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Erweiterungspläne
Globus: SGD pocht auf Extra-Verfahren

Zweibrücken. Um die Erweiterung des Baumarkts zu genehmigen, verlangt sie endgültig ein halbjähriges Raumordnungsverfahren. Bei einem Gespräch konnten Globus-Vertreter die SGD-Süd-Verantwortlichen nicht umstimmen. Von Eric Kolling

Die Firma Globus kommt bei ihren Erweiterungsplänen für den Zweibrücker Baumarkt nicht um ein Raumordnungsverfahren herum. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs, das Globus-Vertreter mit Fachleuten der Aufsichtsbehörde SGD (Struktur- und Genehmigungsdirektion) Süd geführt haben. Dabei sollte ausgelotet werden, ob die Behörde bei der geplanten Erweiterung des Getränkemarkts auf eine solche zeitraubende Genehmigungshürde verzichten könnte. Der Bebauungsplan würde Globus ermöglichen, seinen Baumarkt von 17 700 auf 19 500 Quadratmeter Verkaufsfläche zu erweitern. Etwa sechs Millionen Euro will das Unternehmen in die Erweiterung stecken.

Allerdings: „Für die geplante Erweiterung von Globus in Zweibrücken ist eine vereinfachte raumordnerische Prüfung erforderlich. Der entsprechende Antrag ist vom Vorhabenträger zu stellen“, teilt SGD-Sprecherin Nora Schweikert als Ergebnis auf Merkur-Anfrage mit.

Und: „Auf Grund des Umfangs der innenstadtrelevanten Randsortimente des Baumarktes (1950 Quadratmeter Verkaufsfläche) an diesem peripheren Standort ist für den Bebauungsplan die Zulassung einer Abweichung von landesplanerischen Zielen zum Einzelhandel erforderlich (Zielabweichungsverfahren). Dieser Antrag ist von der Stadt zu stellen.“ Eine raumordnerische Prüfung dauert laut Schweikert ein halbes Jahr – das sei die gesetzlich geregelte Zeit. Das Zielabweichungsverfahren könne schneller beendet sein. Noch lägen aber keine Antragsunterlagen vor.



Globus selbst schwieg auf Merkur-Anfrage zu dem Thema. Doris Doriguzzi aus der Marketingabteilung erklärte: „Vielen Dank für Ihre Anfrage, aber wir möchten uns dazu nicht äußern.“ Vor einem Monat hatte Erich Huwer, der Geschäftsführer der Globus-Baumarkt-Gruppe, erklärt, in Zweibrücken gehe es vor allem um die Markt-Modernisierung. Die sei auch mit Blick auf neue Konkurrenz wie den Obi in St. Ingbert erforderlich, um die Attraktivität des Zweibrücker Marktes (umsatzstärkster der 89 deutschen Globus-Baumärkte) und die 210 Arbeitsplätze dort zu sichern.