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Gospel & Praise
Ein stimmgewaltiges Konzert-Erlebnis

Mit neuen Songs rockten Gospel & Praise die evangelische Kirche in Mittelbach.
Mit neuen Songs rockten Gospel & Praise die evangelische Kirche in Mittelbach. FOTO: Cordula von Waldow
Mittelbach. Solisten und Chor begeistern beim Jahreskonzert von Gospel & Praise mit neuen und alten Songs in der evangelischen Kirche in Mittelbach. Von Cordula von Waldow

Im Stehen klatschend und pfeifend, feierten die Mittelbacher und zahlreiche Fans „Ihren“ Chor. Auch mit seinem neuen Programm rockte Gospel & Praise vergangene Woche die voll besetzte evangelische Kirche in Mittelbach. Fast drei Stunden und 20 Titel lang, entführten die begeisternden Sängerinnen unter Leitung von Wolf Rüdiger Schreiweis in die Welt von Geist, Rhythmus und Gefühl. Wie gewöhnlich, ließen auch der Hausherr, Pfarrer Rainer Konrad, und der Mittelbacher Ortsvorsteher, Kurt Dettweiler, sich von der Herzblut-Musik des 14-köpfigen Chores in den Bann ziehen.

Einfühlsame Balladen wie das unisono gesungene, Black-Gospel-Liebeslied „I need you“ , bei Kerzenschein in der dunklen Kirche zelebriert, bis hin zu rockigen Titeln umfassten die musikalische Bandbreite des Chores. Dazu gehört auch „No god is as great“, das dem Chor mit seiner anspruchsvollen Tonalität sauber und mitreißeißend gelang.

Leidenschaft für die Musik und das theologische Bekenntnis der Liedtexte ließen den Funken der Begeisterung auf das Publikum überspringen. Die Mittelbacher brauchen keine Aufforderung, um spontan den Rhythmus mit zu klatschen. Dabei wechselten sich in dem fast dreistündigen Konzert zarte, ruhige Titel wie das melodisch fließende „My Father‘s House“ mit raschen, betont rhythmischen Titeln ab. Als Jahreslosung hat sich der Chor, passend zu der Bibelgeschichte mit der Samaritanerin am Brunnen, den Titel „Living water“ ausgesucht. Als Solistin ließ Simone Blatt in dem rhythmischen Lied das „lebendige Wasser“ strömen.



Etliche neue Songs, wie „My Lighthouse“ – ergreifend inszeniert mit dem tief tönenden Solo von Conny Haller – hatte der Chor vom diesjährigen Gospel-Kirchentag in Karlsruhe mitgebracht und einstudiert. Von hier stammte auch „Yes, Yes!“ aus der Feder der Deutschen Gospel-Songwriterin Miriam Schäfer. Witzig wirkte das, mit Bewegungen untermalte „No Rock to take my place“, in dem es darum geht, den Lobpreis Gottes selbst aktiv zu leben, bevor ein Stein dies in Stellvertretung übernimmt. Ebenfalls vom Gospel-Kirchentag stammte „I got Shoes“ aus dem Musical „Martin-Luther-King“, das zu spontanen Begeisterungspfiffen führte. Immer ein Vorbild für Gospel &Praise ist der Oslo-Gospel-Chor, von dem diesmal „Shine your light“ (Lass Dein Licht scheinen) mit dem einfühlsamen Solo von Nicole Flesner erklang.

Als „weiße Whoopy Goldberg“ kehrte Sonja Hahn nach einer Pause mit ihrem großartigen, auch von den Kolleginnen reichlich beklatschten Solo, „I will follow him“, in die Chorgemeinschaft zurück. „Das ist ‚Ihr’ Lied“, galt auch für Anja Plesner. Mit ihrer rauchigen Stimme, den jüdischen Akzent perfekt herausarbeitend, verursachte sie mit dem jüdisch-hebräischen Friedenslied „Hevenu Shalom“ einmal mehr Gänsehaut.

Der Mix aus altbekannten und beliebten sowie neuen, inspirierenden Liedern, kam beim Publikum gut an. Zum ersten Mal erlebte Monika Pälmke aus Homburg den Chor. „Es gefällt mir unglaublich gut“, strahlte sie. Am besten fand sie, dass das Publikum einige Lieder mitsingen durfte, unter anderem „He‘s got the whole world“. Wie immer, warb der Chorleiter, der gewohnt locker und humorvoll die Besonderheiten der einzelnen Titel beschrieb, für neue Sängerinnen. Am Heiligen Abend und an Silvester gestaltet der Chor jeweils die Gottesdienste in in der frisch renovierten Mittelbacher Kirche.