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Grimme-Preise in Marl verliehen: Böhmermann nimmt nicht teil

Marl. epd

Im westfälischen Marl sind am Freitagabend die Grimme-Preise verliehen worden. 14 Preise wurden in den Kategorien Fiktion, Unterhaltung, Information und Kultur sowie erstmals für Kinder- und Jugendproduktionen vergeben. Erste Preisträger in der neuen Kategorie sind die KiKa-Mitmachsendung "Ene Mene Bu" und der Mehrteiler "Club der Roten Bänder" (Vox) über krebskranke Jugendliche in der Klinik.

Mit einem Spezialpreis in der Kategorie Unterhaltung wurde der ZDF-Moderator Jan Böhmermann für seinen satirischen Beitrag über den damaligen griechischen Finanzminister Gianis Varoufakis ausgezeichnet. Der Satiriker hatte am Freitagmorgen erklärt, er werde nicht zur Preisgala kommen. Wegen eines Schmähgedichtes auf den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan führt die Staatsanwaltschaft Mainz derzeit Vorermittlungen gegen ihn.

In der Kategorie Information und Kultur erhielt die deutsch-arabischsprachige n-tv-Sendereihe "Marhaba - Ankommen in Deutschland" einen Grimme-Preis. Weitere Auszeichnungen gingen an die Dokumentationen "Göttliche Lage" (WDR/Arte) über das neue Wohnquartier am Phoenixsee in Dortmund, "Die Folgen der Tat" (WDR/SWR/NDR) über die Familie der RAF-Terroristin Susanne Albrecht und "Vom Ordnen der Dinge" (ZDF /Arte). Für eine "Besondere Journalistische Leistung" wurde der Beitrag "Tödliche Exporte" (SWR/BR) zum Thema illegaler Waffenhandel geehrt. "Schorsch Aigner - der Mann, der Franz Beckenbauer war" (WDR) bekam einen Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung. Der erstmals verliehene Innovationspreis in dieser Kategorie ging an das Format "Streetphilosophy" (RBB/Arte). In der Kategorie Fiktion befand die Jury die dritte Staffel von "Weissensee" (MDR/Degeto), die Reihe "Deutschland 83" (RTL) und den Spielfilm "Patong Girl" (ZDF ) für preiswürdig. Ein Spezialpreis ging an die TNT-Serie "Weinberg". Den Publikumspreis erhielt der Mehrteiler "Kunst und Verbrechen" (3sat).