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Vortragsveranstaltung zum Fuel Dumping
Grüne fordern kurze Meldeketten für Kerosin-Ablass

Andreas Hartenfels
Andreas Hartenfels FOTO: Norbert Rech
Rimschweiler. Andreas Hartenfels: Nur eine Verkehrswende bringt uns wirklich weiter.

Immer wieder sorgen Meldungen über das Ablassen von Kerosin in der Pfalz für Sorgen in der Bevölkerung. Dieses „Fuel Dumping“ ist im Rahmen einer Notsituation im Luftverkehr vorgesehen. In Rheinland-Pfalz waren es nach Angaben der Zweibrücker Grünen zwischen 2010 und 2017 bei Zivilmaschinen 31 Treibstoffablässe und bei Militärfliegern zehn Ablässe. Während einer Veranstaltung im Nebenraum der Tanzschule „La Danze“ in Rimschweiler nannte der Landtagsabgeordnete Andreas Hartenfels noch einmal die zentralen Forderungen seiner Partei zu diesem Thema: „Wichtig wäre vor allem die Etablierung von kurzen Meldeketten – sonst sind keine Messungen möglich.“ Die Informationen müssten deshalb sofort an die Landesbehörden weitergegeben werden. Der Bund sollte zudem die Einrichtung eines Messnetzes und die neuesten technischen Möglichkeiten zur Messung prüfen.

Die Mineralölkohlenwasserstoffe im Flugzeugtreibstoff seien giftig für Mensch und Umwelt. Da die wenigen Untersuchungen zum Kerosin-Ablass recht alt sind, hat die Umweltministerkonferenz Anfang Mai ein neues Gutachten zum Thema beschlossen. Angeregt hatte das Gutachten das von den Grünen geführte Mainzer Umweltministerium. Doch es dauert noch eine Weile bis die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen, der Bund will die Ergebnisse bis Ende des Jahres veröffentlichen. Mit diesen Grundlagen könne dann gearbeitet werden, so die Hoffnung von Hartenfels. Er betont, dass die Grünen keine Probleme mit einem Anstieg der Flugpreise und der Verpflichtung der Fluggesellschaften zur Verbesserung ihrer technischen Ausstattung hätten. Doch das Problem der Umweltbelastung durch Schadstoffe sei damit nicht gelöst. So gebe es bei drei Millionen Flugbewegungen in Deutschland lediglich zwischen 20 und 30 Notablässe. „Wir sind alle gefordert, wenn es um den Umweltschutz geht“, macht der Abgeordnete deutlich, dass im Bezug auf die Mobilität vor allem ein Umdenken der Verbraucher nötig sei. Dieses könne er aber kaum erkennen. Vielmehr habe der niedrige Benzinpreis der letzten Jahre dazu geführt, dass die Autofahrer auf leistungsstarke Fahrzeuge setzen würden. Hartenfels macht deshalb deutlich, dass eine Verkehrswende hin zur Elektromobilität mit Strom aus erneuerbaren Energien nicht aus den Augen verloren werden dürfe. Dazu gehöre auch die Steigerung der Attraktivität von Bus und Bahn.