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Großprojekt auf Truppacher Höhe
Grüne zeigen Möbelmarkt rote Karte

Auf der Truppacher Höhe, wo das geplante Mega-Möbelhaus entstehen soll, wurde am Freitagnachmittag diskutiert: Andreas Hartenfels, Landtagsabgeordneter der Grünen (grünes Hemd) war der Einladung seines Oberauerbacher Parteifreundes Felix Schmidt (Bildmitte) gefolgt und erörterte landesplanerische Aspekte zu dem Projekt.
Auf der Truppacher Höhe, wo das geplante Mega-Möbelhaus entstehen soll, wurde am Freitagnachmittag diskutiert: Andreas Hartenfels, Landtagsabgeordneter der Grünen (grünes Hemd) war der Einladung seines Oberauerbacher Parteifreundes Felix Schmidt (Bildmitte) gefolgt und erörterte landesplanerische Aspekte zu dem Projekt. FOTO: Mathias Schneck / pm
Zweibrücken. Diskussion auf Truppacher Höhe über geplantes Großprojekt. Unmut über „Herumeiern“ von Stadtrat und Zef.

Die Grünen in Zweibrücken und der Region lehnen einen Mega-Möbelmarkt auf der Truppacher Höhe entschieden ab – und üben deutliche Kritik an Stadtverwaltung und Flughafenzweckverband Zef, die sich mit dieser Ansiedlung bereits mehrfach beschäftigt haben. Am Freitagnachmittag diskutierten Vertreter der Grünen gemeinsam mit Vertretern des Handels und mit Bürgern über das geplante Projekt. Als Veranstaltungsort hatten sich die Grünen besagte Truppacher Höhe ausgesucht. Die rund 20 Teilnehmer bahnten sich von der Steinhauser Straße aus ihren Weg über holpriges Gelände, bis sie mitten auf dem Grundstück stehenblieben, um dort Gedanken auszutauschen.

Felix Schmidt aus Oberauerbach, Direktkandidat der Grünen für den Wahlkreis für die Bundestagswahl im September, hatte den Landtagsabgeordneten Andreas Hartenfels aus Kusel eingeladen. Hartenfels, im Landtag für raumordnerische Fragen zuständig, machte klar, dass es „viele Unstimmigkeiten“ bei dem geplanten Projekt gebe. Das Landesentwicklungsprogramm (LEP) IV gebe bezüglich Ansiedlungen „Leitplanken“ vor. Eine Leitplanke sei, dass auf der grünen Wiese Ansiedlungen nur dann genehmigt werden dürfen, wenn sie die Innenstädte nicht schädigen. Hier habe er massive Bedenken, sagte Hartenfels. Zweite Leitplanke: das „Randsortiment“, das auf der grünen Wiese verkauft werden darf. Im Falle des geplanten Möbelmarktes wären das Produkte, die neben den Möbel-Artikeln verkauft werden dürfen. Hartenfels: „Dieses Randsortiment darf maximal zehn Prozent des Gesamtsortiments betragen.“

Da Norbert Pohlmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat, zuvor angemerkt hatte, dass im Falle des Möbelmarkts als Fläche für Randsortiment 22 Prozent zulässig sein sollen, mahnte Hartenfels seine Parteifreunde „hier unbedingt nachzubohren“. 22 Prozent wären bei einer geplanten Fläche von 40 000 Quadratmetern „über 8000 Quadratmeter für Randsortiment!“ Der Landtagsabgeordnete mahnte seine Parteifreunde auch, nachzubohren beim Randsortiment selbst. Das müsse laut LEP nämlich „möbelnah“ sein. Dies dürfe nicht aufgeweicht werden.



Allerdings: Ob der Möbelmarkt jemals entsteht, das ist die Frage. Norbert Pohlmann blickte zurück: „Wir haben für diese Fläche bereits den vierten Interessenten. Das heißt, drei sind zuvor bereits gescheitert. So sehr attraktiv scheint diese Fläche doch nicht zu sein . . .“ Pohlmann klagte, „im Stadtrat hat es bislang keine Diskussion zu dem Projekt gegeben, auch nicht im Zef“. Die Teilnehmer zeigten sich hierüber verärgert. Bernd Schumacher, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag, nannte das Verhalten von Zef und Stadtrat „herumeiern“, sie sollten „endlich Farbe bekennen in Sachen Möbelmarkt“. Schumacher forderte beide Gremien auf, „dem Investor den Stecker zu ziehen“. Denn ein weiterer Möbelmarkt für die Region, das führe zu einer völligen Übersättigung des Marktes.

Fred Konrad, ehemals Landtagsabgeordneter der Grünen, stimmte zu. „Niemand kauft sich für sein Zuhause einen zweiten Wohnzimmerschrank, nur damit die ganzen Möbelmärkte überleben können.“ Konrad prognostizierte, dass bei dieser „Kannibalisierung“ im Endeffekt Märkte eingehen und in 20 oder 30 Jahren als „Betonruine“ herumstehen würden.

Andreas Michel, Vorsitzender der Händlervereinigung „Gemeinsamhandel“ führte die heftigen Bedenken an, die es bei den Ladeninhabern der Innenstadt mit Blick auf den Mega-Möbelmarkt gebe. Die Innenstadt werde der Verlierer sein.