, ist dies doch mit ihre wichtigste Einnahmequelle. Auch das vergangene Weihnachtsfest lief für die Gewerbetreibenden in Zweibrücken sehr zufriedenstellend. So die Bilanz einer Umfrage des Pfälzischen Merkur.

Andreas Michel, Vorsitzender der Händlergemeinschaft Gemeinsamhandel, zieht ein durchweg positives Fazit. „Ich habe inzwischen mit etlichen Händlern gesprochen. Was ich so gehört habe, liefen die Geschäfte durchweg gut.“ Gemeinsam mit der Stadt hätten die Gewerbetreibenden ein positives Umfeld geschaffen, die Weihnachtsbeleuchtung, die Baumschmück-Aktion und das kostenfreie Parken an den Samstagen vor Advent hätten mitgeholfen, die Kunden nach Zweibrücken zu locken. „Die Stadt war gut besucht“, bilanziert der Gemeinsamhandels-Chef.

Schön sei, dass vermehrt Händler bereit gewesen seien, sich an den Samstagen mehr in Richtung einheitliche Öffnungszeiten zu orientieren als in den Vorjahren. „Viele haben zumindest bis 16 Uhr offengelassen, statt, wie bisher, schon um 13 oder 14 Uhr zu schließen. Das hat mich gefreut.“



Besonders stark sei übrigens  der verkaufsoffene Sonntag zum Jahresabschluss am 30. Dezember gewesen. „Der lief richtig gut, ich denke, das war der beste verkaufsoffene Sonntag des gesamten Jahres“, strahlt Michel.

Einziger Wermutstropfen: Der Weihnachtsmarkt habe zu Beginn unter dem schlechten Wetter, dem vielen Regen, gelitten. „Aber das können wir halt nicht beeinflussen“, sagt Michel. Immerhin sei es zum Schluss hin deutlich besser bei den Budenbesitzern gelaufen.

Die größte Einkaufsadresse in Zweibrücken, das Fashion Outlet, zeigt sich gleichfalls überaus zufrieden. „Es ist sehr sehr gut gelaufen“, bilanziert Ibrahim Alsac, Leiter des Einkaufsgiganten. Das sei auch gut so, der Sommer sei wegen der Dauerhitze „nicht ganz so gut gelaufen“, daher habe der Schluss-Spurt zum Jahresende wichtige Impulse gesetzt. Auch Alsac findet Lob für den verkaufsoffenen Sonntag am Jahresende: „Der war richtig stark!“

Birgit Neuhardt, die in der Fußgängerzone ebenfalls auf Mode setzt, findet gleichfalls nur lobende Worte. Ihr „Sport Franck“-Modegeschäft sei stark frequentiert worden. „Es lief sehr gut. Der Dezember war stark.“ Der verkaufsoffene Sonntag hat für Neuhardt hingegen keine größere Bedeutung in Sachen Umsatz. „Für uns ist das ein Werbetag. Normale Werktage sind stärker“, lautet ihre Erkenntnis. Was lief denn besonders gut bei ihr? „Stricksachen und Casual-Kleidung. Aber auch Taschen, Modeschmuck, Pullover und Winterjacken. Es wurde im Laufe des Dezember ja zunehmend kühler, das kam uns entgegen.“

Auch Hannelore Kuppens von „Fashion City“ sagt, dass die gegen Jahresende sinkenden Temperaturen in die Karten gespielt hätten. „Es lief sehr erfolgreich. Vor allem Jacken waren gefragt. Und der verkaufsoffene Sonntag zum Abschluss war stark.“ Sie lobt das Streetfood-Festival, das, flankierend zum verkaufsoffenen Sonntag, am letzten Wochenende im Jahr stattfand. „Dadurch sind viele Leute in die Innenstadt gekommen. Und das hat uns wirklich geholfen.“

Roland Schöller zieht für seine „Goldschmiede“ gleichfalls eine positive Bilanz. „Obwohl die ersten zwei Wochen sehr schwach waren“, sagt er. „Aber danach lief es sehr gut.“ Den verkaufsoffenen Sonntag habe er nicht mitgemacht. „Wir haben jeden Samstag bis 18 Uhr geöffnet“, von daher biete er an den Wochenenden seinen Kunden bereits genug Zeit, bei ihm zu stöbern und einzukaufen.

Martina Steinbeck, Leiterin der Buchhandlung Thalia, will nicht in Jubelstürme ausbrechen, zeigt sich aber letztendlich „zufrieden“. Fakt sei nun einmal, „dass die Kundenfrequenz in der Stadt weiter sinkt. Vor allem wegen der starken Konkurrenz durch den Onlinehandel.“

Sie freut sich darüber, dass „viele Zweibrücker und Menschen aus dem Umfeld es spürbar zu schätzen wissen, dass es in Zweibrücken noch Fachgeschäfte gibt.“ Das habe sie in etlichen Gesprächen von den Kunden als Resonanz erhalten. „Das Thema ,Heimatshopping’ zeigt Wirkung“, sagt Steinbeck. In ihrem Geschäft hätten die Mitarbeiter mit der Aktion „Wir lesen vor“, viele Kunden angelockt; Angestellte von Thalia hätten an zwei Abenden aus einem ihrer Lieblingsbücher vorgelesen.

Hat sie einen besonderen Wunsch an die Stadt für die nächsten Weihnachten? „Im Dezember sollte bitte möglichst alles auf den Straßen frei bleiben. Das war zwar an den vergangenen Weihnachten kein Problem, aber dafür gab es an Weihnachten 2017 mehrerer Baustellen. Das ist nicht gut für uns, das schreckt einige Kunden vor einem Besuch der Innenstadt ab“, gibt sie zu bedenken. Und zeigt sich zugleich zuversichtlich: „Ich glaube, dass unser neuer Oberbürgermeister da sicher ein offenes Ohr für uns hat.“